Ein Naturshampoo wird aus Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs hergestellt und enthält keine umstrittenen Inhaltsstoffe wie aggressive Sulfate, Parabene oder Silikone. Es basiert auf Pflanzenextrakten, pflanzlichen Ölen und milden Tensiden, um das Haar zu reinigen und zu pflegen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Shampoos bewahrt es das Gleichgewicht der Kopfhaut und verringert so langfristig das Risiko von Trockenheit und Reizungen. Es ähnelt einem Bio-Shampoo, unterscheidet sich von diesem jedoch durch das Fehlen einer obligatorischen Bio-Zertifizierung. Es fügt sich in eine schonende Haarpflege-Routine ein, indem es das herkömmliche Shampoo ersetzt – idealerweise ergänzt durch ein festes Shampoo im Sinne der Umweltfreundlichkeit.
Das natürliche Shampoo bietet mehrere Vorteile:
Es eignet sich besonders für Menschen, die ein mildes Shampoo suchen, das ihre Kopfhaut und ihr Haar schont.
Der Unterschied zwischen einem natürlichen und einem Bio-Shampoo liegt in der Zertifizierung. Ein natürliches Shampoo besteht aus Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs, ist jedoch nicht unbedingt bio-zertifiziert: Da der Begriff „natürlich“ nicht streng geregelt ist, ist Vorsicht geboten. Ein Bio-Shampoo muss einen Mindestanteil an Inhaltsstoffen aus biologischem Anbau enthalten und Zertifizierungsstandards (Ecocert, Cosmebio, Cosmos Organic) erfüllen, die die Herkunft und Reinheit der Inhaltsstoffe garantieren. Bio bietet somit eine zusätzliche Garantie und eine unabhängige Kontrolle. Um die Qualität eines nicht zertifizierten Naturshampoos sicherzustellen, ist das aufmerksame Lesen der INCI-Liste unerlässlich: So lässt sich die tatsächliche Natürlichkeit der Inhaltsstoffe überprüfen und sicherstellen, dass keine versteckten, umstrittenen Bestandteile enthalten sind.
Das natürliche Shampoo wird entsprechend den Bedürfnissen des Haares ausgewählt. Für trockenes Haar eignen sich Formeln mit pflegenden Ölen wieArganöl, Kokosöl oder Sheabutter. Für fettiges Haar eignen sich leichte, reinigende Formeln mit Tonerde, grünem Tee oder Pfefferminze. Für coloriertes Haar sind Produkte mit schützenden Wirkstoffen wie Traubenkernöl empfehlenswert. Für empfindliche Kopfhaut eignen sich beruhigende Formeln mit Kamille,Aloe Vera oder Hafer. Das Lesen der Etiketten und das Verstehen der Eigenschaften der Inhaltsstoffe helfen dabei, die Vorteile je nach Haarbeschaffenheit optimal zu nutzen.
Selbst in Produkten, die als „natürlich“ gekennzeichnet sind, sind bei bestimmten Inhaltsstoffen Vorsicht geboten. Sulfate (SLS, SLES) sind starke Schaumbildner, die das Haar austrocknen und die Kopfhaut reizen können. Silikone verleihen zwar Glanz, führen jedoch zu Ablagerungen, die das Haar beschweren und die Wirkstoffe blockieren können. Synthetische Farbstoffe und Duftstoffe sind oft unnötig und können manchmal Reizungen verursachen. Das Vorhandensein dieser Inhaltsstoffe in einem als „natürlich“ bezeichneten Produkt deutet auf mögliches Greenwashing hin. Durch das Lesen der INCI-Liste lassen sich diese Inhaltsstoffe erkennen: Je kürzer und übersichtlicher sie ist, desto besser. Der Vorzug milder Tenside pflanzlichen Ursprungs und bewährter Wirkstoffe garantiert ein Produkt, das Haar und Kopfhaut wirklich schont.
Der Wechsel von einem herkömmlichen Shampoo zu einem natürlichen Shampoo erfordert eine Eingewöhnungsphase von einigen Tagen bis zu einigen Wochen. Während dieser Phase passt sich die Kopfhaut, die an Silikone und Sulfate gewöhnt ist, an deren Fehlen an und gleicht ihre Talgproduktion nach und nach wieder aus. Das Haar kann vorübergehend fettiger oder stumpfer wirken, bis sich die angesammelten Silikonrückstände abgebaut haben. Dieser Übergang ist normal: Man sollte vermeiden, zu schnell wieder zu herkömmlichen Produkten zurückzukehren, da sich der Zyklus sonst von vorne beginnt. Das Haar gut anfeuchten, eine kleine Menge auftragen, die Kopfhaut mit den Fingerspitzen massieren und gründlich ausspülen – so wird die Reinigung optimiert. Eine Spülung mit Essigwasser kann während der Übergangsphase dabei helfen, das Haar besser zu entwirren. Geduld wird mit dauerhaft gesünderem Haar belohnt.
Natürliche Shampoos sind in der Regel für Kinder unbedenklich, sofern sichergestellt ist, dass sie keine starken ätherischen Öle oder Inhaltsstoffe enthalten, die die empfindliche Kopfhaut reizen könnten; für Kleinkinder ist ein spezielles Babyshampoo vorzuziehen, wobei zuvor ein Hauttest durchgeführt werden sollte. Bei gezielten Problemen sorgen bestimmte Naturshampoos für Wohlbefinden:Teebaum, Tonerde und Zink bei Schuppen; Kamille, Aloe Vera und Ringelblume bei trockener und gereizter Kopfhaut; Tonerde und Aktivkohle bei fettigem Haar. Diese Wirkungen sind rein kosmetischer Natur: Bei anhaltenden Problemen sollten Sie einen Arzt konsultieren.
Natürliche Shampoos sind aufgrund des Verzichts auf oder der Reduzierung von chemischen Konservierungsstoffen oft kürzer haltbar als herkömmliche Produkte: in der Regel 6 bis 12 Monate nach dem Öffnen. Bewahren Sie sie licht- und wärmegeschützt auf und achten Sie auf Veränderungen im Geruch oder in der Konsistenz. Was die Umwelt betrifft, sind sie oft umweltfreundlicher: biologisch abbaubare Inhaltsstoffe, die sich leicht zersetzen, recycelbare oder biologisch abbaubare Verpackungen sowie nachhaltigere Herstellungsverfahren. Bei manchen Menschen können jedoch allergische Reaktionen auf natürliche Inhaltsstoffe auftreten, insbesondere auf ätherische Öle: Ein Hauttest vor der ersten Anwendung wird empfohlen. Bei anhaltendem Juckreiz oder Rötungen sollte die Anwendung abgebrochen werden. Richtig ausgewählt und richtig gelagert, schont das Naturshampoo sowohl das Haar als auch die Umwelt.