Omega-6-Fettsäuren sind essentielle mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Sie sind für die Funktion der Zellmembranen, die Immunantwort und die Hormonregulation notwendig und kommen in der modernen Ernährung reichlich vor – oft in einem im Vergleich zu Omega-3-Fettsäuren übermäßigen Verhältnis. Es geht nicht darum, mehr davon zu sich zu nehmen, sondern das Verhältnis zu den Omega-3-Fettsäuren wieder ins Gleichgewicht zu bringen und hochwertige Formen wie AGL zu bevorzugen.
Was sind Omega-6-Fettsäuren und welche Formen gibt es?
Zu den Omega-6-Fettsäuren gehören mehrere Fettsäuren mit unterschiedlichen Eigenschaften.
- Linolsäure (LS): Vorläufer anderer Omega-6-Fettsäuren, kommt in pflanzlichen Ölen (Sonnenblumen-, Mais-, Sojaöl) vor – in der westlichen Ernährung sehr reichlich vorhanden
- Gamma-Linolensäure (GLA): eine von LA abgeleitete Form, die inNachtkerzen- und Borretschöl vorkommt – wirkt hautberuhigend und unterstützt das Wohlbefinden der Gelenke
- Arachidonsäure (AA): tierische Form, Bestandteil der Zellmembranen und Vorläufer von Botenstoffen, die an der Immunantwort beteiligt sind
Welche Vorteile haben Omega-6-Fettsäuren für den Körper?
In angemessener Menge und bei einem guten Omega-6-zu-Omega-3-Verhältnis tragen Omega-6-Fettsäuren zu mehreren wesentlichen Funktionen bei.
- Zellmembranen: Sie tragen zur Fluidität und Permeabilität der Membranen bei, die für den Zellstoffwechsel notwendig sind
- Immunsystem: Sie spielen eine Rolle bei der physiologischen Entzündungsreaktion auf Infektionen und Verletzungen
- Haut: AGL trägt zum Hautwohlbefinden bei – nützlich bei trockener Haut und bei Menschen, die zuEkzemen neigen
- Hormonhaushalt: Sie sind an der Synthese von Prostaglandinen beteiligt, die den Menstruationszyklus regulieren
- Gehirnfunktionen: AA ist ein struktureller Bestandteil des Gehirns und an der Nervenübertragung beteiligt
AGL als Nahrungsergänzung: Nachtkerze und Borretsch?
Eine Omega-6-Supplementierung ist selten notwendig, da Omega-6 in der Ernährung reichlich vorhanden ist.AGL hingegen kann gezielt ergänzt werden.
- Nachtkerzenöl: anerkannte AGL-Quelle zur Unterstützung des Hautwohlbefindens, der Gelenkbeweglichkeit und des hormonellen Gleichgewichts bei Frauen
- Borretschöl: höherer AGL-Gehalt als Nachtkerzenöl – besonders geschätzt für die Hautfeuchtigkeit und das Gelenkwohlbefinden
- Diese Formulierungen werden häufig mit Vitamin E kombiniert, um die Fettsäuren vor Oxidation zu schützen
- Vorsichtsmaßnahmen: Nicht empfohlen bei Epilepsie (Nachtkerzenöl) sowie während der Schwangerschaft ohne ärztlichen Rat
Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3: Wie lässt es sich ausgleichen?
Das ideale Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3 wird auf 3:1 bis 5:1 geschätzt. Die westliche Ernährung erreicht oft ein Verhältnis von 15:1 bis 20:1, was einen prooxidativen und proinflammatorischen Grundzustand begünstigt.
- Den übermäßigen Verzehr von Omega-6-reichen Ölen reduzieren: Sonnenblumen-, Mais- und Sojaöl – zugunsten von Raps- oder Olivenöl
- Die Omega-3-Zufuhr erhöhen: fetter Fisch (Sardinen, Makrelen, Lachs), Leinsamen, Rapsöl
- Fettes Fleisch und Wurstwaren (reich an entzündungsförderndem AA) reduzieren
- Eine Omega-3-Supplementierung (EPA/DHA) ist oft wirksamer als die Reduzierung von Omega-6-Fettsäuren, um das Verhältnis zu verbessern
Auswirkungen eines Überschusses oder Mangels an Omega-6-Fettsäuren?
Beide Extreme beeinträchtigen das physiologische Gleichgewicht.
- Übermaß an Omega-6 (ohne ausreichende Omega-3-Zufuhr): begünstigt einen prooxidativen Grundzustand, kann zu chronischer Müdigkeit und Störungen des Immunsystems beitragen
- Omega-6-Mangel (selten): trockene und schuppige Haut, brüchige Kapillaren, Energieverlust – insbesondere bei Fettmalabsorption oder sehr restriktiver Ernährung
- In der Praxis sind Omega-6-Mängel äußerst selten – der Omega-3-Mangel ist das vorherrschende Problem in der westlichen Ernährung