Was sind rissige Fersen und wie entstehen sie?
Rissige Fersen (Fersenrisse) sind Hautrisse, die sich am Rand der Ferse bilden, wenn die Plantarhyperkeratose (Verdickung der Hornschicht) nicht behandelt wird. Die hyperkeratotische Haut, die steif ist und sich nicht dehnen kann, reißt unter dem Druck des Körpergewichts beim Gehen auf. Diese Risse können oberflächlich bleiben oder tief werden (Risse, die bis in die Dermis reichen), schmerzhaft sein und bluten. Spezielle Pflegeprodukte und Cremes sind im Sortiment für trockene Füße erhältlich, Peeling-Geräte im Sortiment der elektrischen Fußfeilen.
- Hauptursachen: chronische Hauttrockenheit (Fersenhaut mit wenigen Talgdrüsen) – wiederholter Druck auf die Fersen (längeres Stehen, Übergewicht, intensives Gehen) – hinten offene Schuhe oder Schuhe ohne Schutz am Fersenrand (Sandalen mit flacher Sohle begünstigen die seitliche Ausbreitung des Fettpolsters und das Aufreißen) – kalte und trockene Luft oder übermäßige Raumheizung
- Verschlimmernde Faktoren: Diabetes (Neuropathie und damit verbundene Hauttrockenheit – Risse an den Fersen bei Diabetikern erfordern eine sofortige medizinische Behandlung) – Schilddrüsenunterfunktion – Hautalterung – Unterernährung oder Mangel an essentiellen Fettsäuren
- Warnzeichen, die man nicht ignorieren sollte: raue und verdickte Haut am Fersenrand – Gelbfärbung oder Blässe des verhornten Bereichs – Spannungsgefühl beim Gehen – kleine oberflächliche Risse, die sich ohne Behandlung ausweiten
Wie lassen sich rissige Fersen mit wirksamen Wirkstoffen behandeln?
- Hochkonzentrierter Harnstoff (30–40 %): der Standardwirkstoff mit keratolytischer und feuchtigkeitsspendender Wirkung bei Fersenrissen — macht die starre Hyperkeratose weich und löst sie nach und nach ab — abends großzügig auf die saubere und leicht feuchte Ferse auftragen — mit einer Baumwollsocke abdecken, um die Aufnahme zu maximieren — sichtbare Ergebnisse nach 1 bis 2 Wochen Behandlung
- Salicylsäure (10–20 %): ergänzender Keratolytikum für die dicksten Hautstellen — lokal auftragen, dabei die gesunde Haut schonen — lässt sich in bestimmten Fußcreme-Formulierungen mit Harnstoff kombinieren
- Honig: tiefenwirksamer Feuchtigkeitsspender, natürliches antibakterielles Mittel (Wasserstoffperoxid) und wundheilend — als Maske auf die trockenen Fersen auftragen, mit einer Socke bedecken, über Nacht einwirken lassen – besonders geeignet bei leicht nässenden Rissen oder bei Risiko einer Sekundärinfektion – kontraindiziert bei Säuglingen unter 1 Jahr
- Vaseline (Petrolatum) und Sheabutter: starke Okklusivmittel – bilden einen undurchlässigen Film, der die Feuchtigkeit in den Rissen bindet und der Verdunstung vorbeugt – abends als dickflüssiger Balsam unter einer Socke auftragen – Sheabutter liefert zusätzlich reparierende unverseifbare Bestandteile (Vitamine A und E)
- Aloe-Vera-Gel: wundheilend und beruhigend bei gereizten Rissen – versorgt die ausgetrockneten Hornschichten mit Feuchtigkeit – tagsüber als Ergänzung zur nächtlichen keratolytischen Behandlung auftragen
- Vorheriges mechanisches Peeling: 10-minütiges lauwarmes Fußbad – anschließend Verwendung eines Bimssteins oder einer elektrischen Fußfeile an den verdickten Stellen (niemals an tiefen Rissen) – 1 bis 2 Mal pro Woche, um die Haut auf die Aufnahme der keratolytischen Wirkstoffe vorzubereiten
Welche Ernährung ist empfehlenswert und wann sollte man bei rissigen Fersen einen Facharzt aufsuchen?
- Ernährung und Flüssigkeitszufuhr: Omega-3-Fettsäuren (fetter Fisch zweimal pro Woche — Erhaltung der Membranfluidität der Keratinozyten) — Vitamin A (Hauterneuerung — Leber, Eigelb, Möhren) – Vitamin C (Synthese von Hautkollagen – Zitrusfrüchte, Kiwi) – Vitamin E (Antioxidans für die Zellmembranen – pflanzliche Öle, Ölsaaten) – Zink (Wundheilung und Qualität der Hautbarriere – Austern, Hülsenfrüchte) — Flüssigkeitszufuhr 1,5 bis 2 l/Tag
- Vorbeugung und tägliche Pflege: 10–20 %ige Harnstoffcreme jeden Abend nach dem Duschen – Baumwollsocken – geschlossene Schuhe, die den Fersenrand schützen – Barfußlaufen auf harten Oberflächen vermeiden
- Einen Fußpfleger bzw. Podologen aufsuchen bei: sehr tiefen, blutenden oder wiederkehrenden Rissen — Hornhaut, die für ein wirksames Peeling zu Hause zu dick ist — Schmerzen beim Gehen — Verdacht auf eine Sekundärinfektion (Rötung, Überwärmung, Eiter)
- Medizinischer Notfall bei Diabetikern: Jeder Riss an der Ferse eines Diabetikers muss unverzüglich dem Arzt gemeldet werden – Risiko eines neuropathischen Geschwürs und schwerwiegender lokoregionaler Komplikationen – unzureichende Selbstversorgung, regelmäßige podologische Betreuung unerlässlich