Was versteht man unter einer ausgewogenen täglichen Körperpflege?
Beider täglichen Körperpflege gilt es, das richtige Gleichgewicht zu finden – weder zu wenig noch zu viel. Die Produkte, die Handgriffe und die Häufigkeit müssen an den Hauttyp, die Aktivitäten und die Jahreszeit angepasst sein. Informationen zu den regelmäßigen Ritualen (Duschen, Haarewaschen) finden Sie auf unserer Seite zur Körperpflege, und zur Auswahl der Produkte (Seifen, Deos) auf unserer Seite zur Hygiene.
Welche Hygienefehler schädigen die Haut, ohne dass man es merkt?
Die meisten Probleme mit trockener, empfindlicher oder gereizter Haut sind auf eine zu aggressive Hygiene zurückzuführen – nicht auf mangelnde Hygiene.
- Zu heißes Wasser: Übermäßige Hitze löst den schützenden Lipidfilm auf – die Haut spannt, schält sich und wird empfindlich – daher stets lauwarmes Wasser verwenden
- Seifen mit zu vielen Reinigungsstoffen (SLS, SLES, hoher pH-Wert): Sie beeinträchtigen das Hautmikrobiom und schwächen die Hautbarriere – wechseln Sie zu Syndets (seifenfreie Reinigungsmittel) oder rückfettenden Produkten für empfindliche Haut
- Mit dem Handtuch reiben: Wiederholtes Reiben reizt empfindliche Haut und ekzembehaftete Stellen – nur sanft abtupfen
- Das Trocknen der Hautfalten vernachlässigen: Mazerationsbereiche (zwischen den Zehen, in den Leistenbeugen, unter der Brust) sind am stärksten anfällig für Pilzinfektionen – nach jedem Duschen sorgfältig abtrocknen
- Gemeinsame Nutzung persönlicher Hygieneartikel (Handtücher, Rasierer, Wäsche) – direkte Übertragung von Hautpilzen und Bakterien
- Die Zahnbürste nicht zu lange verwenden: alle 3 Monate oder nach einer HNO-Infektion austauschen
Kann man sich zu oft waschen und welche Auswirkungen hat das auf die Haut?
Ja – übertriebene Hygiene ist ein echtes dermatologisches Problem, vor allem bei Menschen mit Angstzuständen oder atopischer Haut.
Mehrmaliges Waschen pro Tag mit schäumenden Produkten zerstört den Hydrolipidfilm und das schützende Hautmikrobiom. Die Haut reagiert darauf mit einer erhöhten Talgproduktion (fettige Haut) oder mit einer Überreaktivität (trockene und atopische Haut). Bei empfindlicher Haut reicht eine lauwarme Dusche pro Tag aus – im Winter ist bei sehr trockener Haut manchmal sogar alle zwei Tage besser.
Wie lässt sich die tägliche Körperpflege umweltfreundlicher gestalten, ohne dabei auf Wirksamkeit zu verzichten?
Umweltfreundliche Alternativen sind heute genauso wirksam wie herkömmliche Produkte – und werden oft besser von der Haut vertragen.
- Feste Seifen: ohne Plastikverpackung, ohne SLS, mit rückfettenden Formeln oder Tonerde – 3–4-mal längere Lebensdauer als flüssiges Duschgel
- Feste Shampoos: Reduzieren den Wasseranteil (bis zu 80 % der Zusammensetzung eines flüssigen Shampoos) und die Verpackung — auf den Haartyp abstimmen, um eine seborrhoische Übergangsphase zu vermeiden
- Wasserverbrauch reduzieren: maximal 5 Minuten duschen, Wasserhahn beim Zähneputzen zudrehen – zwei einfache Maßnahmen, die den Wasser-Fußabdruck deutlich verringern
- Multifunktionsprodukte: 2-in-1 für Körper und Haare, Gesichts- und Körperreiniger – weniger Artikel, weniger Verpackungen, geringeres Risiko einer Überschneidung von Inhaltsstoffen
- Nachfüllpackungen und wiederverwendbare Flaschen: In Drogerien zunehmend für Pflegeserien erhältlich
Hygiene auf Reisen: Welche Dinge sollten Sie unbedingt mitnehmen?
Reisen sollte die Routine nicht beeinträchtigen – sondern sie sinnvoll vereinfachen.
- Reiseformate (TSA-konform ≤ 100 ml): Wählen Sie zertifizierte Bio-Produkte ohne umstrittene Inhaltsstoffe, um das hochwertige Kulturbeutel nicht unnötig zu belasten
- Hydroalkoholisches Gel mit ≥ 60 % Alkohol: unverzichtbar, wenn Wasser und Seife nicht verfügbar sind – Ergänzung zum Waschen, kein Ersatz
- Biologisch abbaubare, alkoholfreie und parfümfreie Reinigungstücher: für das Gesicht und empfindliche Hautpartien
- Zahnbürste und feste Zahnpasta: kompaktes Format, ohne Auslaufgefahr in der Kulturtasche
- Sonnencreme: Hautpflege bei Sonneneinstrahlung – LSF je nach Reiseziel und Hauttyp – alle 2 Stunden bei Sonneneinstrahlung erneut auftragen