Augenringe sind kein einheitliches Phänomen – drei unterschiedliche Mechanismen erfordern unterschiedliche Behandlungen. Vaskuläre Augenringe (blau-violett) entstehen durch eine suborbitäre venöse Stauung, die durch die dünne Haut um die Augen herum hindurch sichtbar ist – sie verschlimmern sich bei Müdigkeit und Kälte. Pigmentbedingte Augenringe (braun-ockerfarben) stehen im Zusammenhang mit einer konstitutionellen oder postinflammatorischen Hyperpigmentierung der Haut um die Augen herum – sie treten häufig bei dunklen Hauttypen auf. Strukturelle Augenringe (graustichig, eingefallen) entstehen durch die altersbedingte Ausdünnung des suborbitalen Fettgewebes, wodurch ein Schatten entsteht – hier ist eine voluminisierende Behandlung erforderlich und nicht der Einsatz von Depigmentierungsmitteln.
Das ätherische Ölder italienischen Strohblume (Helichrysum italicum, CT Italidiones) ist der am besten dokumentierte aromatherapeutische Wirkstoff bei vaskulärer Stauung. Seine Italidione aktivieren die lokale Fibrinolyse und beschleunigen die Resorption des chronischen suborbitalen Mikrohämatoms, das für vaskuläre Augenringe verantwortlich ist. Seine den venösen Rückfluss fördernde Wirkung reduziert die Blutstauung. Anwendung: 1 Tropfen, zu 10–20 % in einem Pflanzenöl (Jojoba oder Argan) verdünnt, morgens und abends sanft einklopfen – immer nach einem Hautverträglichkeitstest.
Quercetin (200 bis 500 mg/Tag) hemmt die Phosphodiesterase und stärkt so die tight junctions zwischen den Endothelzellen der Kapillaren – wodurch die für die chronische bläuliche Verfärbung unterhalb der Augenhöhle verantwortlichen Mikroblutleckagen reduziert werden. Es hemmt zudem die Hyaluronidase, ein Enzym, das die perivaskuläre Matrix abbaut und die Kapillardurchlässigkeit verschlimmert. Eine Einnahme über 8 bis 12 Wochen ist erforderlich, um eine Wirkung auf chronische vaskuläre Augenringe zu beobachten.
Resveratrol aktiviert SIRT1 und Nrf2 und reduziert so die Ansammlung fortgeschrittener Glykationsendprodukte (AGEs) in der periorbitalen Dermis – diese sind für das gräuliche und stumpfe Erscheinungsbild reifer Haut unter den Augen verantwortlich. Coenzym Q10 (Ubiquinol, 100–200 mg/Tag) unterstützt die mitochondriale Atmungskette der Zellen der periorbitalen Mikrozirkulation – seine Konzentration nimmt mit zunehmendem Alter ab, was die lokale Gefäßstauung verschlimmert. Beide lassen sich ideal bei strukturellen und vaskulären Augenringen reifer Haut kombinieren.
Vitamin C ist der vielseitigste Wirkstoff gegen Augenringe: Es hemmt die Tyrosinase bei pigmentbedingten Augenringen und stärkt das kapillare Typ-IV-Kollagen bei vaskulären Augenringen – wodurch die für die bläuliche Verfärbung verantwortlichen Mikroleckagen reduziert werden. Sowohl bei topischer Anwendung (5–15 % Ascorbylglucosid) als auch bei oraler Einnahme (500 mg/Tag) ist seine Wirkung hinsichtlich beider Mechanismen belegt. Vitamin B12, ein Cofaktor der zellulären Methylierung, wird in „Augenkontur“-Nahrungsergänzungsmitteln aufgrund seiner Wirkung auf die zelluläre Energie im Bereich um die Augenhöhle und die nächtliche Regeneration der Mikrozirkulation eingesetzt.
Korrektur-Make-up ist die sofortige Lösung als Ergänzung zu aktiven Behandlungen. Das Prinzip der Farbkorrektur: Ein lachs-aprikosenfarbener Concealer (warme Töne) neutralisiert bläuliche, durchblutungsbedingte Augenringe nach dem Farbrad (Blau + Orange = neutral), bevor die Grundierung aufgetragen wird. Ein hautfarbener, beiger Concealer deckt pigmentbedingte Augenringe ohne vorherige Neutralisierung ab. Die BB-Creme (z. B. Erborian BB Eye) vereint leichte Korrektur und aktive Pflege (Hyaluronsäure, Pflanzenextrakte) – ideal für leichte Augenringe im Alltag. Der entscheidende Schritt: Mit dem Ringfinger durch sanftes Klopfen auftragen (mit möglichst geringem Druck auf die empfindliche Haut um die Augen), niemals horizontal verstreichen.