Lampenfieber ist eine Form situativer und punktueller Angst, die speziell vor einem öffentlichen Auftritt auftritt – sei es bei einer Prüfung, einer Rede, einem Vorstellungsgespräch, einem Sport- oder einem künstlerischen Wettkampf. Er äußert sich durch körperliche Symptome (Schweißausbrüche, Herzklopfen, Zittern, trockener Mund) und kognitive Symptome (Konzentrationsschwierigkeiten, Gedächtnislücken, rasende Gedanken). Im Gegensatz zur chronischenAngst – einem diffusen und anhaltenden Zustand, der ohne erkennbaren äußeren Auslöser auftreten und den Alltag dauerhaft beeinträchtigen kann – ist Lampenfieber zeitlich und räumlich begrenzt: Es tritt vor einem bestimmten Ereignis auf und lässt nach, sobald dieses begonnen oder beendet ist. Es handelt sich um eine normale physiologische Reaktion des sympathischen Nervensystems auf eine Leistungsherausforderung, die sogar zu einem positiven Motor für Konzentration und Energie werden kann, wenn sie richtig kanalisiert wird.
Lampenfieber entsteht in der Regel durch eine Kombination identifizierbarer Faktoren: Angst vor dem Scheitern oder vor der Beurteilung durch andere, mangelndes Vertrauen in die eigene Vorbereitung, eine Situation, die als wichtig für das Selbstwertgefühl empfunden wird, oder eine vergangene negative Erfahrung in einer ähnlichen Situation. Es gibt verschiedene Strategien, die die Intensität des Lampenfiebers im Vorfeld deutlich verringern:
Am Tag selbst verringert ein kurzer Austausch mit dem Publikum oder den Anwesenden vor dem Beginn das Gefühl der Isolation, und die Konzentration auf den Ablauf der Aufgabe statt auf das Endergebnis mindert den selbst auferlegten Druck.
Zur punktuellen Anwendung vor einem stressigen Ereignis bieten mehrere natürliche Wirkstoffe eine schnelle und geeignete Linderung. Die Passionsblume (EMA: gut etablierte Anwendung) lindert akute Angstzustände, ohne übermäßige Schläfrigkeit oder eine ausgeprägte beruhigende Wirkung hervorzurufen, wodurch sie mit der anschließenden Leistung vereinbar ist – bei punktueller Einnahme in der Stunde vor dem Ereignis. Die Kamille (als Kräutertee oder Extrakt) wirkt sanft beruhigend auf das Nervensystem und ist daher in den Stunden vor dem Ereignis hilfreich. Baldrian (EMA: etablierte Anwendung) eignet sich eher für die regelmäßige Einnahme in den Tagen vor dem Ereignis als für die unmittelbare Einnahme, da seine beruhigende Wirkung für den Einsatz unmittelbar vor einer Leistung zu stark sein kann.
Aus ernährungsphysiologischer Sicht verringert Magnesiumbisglycinat (300 mg/Tag als vorbeugende Kur einige Tage vor dem Termin) die neuromuskuläre Übererregbarkeit, die für das Zittern und Herzklopfen im Zusammenhang mit Lampenfieber verantwortlich ist. Bei wiederkehrendem und behinderndem Lampenfieber, das die schulischen, beruflichen oder sozialen Leistungen erheblich beeinträchtigt, kann die Begleitung durch einen Psychotherapeuten – insbesondere mithilfe von Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie – dabei helfen, die zugrunde liegenden Denkmuster zu erkennen und nachhaltige Bewältigungsstrategien zu entwickeln.