Das prämenstruelle Syndrom (PMS) bezeichnet eine Reihe von körperlichen und emotionalen Symptomen, die in den Tagen vor der Menstruation auftreten. Die Ausprägung variiert stark von Frau zu Frau und kann sich im Laufe des Lebens verändern. Die häufigsten Symptome sind:
Wenn die emotionalen Symptome so stark werden, dass sie den Alltag deutlich beeinträchtigen, spricht man von einer prämenstruellen dysphorischen Störung (PMDD), einer schwereren Form des PMS, die eine fachärztliche Betreuung erfordert.
Die genauen Mechanismen sind noch nicht vollständig geklärt, doch spielen die hormonellen Schwankungen im Zyklus eine zentrale Rolle. Der Rückgang von Progesteron und Östrogen in der zweiten Phase des Zyklus wirkt sich auf die Neurotransmitter im Gehirn aus, insbesondere auf Serotonin, das an der Regulierung von Stimmung, Schlaf und Appetit beteiligt ist. Eine individuelle Hormonempfindlichkeit, ein Magnesium- oder Vitamin-B6-Mangel sowie eine Neigung zu Angstzuständen können die Symptome verstärken. Lebensstilfaktoren wie chronischer Stress, Schlafmangel und eine Ernährung mit hohem Anteil an raffiniertem Zucker verschlimmern die Symptome ebenfalls. Schilddrüsenerkrankungen können bestimmte Anzeichen des PMS nachahmen und müssen bei der Erstuntersuchung ausgeschlossen werden. Das Führen eines Menstruationstagebuchs über zwei bis drei Zyklen erleichtert die Diagnose, da sich so wiederkehrende Muster erkennen lassen.
Mehrere Mikronährstoffe haben sich nachweislich als wirksam bei der Linderung der Symptome erwiesen:
Diese Nahrungsergänzungsmittel sind Teil eines ganzheitlichen Ansatzes und ersetzen keinen ärztlichen Rat, wenn die Symptome stark oder beeinträchtigend sind.
Mönchspfeffer (Vitex agnus-castus) ist die am besten dokumentierte Pflanze bei PMS. Er wirkt auf die Hypophysenachse und trägt dazu bei, das Verhältnis von Progesteron zu Östrogen wieder ins Gleichgewicht zu bringen, wodurch insbesondere die Brustspannen und Stimmungsschwankungen gemildert werden. Um eine nachhaltige Wirkung zu erzielen, ist eine Einnahme über mehrere Zyklen hinweg erforderlich. Andere adaptogene Pflanzen können das emotionale Gleichgewicht in der prämenstruellen Phase unterstützen, jedoch stets unter Anleitung einer medizinischen Fachkraft. Es ist wichtig zu beachten, dass der Mönchspfeffer während der Schwangerschaft, der Stillzeit sowie bei einer Hormon- oder dopaminergen Behandlung kontraindiziert ist.
Die Ernährung hat einen direkten Einfluss auf die Intensität des PMS. Einige konkrete Empfehlungen:
Regelmäßige körperliche Aktivität setzt Endorphine frei, die die Auswirkungen hormoneller Schwankungen auf die Stimmung auf natürliche Weise ausgleichen.
Bei manchen Frauen bessert sich das PMS mit zunehmendem Alter und verschwindet nach den Wechseljahren, wenn die hormonellen Schwankungen aufhören. Bei anderen kann es sich in der Perimenopause verstärken. Die Beobachtung der Symptomverläufe über mehrere Zyklen hinweg und deren Aufzeichnung in einem Tagebuch helfen dabei, Bewältigungsstrategien anzupassen und den Zeitpunkt zu erkennen, zu dem eine ärztliche Untersuchung erforderlich ist.