Was ist eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)?
Die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychiatrische Störung, die entstehen kann, nachdem man ein traumatisches Ereignis erlebt, miterlebt oder davon erfahren hat, das das Leben oder die körperliche Unversehrtheit bedroht hat. Sie unterscheidet sich von der akuten Stressreaktion (< 1 Monat) durch ihre Dauerhaftigkeit und ihre anhaltenden Auswirkungen auf die Funktionsfähigkeit. Eine PTBS erfordert die Behandlung durch eine spezialisierte medizinische Fachkraft. Wenn Sie sich in einer Notlage befinden, steht Ihnen die Nummer 3114 (nationale Hotline, rund um die Uhr) sofort zur Verfügung. Informationen zur akuten Traumareaktion finden Sie auf unserer Seite „Emotionaler Schock“. Entdecken Sie unsere Anti-Stress -Produktreihen sowie unsere Stress- und Schlafformeln zur Unterstützung einer therapeutischen Behandlung.
- DSM-5-Kriterien für PTBS: Konfrontation mit einem traumatischen Ereignis (tatsächlicher oder drohender Tod, schwere Verletzung, sexuelle Gewalt) – entweder direkt, als Zeuge, durch die Nachricht von einem nahestehenden Menschen oder durch wiederholte Konfrontation mit Details (Pflegekräfte, Rettungskräfte, Journalisten) – Symptome, die länger als 1 Monat andauern und erhebliche funktionelle Beeinträchtigungen zur Folge haben
- 4 Symptomcluster (DSM-5): aufdringliche Wiedererlebnisse (Flashbacks, Albträume, Leid bei Reizen, die an das Trauma erinnern) — Vermeidung (von Gedanken, Personen, Orten, Situationen, die mit dem Trauma in Verbindung stehen) — kognitive und emotionale Veränderungen (anhaltende negative Überzeugungen, intensive negative Emotionen, Gefühl der Entfremdung, Scham, Schuldgefühle) — Hyperaktivierung (Hypervigilanz, übermäßige Schreckreaktionen, Reizbarkeit, rücksichtsloses Verhalten, Schlafstörungen)
- Prävalenz und Risikofaktoren: 7–8 % der Allgemeinbevölkerung entwickeln im Laufe ihres Lebens eine PTBS — nicht jedes Trauma führt zu einer PTBS (Schutzfaktoren: starkes soziales Netzwerk, frühzeitige Behandlung) — Risikofaktoren: früheres Trauma, vorbestehende Angststörung, fehlende Unterstützung, Intensität und Dauer des Traumas, zwischenmenschliches Trauma (Gewalt, sexueller Übergriff)
- Neurobiologie der PTBS: Die Amygdala ist überaktiv (verstärkte Angstreaktion) — der präfrontale Kortex ist hypoaktiviert (gestörte emotionale Regulierung) — der Hippocampus ist beeinträchtigt (gestörtes kontextuelles Gedächtnis → nicht in einen Kontext einordbare traumatische Erinnerungen → Wiedererlebnisse) — der Cortisolspiegel weist oft ein abnormales Profil auf (morgens niedrig, Dysregulation)
- PTBS bei Kindern: unterschiedliche Erscheinungsformen — repetitives Spiel, das das Trauma nachstellt — Zeichnungen und Erzählungen des Ereignisses — Verhaltensregression — Trennungsängste — schulische Probleme — Konsultation eines Kinder- und Jugendpsychiaters oder eines auf Kindheitstraumata spezialisierten Psychologen unerlässlich
Standardbehandlungen der PTBS
- EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing): von der WHO und der HAS validierte Standardtherapie bei PTBS – bilaterale Augenbewegungen während der Erinnerung an das traumatische Erlebnis → Desensibilisierung und Aufarbeitung – reduziert die emotionale Intensität der Erinnerung, ohne sie zu löschen — durchschnittlich 8–12 Sitzungen bei einem einfachen Trauma — einen zertifizierten EMDR-Therapeuten finden: emdr-france.org
- Traumaorientierte KVT (Langzeit-Expositionstherapie – PE): wiederholte narrative Konfrontationen mit der traumatischen Erinnerung in einer sicheren Umgebung + schrittweise In-vivo-Konfrontation mit vermiedenen Situationen — reduziert die emotionale Belastung der Erinnerung durch Gewöhnung — kognitive Traumatherapie (KT-T): Umstrukturierung posttraumatischer negativer Überzeugungen („Es ist meine Schuld“, „Ich bin nutzlos“) – von der HAS anerkannt
- Somatic Experiencing (Peter Levine): Arbeit mit den körperlichen Empfindungen des Traumas statt mit der Erzählung — der Körper speichert das Trauma in Form von Restspannungen und erstarrten Abwehrreflexen — schrittweise Lösung durch Mikrobewegungen und Regulierung des autonomen Nervensystems — besonders hilfreich bei Traumata, bei denen eine Verbalisierung schwierig ist
- Medikamente: SSRI (Sertralin, Paroxetin – die einzigen, die in Frankreich eine Zulassung für PTBS haben) — reduzieren die Reaktivität der Amygdala und die damit verbundenen depressiven Symptome — Prazosin (bei schweren Albträumen) — psychiatrische Verschreibung — Medikamente allein heilen die PTBS nicht, sie erleichtern die therapeutische Arbeit
- Behandlungszeitpunkt: Je früher die Behandlung erfolgt (innerhalb der Wochen nach dem Trauma), desto besser ist die Prognose — auch eine seit längerem bestehende PTBS kann wirksam behandelt werden, eine Genesung ist jederzeit möglich — mit einer unbehandelten PTBS nicht allein bleiben → Risiko von Selbstmedikation (Alkohol, Substanzen) und Begleiterkrankungen
Natürliche Nahrungsergänzungsmittel zur therapeutischen Unterstützung
- Omega-3-EPA: die am besten dokumentierten natürlichen Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung bei einer PTBS – sie reduzieren die Neuroinflammation und normalisieren die Reaktion der HHS-Achse – Studien belegen eine Verringerung der PTBS-Symptome und der posttraumatischen Angst — EPA wirkt sich auf die Reaktivität der Amygdala aus — 1–2 g EPA/Tag — wenn möglich bereits in der akuten Phase mit der Einnahme beginnen
- Magnesium: reguliert die NMDA-Rezeptoren, die an der Konsolidierung traumatischer Erinnerungen beteiligt sind — potenziert GABA (bremst die Hyperaktivierung des Angstkreislaufs) — reduziert Hypervigilanz und damit verbundene Schlafstörungen — Bisglycinat 300–400 mg/abends — unverzichtbare Grundlage jeder natürlichen Behandlung von PTBS
- B-Vitamine (B6, B12, B-Komplex): Cofaktoren für die Synthese von Neurotransmittern, die durch posttraumatischen Stress erschöpft sind (Serotonin, Dopamin, Noradrenalin) — B6 + Magnesium in Kombination zur Unterstützung des Serotoninspiegels — Kur von 4–8 Wochen
- Ashwagandha: senkt den Cortisolspiegel und normalisiert den bei PTBS häufig gestörten zirkadianen HHS-Rhythmus — verbessert die Schlafqualität und mindert anhaltende Angstzustände — 300–600 mg KSM-66-Extrakt abends — als Ergänzung zur therapeutischen Behandlung, nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt — entdecken Sie unsere Formeln für Gelassenheit und Wohlbefinden
- Achtsamkeitsmeditation: bei aktiver PTBS mit Vorsicht praktizieren (kann Flashbacks auslösen) — unter Anleitung eines traumatausgebildeten Therapeuten — das traumataangepasste MBSR-Programm verbessert die Fähigkeiten zur emotionalen Regulierung — traumasensitives Yoga, das in Studien zur komplexen PTBS dokumentiert ist
Unterstützung, Ressourcen und Begleitung in Frankreich
- Soziales Netzwerk und Angehörige: Die Unterstützung durch das Umfeld ist ein wichtiger Schutzfaktor – zuhören, ohne zu urteilen, ohne zur Verbalisierung zu drängen – nicht herunterspielen („Das ist Vergangenheit, schau nach vorne“) — das Bedürfnis nach Rückzug respektieren und gleichzeitig weiterhin zur Verfügung stehen — konkrete Hilfe anbieten (Begleitung zu Arztterminen)
- Spezialisierte Ressourcen in Frankreich: France Victimes: 116 006 (europäische Nummer, kostenloser Anruf) — EMDR France: emdr-france.org (Verzeichnis zertifizierter Therapeuten) — Psycom: psycom.org (PTBS-Leitfaden) — AFVT (Französischer Verband der Terrorismusopfer) — Ärzte ohne Grenzen — medizinisch-psychologische Notfallteams (CUMP) nach kollektiven Ereignissen
- Notfälle: 3114 – nationale Suizidpräventionsnummer, rund um die Uhr erreichbar – SAMU 15 bei medizinischen Notfällen – bleiben Sie in akuter Notlage nicht allein
- MonPsy: Teilkostenerstattung für 8 Psychotherapie-Sitzungen pro Jahr (Überweisung durch den Hausarzt erforderlich) — Psychologen mit EMDR- oder TCC-Trauma-Ausbildung sind zu bevorzugen — die CMPP (medizinisch-psycho-pädagogische Zentren) für Kinder und Jugendliche — die CMP (medizinisch-psychologischen Zentren) sind für Erwachsene auf ärztliche Überweisung kostenlos
- Selbsthilfegruppen: Opferhilfevereine — von Fachkräften geleitete Gesprächsgruppen — der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten, die ähnliche Situationen durchlebt haben, kann die Isolation und die Scham verringern, die oft mit einer PTBS einhergehen