Katzen-Shampoo ist nicht mit Hundeshampoo austauschbar. Der Haut-pH-Wert der Katze (6,2 bis 7,2) ist neutraler als der des Hundes (5,5 bis 7) und vor allem als der des Menschen (4,5 bis 5,5) – eine ungeeignete Formel stört den Hydrolipidfilm und begünstigt Trockenheit, Juckreiz und Sekundärinfektionen. Zudem leckt sich die Katze nach jedem Kontakt: Die Formeln müssen bei oraler Aufnahme ungiftig sein. Bestimmte Wirkstoffe (Teebaumöl, Phenole, Methylsalicylat in hoher Dosierung) werden vom Hund vertragen, sind für die Katze jedoch giftig. Zertifizierte Shampoos mit Katzenformel garantieren die Verträglichkeit mit dem Leberstoffwechsel und die Sicherheit bei der Pflege nach dem Baden.Hautallergien sind eine häufige Indikation für ein therapeutisches Bad bei Katzen – durch das mechanische Abspülen werden Allergene von der Hautoberfläche entfernt.
Das Sortiment an Katzenshampoos deckt sehr unterschiedliche Bedürfnisse ab:
Das Trockenshampoo (Puder oder Spray ohne Ausspülen) eignet sich für Katzen, die sich nur ungern baden lassen, für ältere oder geschwächte Tiere sowie für die Notfallpflege. Das Puder (Stärke, Talkum, Kieselsäure) wird auf das trockene Fell aufgetragen, einmassiert und anschließend mit der Bürste entfernt. Diese Formulierungen ersetzen kein vollständiges Bad, sorgen aber zwischen den Bädern für eine akzeptable Hygiene. Trockene Haut bei Katzen erfordert feuchtigkeitsspendende Wirkstoffe nach dem Bad – Formeln mit Aloe Vera, Jojobaöl oder Glycerin stellen den Hydrolipidfilm wieder her, ohne das Fell zu beschweren.
Infektiöse und seborrhoische Hauterkrankungen erfordern medizinische Shampoos auf tierärztliche Anweisung. Formulierungen mit Chlorhexidin (0,5 bis 3 %) in Kombination mit Climbazol (Antimykotikum) gelten als Standard bei bakteriellen Pyodermien (Staphylococcus) und Malassezia-Sekundärinfektionen. Das reinigende Emulsionsspray (Chitosan + Chlorhexidin 0,05 %) wird direkt auf Hautwunden und schwer zu waschende Stellen aufgetragen. Die Einwirkzeit ist entscheidend: 5 bis 10 Minuten auf der Haut vor dem Abspülen sorgen für optimale Wirksamkeit.
Die Spot-on-Produkte zur Fellpflege (Lösungen aus reinigenden ätherischen Ölen, die wie bei einer Pipette im Nackenbereich aufgetragen werden) verteilen sich über einen Zeitraum von 4 bis 6 Wochen im Lipidfilm der Haut. Ihre Zusammensetzung ist auf den Stoffwechsel von Katzen abgestimmt – ohne Permethrin oder Pyrethroide. Sie erhalten die Fellqualität und lindern den chronischen Juckreiz zwischen den Pflegebehandlungen.Salicylsäure in geringen Konzentrationen in bestimmten Formulierungen übt eine leichte keratolytische Wirkung auf schuppige Haut aus, ohne diese zu reizen.
Jedes therapeutische Bad (medizinisches Shampoo) muss vom Tierarzt verschrieben oder genehmigt werden. Anzeichen, die vor jeder topischen Behandlung einen Tierarztbesuch erfordern: diffuse oder fleckenförmige Alopezie, anhaltende krustige oder nässende Läsionen, starker Hautgeruch (Sekundärinfektion), starker Juckreiz, der auch durch milde Shampoos nicht gelindert wird, oder Verdacht auf Räude (Demodikose, Sarcoptesräude). Die Hautgesundheit von Haustieren hängt in erster Linie von einer genauen Diagnose ab – ein ungeeignetes Shampoo kann eine Hauterkrankung verschlimmern, indem es die Symptome verschleiert oder eine bereits geschwächte Hautbarriere reizt.