Was ist eine Pharyngitis und woran erkennt man sie?
Eine Pharyngitis ist eine Entzündung des Rachens – der muskulös-membranösen Höhle hinter dem Mund und den Nasenhöhlen, die sowohl zu den Atemwegen als auch zum Verdauungstrakt gehört. Sie unterscheidet sich voneiner Angina (die speziell die Mandeln betrifft) durch eine diffusere Ausbreitung der Entzündung. In 70 bis 80 % der Fälle ist die Pharyngitis viralen Ursprungs und heilt innerhalb von 5 bis 7 Tagen von selbst ab. Die restlichen 20 bis 30 %, insbesondere bei Kindern im Alter von 5 bis 15 Jahren, sind bakteriellen Ursprungs – hauptsächlich durch beta-hämolytische Streptokokken der Gruppe A (GAS). Naturprodukte gegen Winterbeschwerden und Halsbeschwerden sind im Shop erhältlich.
- Charakteristische Symptome: Schluckbeschwerden (Odynophagie) – geröteter, entzündeter Rachen – geschwollene und schmerzhafte Halslymphknoten – Fieber (bei bakteriellen Formen höher) – Kopfschmerzen – Müdigkeit – kein oder nur leichter Husten (Husten deutet eher auf eine Rhinopharyngitis oder Bronchitis hin)
- Anzeichen, die auf eine bakterielle Pharyngitis mit Streptokokken der Gruppe A hindeuten: McIsaac- oder Centor-Score: Fieber > 38 °C + fehlender Husten + schmerzhafte vordere zervikale Lymphknotenvergrößerungen + Mandelbelag (weiße Plaques) → Score ≥ 3 → Antigen-Schnelltest (TDR) vor einer Antibiotikatherapie empfohlen
- Pharyngitis vs. Angina: Pharyngitis (diffuse Entzündung des Rachens – kann die Mandeln einschließen) – Angina (vorwiegend Entzündung der Mandeln, oft mit Exsudat) — In der französischen klinischen Praxis werden beide Begriffe häufig als Synonyme für bakterielle Streptokokkeninfektionen verwendet
- Nichtinfektiöse Ursachen: Allergien (allergische Rhinitis mit postnasalem Tropf, der den Rachen reizt) – gastroösophagealer Reflux – trockene und kalte Luft – aktives oder passives Rauchen – Luftverschmutzung
Wie lässt sich eine Pharyngitis wirksam behandeln?
Bei einer viralen Pharyngitis (in den meisten Fällen) erfolgt die Behandlung ausschließlich symptomatisch – Antibiotika wirken nicht gegen Viren und sind daher unnötig. Die Behandlung besteht aus Ruhe, ausreichender Flüssigkeitszufuhr und Schmerzmitteln. Amoxicillin ist das Antibiotikum der Wahl bei einer bakteriellen Pharyngitis durch SGA – es beugt Komplikationen vor und verkürzt die Dauer der Symptome. Die Dauer der Antibiotikabehandlung beträgt gemäß den französischen Empfehlungen (SPILF 2021) 6 Tage (Amoxicillin).
- Schmerzmittel und Entzündungshemmer: Paracetamol (Mittel der ersten Wahl – für alle geeignet) — Ibuprofen (bei ausgeprägter Entzündung – kontraindiziert während der Schwangerschaft und bei Kindern < 3 Monaten) — antiseptische Lutschtabletten mit lokalanästhetischer Wirkung (sofortige Linderung von Halsschmerzen)
- Wirksame Naturheilmittel: Honig (antibakterielle und beruhigende Wirkung auf die Rachenschleimhaut — 1 bis 2 Teelöffel pur oder als lauwarmer Tee — vor dem 1. Lebensjahr kontraindiziert) — Gurgeln mit lauwarmem Salzwasser (1/2 Teelöffel Salz in einem Glas Wasser — 3- bis 4-mal täglich — reduziert Schwellungen und Reizungen) — Propolis als Spray oder Lutschtabletten (antibakteriell und entzündungshemmend) — Thymian-Tee (antiseptisch für die oberen Atemwege)
- Flüssigkeitszufuhr: reichlich trinken (Wasser, Kräutertees, heiße Brühen) – die Wärme der Getränke beruhigt die Schleimhaut und mindert die Entzündung – saure Getränke (Fruchtsäfte, Limonaden) vermeiden, da diese den entzündeten Rachen reizen
- Luftbefeuchtung: Luftbefeuchter im Schlafzimmer (40–60 % Luftfeuchtigkeit) — trockene Luft verschlimmert die Rachenreizung und verlängert die Symptome — besonders wichtig im Winter bei Zentralheizung
Komplikationen, Vorbeugung und wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Eine virale Pharyngitis birgt bei richtiger Behandlung kein Risiko für schwerwiegende Komplikationen. Eine unbehandelte bakterielle Pharyngitis durch Streptokokken der Gruppe A (SGA) kann hingegen zu lokalen Komplikationen (peritonsillärer Abszess, Mittelohrentzündung) und vor allem zu Fernkomplikationen führen: akutes rheumatisches Fieber (ARF – Herzbefall) und poststreptokokkale Glomerulonephritis (Nierenbefall). Diese Komplikationen, die heute in Frankreich dank der Antibiotikatherapie selten sind, sind nach wie vor die Hauptbegründung für die antibiotische Behandlung der bakteriellen Pharyngitis.
- Wann sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen: Fieber > 38,5 °C, das länger als 48 Stunden anhält — Schwierigkeiten beim Schlucken oder beim Öffnen des Mundes — „heiße-Kartoffel“-Stimme (beeinträchtigt, abgedeckt – Anzeichen eines peritonsillären Abszesses) – weiße Beläge oder Eiter auf den Mandeln – stark geschwollene Lymphknoten – Atembeschwerden – Nackensteifigkeit (Meningitis muss ausgeschlossen werden) – sehr kleine Kinder (< 3 Jahre)
- Vorbeugung: Häufiges Händewaschen (die Pharyngitis wird über Tröpfchen und durch Kontakt übertragen) — engen Kontakt mit erkrankten Personen vermeiden — Einwegtaschentücher — Räume gut lüften — Passivrauchen vermeiden (Faktor, der HNO-Infektionen bei Kindern begünstigt) — eine Rhinitis oder einen Schnupfen schnell behandeln, um eine Ausbreitung auf den Rachen zu vermeiden
- Kinder und Pharyngitis: Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren sind am häufigsten von Streptokokken-Pharyngitis betroffen — Kinder unter 3 Jahren erkranken selten an einer isolierten bakteriellen Pharyngitis — bei Kindern beugt eine Antibiotikatherapie der RAA (einer potenziell schwerwiegenden Herzkomplikation) vor und verringert die Ansteckungsgefahr bereits nach 24 Stunden Behandlung