Die Vaginalflora ist eines der spezifischsten und am besten charakterisierten Mikrobiome des Menschen. Ihre Zusammensetzung hat direkten Einfluss auf das Wohlbefinden im Intimbereich, den Schutz vor Infektionen und die reproduktive Gesundheit. Die Wissenschaft unterteilt sie heute in mehrere unterschiedliche Typen (CST – Community State Types), von denen jeder ein unterschiedliches Risiko für eine Dysbiose aufweist. Entdecken Sie unser Sortiment für vaginale Beschwerden und intimes Wohlbefinden.
Die Typen der vaginalen Mikrobiota (CST)?
Die CST-Klassifizierung (Community State Types) identifiziert fünf Haupttypen des vaginalen Mikrobioms – ein bedeutender Fortschritt in der Forschung zur vaginalen Mikrobiomik.
- CST I: Dominanz von Lactobacillus crispatus – der Typ mit dem höchsten Schutzniveau, sehr saurer pH-Wert (3,5–4,0), geringeres Risiko für Vaginose und Infektionen
- CST II: Dominanz von Lactobacillus gasseri – mittlerer Schutz
- CST III: Dominanz von Lactobacillus iners – der instabilste Typ, kann schnell in eine bakterielle Vaginose umschlagen
- CST IV: vielfältiges Mikrobiom ohne Lactobacillus-Dominanz – der Typ, der am stärksten mit bakterieller Vaginose, Infektionen und einem erhöhten Risiko der Übertragung von sexuell übertragbaren Krankheiten assoziiert ist
- CST V: Dominanz von Lactobacillus jensenii – Schutz ähnlich wie bei CST I
- Die CST-Zusammensetzung variiert je nach ethnischer Zugehörigkeit, Hormonhaushalt, Sexualverhalten und Ernährung
L. crispatus vs. L. iners: Was ist der Unterschied?
Die beiden dominanten Lactobacillus-Arten weisen sehr unterschiedliche schützende Eigenschaften auf.
- L. crispatus: produziert zwei Arten von Milchsäure (D und L) + Wasserstoffperoxid — optimale chemische Barriere gegen Candida, anaerobe Bakterien der Vaginose und E. coli bei Blasenentzündungen
- L. iners: produziert nur L-Milchsäure, kein H₂O₂ – weniger wirksamer Schutz, der bei Störungen (Geschlechtsverkehr, Antibiotika, Menstruation) schnell nachlassen kann
- Ein von L. crispatus (CST I) dominiertes Mikrobiom ist das Ziel probiotischer Maßnahmen zur Förderung der vaginalen Gesundheit
- Probiotika mit L. rhamnosus GR-1 + L. reuteri RC-14 haben gezeigt, dass sie L. crispatus bei oraler Einnahme wiederherstellen können
Vaginale Mikrobiota und reproduktive Gesundheit?
Die Zusammensetzung des vaginalen Mikrobioms hat direkten Einfluss auf die reproduktive Gesundheit – ein Zusammenhang, der zunehmend belegt wird.
- Fruchtbarkeit: Ein von L. crispatus dominiertes Mikrobiom ist mit besseren Erfolgsraten bei der IVF (In-vitro-Fertilisation) verbunden – Paare, die sich einer assistierten Reproduktion unterziehen, profitieren von einer Untersuchung des vaginalen Mikrobioms
- Schwangerschaft: Eine unbehandelte bakterielle Vaginose ist mit einem erhöhten Risiko für vorzeitigen Blasensprung und Frühgeburt verbunden – Vorsorgeuntersuchungen und Behandlung sind unerlässlich
- Neonatale Übertragung: Das vaginale Mikrobiom (idealerweise CST I) besiedelt das Darmmikrobiom des Säuglings bei einer vaginalen Entbindung
- STI (sexuell übertragbare Infektionen): CST IV (ohne Lactobacillus-Dominanz) erhöht die Anfälligkeit für HPV, HIV und Chlamydien
Diagnostische Tests der vaginalen Mikrobiota?
Diagnostische Verfahren ermöglichen es, die Zusammensetzung des vaginalen Mikrobioms objektiv zu erfassen und Maßnahmen darauf abzustimmen.
- Vaginaler pH-Wert: der am leichtesten zugängliche Test – pH-Papier in der Apotheke erhältlich; pH- < 4,5 : microbiome lactobacillaire sain ; pH > r 4,5: Verdacht auf Vaginose
- Amin-Test (Whiff-Test): Zugabe von KOH zu den Sekreten – Fischgeruch = bestätigte bakterielle Vaginose
- Metagenomische Analyse des Vaginalsekrets: Kartierung der Arten, CST-Klassifizierung – im Labor auf Rezept oder als Selbsttest-Kit erhältlich
- Papanicolaou-Abstrich: kann das Vorhandensein von Gardnerella vaginalis (Indikator für eine Vaginose) nachweisen – im Rahmen der gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung
- Die Ergebnisse sollten immer gemeinsam mit einem Gynäkologen oder Hausarzt ausgewertet werden
Probiotika und Unterstützung der Vaginalmikrobiota?
Probiotische Ansätze für die vaginale Mikrobiota lassen sich in zwei sich ergänzende Wege unterteilen.
- Orale Einnahme (L. rhamnosus GR-1 + L. reuteri RC-14): Besiedlung der Vagina über den Darm-Perineal-Weg – in mehreren RCT-Studien dokumentiert; systemische Wirkung auf den gesamten Urogenitaltrakt
- Lokale vaginale Verabreichung (Vaginalzäpfchen, Kapseln): direkte Wirkung am Ort des Geschehens, schnelle Wiederherstellung des pH-Werts – siehe Vaginalgele
- Nach einer Antibiotikatherapie: Phase mit erhöhtem Risiko für ein Ungleichgewicht – Milchsäurebakterien ab dem ersten Tag, 1-monatige Kur
- In den Wechseljahren: Int impflege und lokale Probiotika unterstützen die Schleimhaut bei Östrogenmangel
- Siehe auch unser Sortiment für Harnkomfort – dokumentierter Zusammenhang zwischen vaginalem Mikrobiom und Vorbeugung von Blasenentzündungen