Was versteht man unter der Vorbereitungsphase?
Unter „Vorbereitung auf die Schwangerschaft “ versteht man den Zeitraum vor der geplanten Schwangerschaft, in der Regel die 3 bis 6 Monate vor den ersten Versuchen, schwanger zu werden. Dazu gehören:
- Medizinische Vorbereitung: Gesundheitscheck, Vorsorgeuntersuchungen, Behandlung von Grunderkrankungen
- Optimierung des Lebensstils: Ernährung, Schlaf, körperliche Aktivität, Stressbewältigung
- Gezielte Ergänzung mit essenziellen Vitaminen und Mineralstoffen
- Anpassung laufenderBehandlungen in Absprache mit dem Arzt
- Psychologische und emotionale Vorbereitung des Paares
- Gemeinsames Vorgehen unter Einbeziehung der werdenden Mutter und des werdenden Vaters
Diese Phase betrifft sowohl die weibliche als auch die männliche Fruchtbarkeit: Ein Kinderwunsch wird gemeinsam vorbereitet, um die Voraussetzungen zu optimieren. Um die nächsten Schritte besser zu verstehen, lesen Sie unsere Leitfäden zur Empfängnis.
Warum sollte man sich schon im Vorfeld auf die Empfängnis vorbereiten?
Mehrere dokumentierte Vorteile rechtfertigen diese Vorbereitung:
- Verringerung des Risikos geburtshilflicher Komplikationen
- Optimierung der Chancen auf eine spontane Empfängnis
- Verringerung des Risikos für fetale Fehlbildungen (insbesondere des Neuralrohrs durch Folsäure)
- Bessere Verträglichkeit des ersten Trimesters durch frühzeitige Behebung von Mangelzuständen
- Ausgleich chronischer Erkrankungen vor der Schwangerschaft (Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsenerkrankungen)
- FrühzeitigeAnpassung der Medikamentendosis
- Aktualisierung der Impfungen (Röteln, Keuchhusten)
- Vorausschauende gynäkologisch-geburtshilfliche Betreuung
Internationale Empfehlungen (WHO, ANSM, HAS) betonen die Bedeutung einer Vorbereitung vor der Empfängnis, insbesondere für Frauen mit Vorerkrankungen oder Risikofaktoren.
Welche wichtigen Schritte sind vor der Empfängnis zu beachten?
Diese Phase umfasst mehrere Maßnahmen:
- Ärztliche Beratung vor der Schwangerschaft: umfassende Untersuchung durch den Hausarzt oder den Gynäkologen
- Serologische Untersuchung: Röteln, Toxoplasmose, Windpocken, Syphilis, HIV, Hepatitis, CMV
- Einnahme von Folsäure (400 µg/Tag) mindestens 1 bis 3 Monate vor der Empfängnis und bis zur 12. Woche der Amenorrhö
- Aktualisierung des Impfstatus gemäß den Empfehlungen
- Einstellung auf einen gesunden Lebensstil: ausgewogene Ernährung, moderate körperliche Aktivität, Stressbewältigung
- Verzicht auf Tabak und Alkohol, Einschränkung des Koffeinkonsums
- Überprüfung der laufenden Behandlungen (Verträglichkeit mit einer geplanten Schwangerschaft)
- Bewertung von Umwelt- undBerufsrisiken
- Zahnärztliche Untersuchung vor der Schwangerschaft
- Gewichtskontrolle und gegebenenfalls Anpassung
Diese gemeinsame Vorbereitung des Paares maximiert die Chancen auf eine harmonische Schwangerschaft.
Wie lässt sich die Fruchtbarkeit auf natürliche Weise verbessern?
Es gibt verschiedene Faktoren, die die Fruchtbarkeit des Paares fördern:
- Ausgewogenes Körpergewicht: Ein BMI zwischen 18,5 und 25 fördert die Fruchtbarkeit (Übergewicht und Untergewicht können den Eisprung stören)
- Regelmäßige,moderate körperliche Aktivität ohne Überanstrengung
- Stressbewältigung: Entspannungstechniken, Yoga, Meditation, Sophrologie
- Guter Schlaf von 7 bis 9 Stunden pro Nacht
- Kenntnis des Menstruationszyklus, um das fruchtbare Zeitfenster zu erkennen
- Ovulationstests, um die günstigen Zeiträume besser zu bestimmen
- Vermeidung von endokrinen Disruptoren: Kosmetika, Kunststoffe, Pestizide, synthetische Duftstoffe
- Gezielte Nahrungsergänzungsmittel auf pharmazeutische Empfehlung hin: Zink, Selen, Vitamin E als Antioxidantien, Omega-3
- AusreichendeFlüssigkeitszufuhr (1,5 bis 2 l/Tag)
Auch Männer profitieren von einer solchen Vorbereitung: Die Spermatogenese dauert 70 bis 90 Tage, was eine Optimierung bereits 3 Monate vor der geplanten Empfängnis rechtfertigt. In unserer Abteilung für Fruchtbarkeit finden Paare eine Auswahl an Produkten.
Welche Untersuchungen werden vor der Empfängnis empfohlen?
Je nach Profil und Vorgeschichte können verschiedene Untersuchungen vorgeschlagen werden:
- Allgemeines Blutbild: Blutbild, Ferritin, Blutzucker
- Infektionsserologie: Röteln, Toxoplasmose, Windpocken, Syphilis, HIV, Hepatitis B und C, CMV
- Hormonstatus: TSH (Schilddrüse), Prolaktin, FSH/LH je nach Kontext
- Zervikalabstrich gemäß dem Vorsorgeplan
- Genetische Untersuchung bei besonderer familiärer Vorbelastung (Mukoviszidose, Sichelzellenanämie, Hämophilie)
- Umfassendegynäkologische Untersuchung
- Beckenultraschall je nach Indikation
- Spermogramm für den Partner bei Verdacht oder Vorerkrankungen
- Kardiovaskuläre Untersuchung bei Vorliegen von Risikofaktoren (Bluthochdruck, Diabetes, Adipositas)
- Zahnärztliche Untersuchung und Behandlung eventueller Karies
Die Beratung vor der Schwangerschaft bietet die Gelegenheit, diese Untersuchungen mit Ihrem Arzt zu besprechen und die notwendigen Termine zu vereinbaren.
Welche Ernährung fördert die Fruchtbarkeit?
Die Ernährung spielt eine anerkannte Rolle bei der Vorbereitung auf die Empfängnis:
- Grünes Blattgemüse: Spinat, Feldsalat, Brokkoli (Folsäure, Magnesium, Eisen)
- Verschiedene frische Obstsorten, reich an Antioxidantien und Vitamin C
- Vollkorngetreide: Vollkornbrot, Vollkornreis, Quinoa, Hafer
- Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, Bohnen (Folsäure, pflanzliches Eiweiß)
- Mageres Eiweiß: Geflügel, Fisch, Eier, Hülsenfrüchte
- Fettreicher Fisch zweimal pro Woche wegen der Omega-3-Fettsäuren (Lachs, Makrele, Sardinen)
- Ölfrüchte: Walnüsse, Mandeln, Kürbiskerne
- HochwertigeMilchprodukte oder alternative Kalziumquellen
- Flüssigkeitszufuhr mit stillem Wasser, Kräutertees ohne kontraindizierte Pflanzen
- Koffein auf 200 mg/Tagbegrenzen
- Einschränkung von schnell verfügbaren Zuckern, hochverarbeiteten Lebensmitteln und Transfettsäuren
- Vermeidung von endokrinen Disruptoren in Lebensmitteln (Bisphenole in erhitzten Kunststoffbehältern)
Die mediterrane Ernährungsweise wird oft empfohlen, da sie eine ausgewogene Ernährung bietet, die die reproduktive Gesundheit fördert.
Welche Rolle spielt der Schlaf für die Fruchtbarkeit?
Der Schlaf beeinflusst direkt die Hormonproduktion:
- Geschlechtshormone, die während des Tiefschlafs reguliert werden (LH, FSH, Prolaktin, Melatonin)
- Chronischer Schlafmangel geht mit Störungen des Menstruationszyklus einher
- Melatonin: wirkt als Antioxidans und spielt eine Rolle bei der Eizellqualität
- Cortisol und chronischer Stress werden durch schlechten Schlaf verstärkt
- Empfehlung: 7 bis 9 Stunden pro Nacht, regelmäßige Schlafenszeiten
- Schlafhygiene: Vermeidung von Bildschirmen vor dem Schlafengehen, kühles und dunkles Schlafzimmer, beruhigende Abendroutine
- Einschränkung des Koffeinkonsums nach 14 Uhr und des Alkoholkonsums am Abend
- Körperliche Aktivität tagsüber, niemals spät am Abend
Die Gewährleistung eines guten Schlafs ist ein einfacher und wirksamer Hebel bei der Vorbereitung auf eine Schwangerschaft, der oft vernachlässigt wird.
Tabak und Alkohol: Welche Auswirkungen haben sie auf die Fruchtbarkeit?
Tabak undAlkohol gehören zu den wichtigsten Faktoren, die die Fruchtbarkeit beeinträchtigen:
Tabak:
- Weibliche Fruchtbarkeit: Beeinträchtigung der Eizellreserve, vorzeitige Alterung der Eizellen, Verlängerung der Zeit bis zur Empfängnis
- Männliche Fruchtbarkeit: Verminderung der Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie der Spermien
- Erhöhtes Risiko für Fehlgeburten, Eileiterschwangerschaften und geburtshilfliche Komplikationen
- Passivrauchen ist ebenfalls schädlich
- Idealerweise 3 bis 6 Monate vor der geplanten Schwangerschaftmit dem Rauchen aufhören (Tabac Info Service: 3989)
Alkohol:
- Hormonelle Störungen bei Männern und Frauen
- Beeinträchtigung der Qualität der Keimzellen
- Erhebliches teratogenes Risiko: keine bekannte Sicherheitsschwelle während der Schwangerschaft
- Strikter Verzicht ab dem Zeitpunkt der geplanten Schwangerschaftempfohlen
- Mögliche Unterstützung durch einen Suchtmediziner (Alkohol-Info-Service: 0 980 980 930)
Auch Freizeitdrogen (Cannabis, Kokain usw.) sollten vor und während der Schwangerschaft vermieden werden, da ihre Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit und die Entwicklung des Fötus gut dokumentiert sind.
Wann sollte man einen Fertilitätsspezialisten aufsuchen?
In mehreren Situationen ist eine fachärztliche Beratung angebracht:
- Ausbleiben einer Schwangerschaft nach 12 Monaten regelmäßigem, ungeschütztem Geschlechtsverkehr (6 Monate ab dem 35. Lebensjahr)
- Sehr unregelmäßige Menstruationszyklen oder Amenorrhö
- Persönliche Vorgeschichte: Endometriose, polyzystisches Ovarialsyndrom, Beckeninfektionen, Operationen im Bauch- und Beckenbereich
- Familienanamnese mit Fruchtbarkeitsstörungen
- Vorgeschichte des Partners: Kryptorchismus, Varikozele, Hodenoperationen, komplizierte Mumpserkrankung
- Wiederholte Fehlgeburten (≥ 3)
- Chronische Erkrankungen: Diabetes, Schilddrüsenfehlfunktion, Autoimmunerkrankungen
- FortgeschrittenesAlter der Mutter (≥ 35 Jahre)
- Berufliche Exposition gegenüber Giftstoffen
Der Hausarzt oder Gynäkologe ist der erste Ansprechpartner. Je nach Befund kann eine Überweisung an ein Zentrum für medizinisch unterstützte Fortpflanzung (MAF) vorgeschlagen werden, um eine eingehende Untersuchung des Paares durchzuführen (Spermogramm, Hormonuntersuchung, Hysterosalpingographie, Beckenultraschall). Der Behandlungsverlauf erfolgt in einem medizinischen und psychologischen Rahmen, der auf die jeweilige Situation zugeschnitten ist.