Warum ist die Zahnzwischenraumhygiene neben dem Zähneputzen unverzichtbar?
Die Interdentalhygiene zielt auf die Zahnzwischenräume ab – Bereiche, die von der Zahnbürste nicht erreicht werden, da diese nur die Außen-, Innen- und Kauflächen reinigen kann. Genau diese 40 % der nicht geputzten Zahnoberflächen sind am stärksten von Zahnzwischenraumkaries und Zahnfleischentzündungen betroffen: Dort sammelt sich bakterieller Zahnbelag ungehindert an und es bildet sich schnell ein pathogener Biofilm. Ohne tägliche Zahnzwischenraumreinigung bleiben diese Bereiche selbst bei zweimal täglichem, perfektem Zähneputzen unberührt. Die entsprechendenMundhygieneprodukte und die richtige Zahnputztechnik finden Sie in unserem Shop.
Die Folgen einer vernachlässigten Zahnzwischenraumhygiene summieren sich unbemerkt: Gingivitis (Zahnfleischentzündung und Zahnfleischbluten), gefolgt von Parodontitis (irreversibler Abbau des Alveolarknochens), interproximalen Kariessen (oft mit bloßem Auge nicht sichtbar, auf Röntgenaufnahmen erkennbar) und anhaltendem Mundgeruch. All diese Komplikationen lassen sich durch 1 bis 2 Minuten zusätzliche Zahnzwischenraumreinigung pro Tag vermeiden.
- Wann reinigen? Am besten abends vor dem Schlafengehen – nachts wird kaum Speichel gebildet, sodass sich Bakterien in den nicht gereinigten Zahnzwischenräumen ungehinderte vermehren können. Wenn die Zahnzwischenräume vor dem abendlichen Zähneputzen gereinigt werden, kann die fluoridhaltige Zahnpasta die Zahnzwischenflächen besser erreichen.
- Mindesthäufigkeit: 1 Mal pro Tag – Studien zeigen, dass eine Erhöhung auf 2 Mal pro Tag die Ergebnisse nicht signifikant verbessert, wenn die Reinigung einmal korrekt durchgeführt wird – Regelmäßigkeit ist wichtiger als die Häufigkeit
- Risiken bei Vernachlässigung: Interdentalkaries (ohne Röntgenaufnahme nicht sichtbar), chronische Gingivitis, die zu Parodontitis fortschreitet, anhaltender Mundgeruch trotz gründlichen Zähneputzens, bevorzugte Zahnsteinbildung in den Zahnzwischenräumen (Zahnlücken) – diese gelten als häufigster Ausgangspunkt für Parodontalerkrankungen
Zahnseide: Technik, Arten und Anwendungshinweise
Zahnseide ist das Mittel der Wahl für die Interdentalhygiene – wirksam, kostengünstig und für alle Zahnformen geeignet. Die C-Technik ist die empfohlene Methode: 40 bis 45 cm Zahnseide abschneiden, um die Mittelfinger wickeln und dabei 2 bis 3 cm frei lassen, vorsichtig zwischen die Zähne gleiten lassen, um jeden Zahn ein „C“ bilden und dabei bis zur Zahnfleischfurche (1 bis 2 mm unterhalb des Zahnfleischrandes) vordringen, 2 bis 3 vertikale Bewegungen ausführen, für jeden Zahnzwischenraum einen sauberen Abschnitt verwenden. Niemals horizontal hin und her sägen – diese Bewegung schädigt den Zahnzwischenraum und das Zahnfleisch.
- Verfügbare Zahnseidenarten: gewachste Zahnseide (gleitet leichter in enge Zahnzwischenräume – für Anfänger empfohlen) — ungewachste Zahnseide (etwas rauer, nimmt in normalen Zahnzwischenräumen mehr Plaque auf) — dehnbare Zahnseide (dehnt sich bei Kontakt mit Feuchtigkeit aus, besonders wirksam bei zurückgehendem Zahnfleisch) — PTFE-Zahnseide (Polytetrafluorethylen – sehr gleitfähig, reißfest – ideal für sehr enge Zahnzwischenräume oder raue Restaurationen) — Superfloss oder Brückenzahnseide (starre Spitze + Schaumstoffabschnitt + herkömmliche Zahnseide – unverzichtbar unter Brücken und um Implantate herum)
- Zahnseidenhalter und Flossette: für Personen mit eingeschränkter Fingerfertigkeit oder Schwierigkeiten beim Umgang mit der Y-förmigen Zahnseide – technisch weniger effektiv als die C-förmige Zahnseide, aber deutlich besser als gar keine Zahnseide zu verwenden – das Hilfsmittel an die jeweilige Person anpassen, um die Therapietreue zu gewährleisten
- Bluten beim Zahnseiden: Anzeichen einer Zahnfleischentzündung – gesundes Zahnfleisch blutet nicht – die Reinigung trotz Blutung fortsetzen (ein Abbrechen hält die Entzündung aufrecht) – die Blutung lässt in der Regel nach 7 bis 14 Tagen regelmäßiger Reinigung nach – bei anhaltender Blutung nach 2 Wochen den Zahnarzt aufsuchen
Interdentalbürsten: Auswahl, Größe und Anwendung
Interdentalbürsten sind Zahnseide bei der Plaque-Reduktion bei Erwachsenen mit ausreichenden parodontalen Zwischenräumen überlegen — ihr mechanischer Kontakt auf beiden Seiten des Zwischenraums ist wirksamer als das Durchziehen von Zahnseide. Sie sind in einer standardisierten Auswahl an ISO-Durchmessern (0 bis 8) erhältlich – die Interdentalbürste sollte ohne Kraftaufwand, aber mit leichtem Widerstand hindurchgleiten. Beginnen Sie mit der kleinsten verfügbaren Größe und steigern Sie sich, bis Sie die passende Größe gefunden haben – verwenden Sie je nach Zahnbereich verschiedene Größen (die Zahnzwischenräume im Seitenzahnbereich sind oft breiter).
- Anwendungstechnik: Schräg in die Zahnlücke einführen (nicht senkrecht – Gefahr einer Zahnfleischverletzung) — 2 bis 3 Hin- und Herbewegungen ausführen — niemals Gewalt anwenden (die Zahnzwischenraumbürste darf niemals Schmerzen verursachen) — die Zahnzwischenraumbürste zwischen jedem Zahnzwischenraum mit klarem Wasser reinigen — austauschen, sobald sich die Borsten ausbreiten oder der Metalldraht verformt ist
- Empfindliches Zahnfleisch: Wählen Sie Interdentalbürsten mit Kunststoffdraht (ohne Metall) oder mit ultraweichen Borsten — beginnen Sie mit sehr sanften Bewegungen — eine leichte Gewöhnungsphase ist in den ersten Wochen normal — bei anhaltenden Schmerzen oder Blutungen nach 2 Wochen einen Zahnarzt aufsuchen
- Kieferorthopädie: spezielle Alternativen: Brackets und kieferorthopädische Drähte erschweren das Durchziehen der Zahnseide – kieferorthopädische Brückenzahnseide (mit starrer Spitze, um den Draht der Zahnspange zu umgehen) — Munddusche mit kieferorthopädischer Düse (reinigt effektiv um die Brackets herum, ohne die Zahnspange zu beschädigen) — beides kann für maximale Wirksamkeit kombiniert werden