Was ist ein Muskelrelaxans und wie wirkt es?
Ein Muskelrelaxans (oder Myorelaxans) ist ein Arzneimittel, das Muskelkrämpfe und -verspannungen lindert, indem es entweder auf das zentrale Nervensystem oder direkt auf die Muskelfasern wirkt. Nicht zu verwechseln mit NSAR (nichtsteroidalen Entzündungshemmern), die auf Entzündungen wirken, oder mit reinen Schmerzmitteln, die keinen Einfluss auf die Muskelkontraktion haben. Unser Sortiment für Muskelkomfort bietet natürliche Alternativen mit muskelentspannender Wirkung.
- Zentrale Muskelrelaxanzien: Wirken auf das zentrale Nervensystem, indem sie die spinalen Interneuronen hemmen, die den Muskeltonus steuern – Baclofen (neurologische Spastik), Tizanidin, Methocarbamol – erhebliche sedierende Wirkung
- Periphere Muskelrelaxanzien: wirken direkt auf die Muskelfaser – Dantrolen (blockiert die Freisetzung von Kalzium im sarkoplasmatischen Retikulum) – sind schweren Spastiken oder Notfällen (maligne Hyperthermie) vorbehalten
- Benzodiazepine zur muskelentspannenden Anwendung: Diazepam (Valium®) – verstärken die Wirkung des hemmenden GABA – wirksam, aber hohes Sucht- und Schläfrigkeitspotenzial
- Rezeptfreie Muskelrelaxanzien: weniger wirksam – topisches Methylsalicylat, homöopathische Kombinationspräparate – mäßige Linderung leichter Muskelverspannungen
- Ärztliche Verschreibung: Die meisten starken Muskelrelaxanzien sind verschreibungspflichtig – der Arzt bewertet das Nutzen-Risiko-Verhältnis entsprechend dem Profil des Patienten
In welchen Situationen sind Muskelrelaxanzien angezeigt?
- Akute Muskelkrämpfe: akute Lumbalgie mit reflexartiger Verspannung der paravertebralen Muskeln – kurze Anwendungsdauer (maximal 5–7 Tage) – in Kombination mit NSAR und Analgetika
- Neurologische Spastik: Multiple Sklerose, Rückenmarksläsion, Schlaganfall – Baclofen ist das Standardmedikament – Langzeit-Grundbehandlung unter neurologischer Überwachung
- Spastischer Tortikollis: Injektion von Botulinumtoxin – lokaler Effekt auf die Halsmuskulatur – Wirkdauer 3–4 Monate bis zur nächsten Injektion
- Fibromyalgie: Muskelrelaxanzien werden manchmal bei diffusen Schmerzen und damit verbundenen Schlafstörungen verschrieben – siehe unsere Seite zum Thema Fibromyalgie
- Nicht anwenden bei Muskelkater nach körperlicher Anstrengung (DOMS) – Muskelrelaxantien wirken nicht bei Mikrotraumen – siehe unsere Seite zu Muskelkater
Nebenwirkungen, Wechselwirkungen und wichtige Vorsichtsmaßnahmen
- Schläfrigkeit: häufigste Nebenwirkung zentral wirkender Muskelrelaxanzien – während der Behandlung ist das Autofahren und die Bedienung gefährlicher Maschinen kontraindiziert
- Wechselwirkung zwischen Opioiden und Muskelrelaxanzien: erhebliche Verstärkung der Atemdepression – Kombination nur nach ausdrücklicher ärztlicher Anweisung zulässig
- Wechselwirkung Alkohol + Muskelrelaxanzien: Verstärkung der Schläfrigkeit und des Sturzrisikos – Alkoholverzicht während der Behandlung zwingend erforderlich
- Benzodiazepine: Risiko einer körperlichen Abhängigkeit bereits nach 4–6 Wochen täglicher Einnahme – schrittweiser Entzug zwingend erforderlich – niemals abrupt absetzen
- Ältere Menschen: Erhöhtes Sturzrisiko durch Schläfrigkeit und orthostatische Hypotonie – halbe Dosen empfohlen – regelmäßige Überwachung
Natürliche Alternativen zu Muskelrelaxanzien
Mehrere natürliche Wirkstoffe verfügen über nachgewiesene muskelentspannende Eigenschaften – sie sollten bei leichten bis mittelschweren Verspannungen vor dem Einsatz von Medikamenten bevorzugt werden. Die Rezepturen finden Sie in unserem Sortiment „Muskelkomfort“.
- Magnesium: natürlicher Kalziumantagonist – reguliert die neuromuskuläre Erregbarkeit – 300–400 mg/Tag Bisglycinat – Wirkstoff erster Wahl gegen Verspannungen und wiederkehrende Krämpfe
- Ätherisches Öl aus echtem Lavendel (Lavandula angustifolia): muskelentspannende und leicht beruhigende Eigenschaften – Massage mit einer 10-prozentigen Verdünnung in einem Pflanzenöl auf den verspannten Stellen – ergänzend zum Wärmekissen
- Baldrian und Passionsblume: leicht nervenentspannend — reduzieren angstbedingte Muskelverspannungen — hilfreich bei Stress- oder Angstkomponenten bei Nackenverspannungen
- Omega-3: Reduzieren die den chronischen Verspannungen zugrunde liegenden Muskelentzündungen – 3-monatige Grundbehandlung
- Physiotherapie, Yoga, Meditation: wirken auf die haltungsbedingten und psychologischen Komponenten der Verspannungen ein — nachgewiesene langfristige Wirksamkeit, die bei chronischen Lumbalgien der von Medikamenten überlegen ist