Eine oberflächliche Verbrennung (oder Verbrennung 1. Grades) ist eine aufdie Epidermis, die äußerste Hautschicht, beschränkte Verletzung, die sich klinisch durch eine lokale Rötung, leichte Wärme und mäßige Schmerzen äußert. Es bilden sich keine Blasen – deren Vorhandensein würde auf eine Verbrennung 2. Grades hindeuten, die eine spezielle Behandlung erfordert. Der Verlauf ist in der Regel günstig und dauert 3 bis 7 Tage, ohne dass Narben zurückbleiben. Häufigste Ursachen sind Unfälle im Haushalt: kurzer Kontakt mit einer heißen Herdplatte, kochendem Wasser, einem Bügeleisen, Dampf, Sonneneinstrahlung (Sonnenbrand) oder Reibung. Die umgebende Hautbarriere muss geschützt werden, um die Heilung zu optimieren.
Viele Verbrennungen im Alltag bleiben oberflächlich und lassen sich selbst behandeln:
Bei einer Rötung, die sich über mehr als 10 cm erstreckt, oder bei Vorhandensein von Blasen ist von einer Verbrennung 2. Grades auszugehen und die Behandlung entsprechend anzupassen.
Die ersten 15 Minuten sind entscheidend für den weiteren Verlauf. Die betroffene Stelle sofort 10 bis 15 Minuten lang unter fließendem Wasser mit einer Temperatur von 15–20 °C (niemals eiskalt) abkühlen, beginnend oberhalb der betroffenen Stelle. Dies begrenzt die Ausbreitung in die Tiefe und lindert die Schmerzen. Ringe, Uhren und Schmuckstücke aus dem Bereich entfernen, bevor möglicherweise ein Ödem auftritt. Durch vorsichtiges Abtupfen mit einer sauberen Kompresse trocknen. Einen beruhigenden Balsam auftragen. Befindet sich die Verbrennung unter Kleidung, die mit der Haut in Kontakt steht, reißen Sie den an der Haut haftenden Stoff nicht ab – überlassen Sie das Entfernen einem Fachmann. Bei Schmerzen ein orales Schmerzmittel (Paracetamol) einnehmen. Verstärkte Flüssigkeitszufuhr.
Dermokosmetische Balsame sind für oberflächliche Verbrennungen indiziert:
2- bis 3-mal täglich über einen Zeitraum von 5 bis 7 Tagen auftragen.
Mehrere natürliche Wirkstoffe ergänzen die Pflege und lindern Rötungen sowie das Wärmegefühl. ReinesAloe-Vera-Gel (98 %+) ist nach wie vor der Klassiker für sofortige Erfrischung – 3 bis 4 Mal täglich in einer dünnen Schicht auftragen. Centella asiatica als Serum oder Creme unterstützt die Geweberegeneration. Panthenol (Vitamin B5) beruhigt und regeneriert. Thermalwasser (Avène, La Roche-Posay, Uriage) als Sprühnebel sorgt für sofortige Linderung und remineralisiert.Allantoin beruhigt und fördert die Wundheilung. Bei Verbrennungen mit juckenden Narben einen Balsam mit Dexpanthenol auftragen.
Vorbeugende Maßnahmen beim Kochen und Bügeln verringern die Gefahr von Verbrennungen im Alltag. Tragen Sie beim Umgang mit heißen Speisen langärmelige Baumwollkleidung – vermeiden Sie leicht entflammbare synthetische Stoffe. Hochwertige Topflappen und doppelt gefaltete Küchenpapierhandtücher zum Anfassen von Kochutensilien. Töpfe immer zum hinteren Rand des Kochfelds ausrichten, außerhalb der Reichweite von Kindern. Dampf: Töpfe und Wasserkocher so öffnen, dass Dampf nicht in Richtung Gesicht und Hände entweicht. Bügeln: Das Bügeleisen immer in einer stabilen, aufrechten Position abstellen und sofort nach Gebrauch vom Stromnetz trennen. Erst-Hilfskasten griffbereit mit sterilen Kompressen, Wundbalsam und einem 0,05-prozentigen wässrigen Chlorhexidin-Antiseptikum.
Kinder sind besonders gefährdet (Neugier, dünne Haut, empfindlichere Körperoberfläche). Sofortige Kühlung unter fließendem Wasser für 10–15 Minuten, auch bei lokaler Rötung. Pädiatrische Salben (Cicaplast B5, Bepanthen Sensiderm, Cicalfate+) 2 bis 3 Mal täglich sanft auftragen. Keine reinen ätherischen Öle auf die verbrannte Haut von Kindern auftragen. Verstärkte Flüssigkeitszufuhr über den Mund. Erhöhte Wachsamkeit bei ausgedehnten Verbrennungen oder Verbrennungen mit Blasenbildung bei Kindern unter 3 Jahren – umgehende ärztliche Konsultation. Mineralischer Sonnenschutz LSF 50 in den folgenden Wochen, um eine postinflammatorische Hyperpigmentierung zu vermeiden.
Ein Arztbesuch wird auch bei einer scheinbar oberflächlichen Verbrennung empfohlen, wenn: die betroffene Stelle ein Risiko darstellt (Gesicht, Hände, Füße, Gelenkbeugen, Genitalien), die betroffene Fläche groß ist (mehr als eine Handfläche), das Kind jünger als 3 Jahre ist, eine Diabeteserkrankung oder eine Immunschwäche vorliegt oder das Brennen im Verhältnis zum Erscheinungsbild unverhältnismäßig stark ist (kann auf eine tiefere, nicht sichtbare Verletzung hindeuten). Den Tetanus-Impfstatus überprüfen. Zu beobachtende Anzeichen einer Infektion: ausgedehnte Rötung, Überwärmung, Eiter, Fieber, regionale Lymphknotenschwellung, rote Schleife – umgehend einen Arzt aufsuchen. Siehe auch „Narbe“ zur Nachsorge von Narben nach Verbrennungen.