Eine Nierenkolik ist ein akuter, starker Schmerz im Lendenbereich, der durch die Blockade eines Nierensteins in den Harnwegen verursacht wird. Die Dehnung der stromaufwärts gelegenen Niere löst einen besonders heftigen Schmerz aus, der oft als einer der stärksten überhaupt beschrieben wird (Empfehlungen der HAS und der AFU).
Sie tritt innerhalb weniger Minuten ohne erkennbaren Auslöser auf und stellt einen medizinischen Notfall dar, der eine rasche Behandlung erfordert. Für die Nierensteinerkrankung im Allgemeinen stehen zusätzliche Informationsquellen zur Verfügung.
Mehrere charakteristische Anzeichen weisen auf die Diagnose hin:
Das Fehlen von Fieber schließt einen schweren Verlauf nicht aus; Fieber, Schüttelfrost oder ein septisches Krankheitsbild erfordern hingegen eine dringende ärztliche Konsultation (15 oder 112).
Bei einem akuten Anfall sind mehrere Maßnahmen erforderlich:
Die Selbstmedikation mit NSAR bei älteren Menschen, Diabetikern, Patienten mit Niereninsuffizienz oder bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulanzien oder Kortikosteroiden erfordert unbedingt ärztlichen Rat. Für Schmerzen undNiereninsuffizienz im Allgemeinen gibt es spezifische Informationsquellen.
Nach einem ersten Anfall liegt das Rezidivrisiko laut den Empfehlungen der AFU nach 5 Jahren bei 50 %. Mehrere Maßnahmen senken dieses Risiko:
Eine Analyse des entnommenen Steins ermöglicht eine gezielte Anpassung der vorbeugenden Maßnahmen. Fürdie Flüssigkeitszufuhr und Magnesium im Allgemeinen stehen spezifische Informationsquellen zur Verfügung.
In mehreren Situationen ist eine dringende Konsultation oder sogar ein Notruf unter der Nummer 15 erforderlich:
Der Notarzt führt eine Beurteilung durch, ordnet Untersuchungen an (Blutuntersuchungen, Urinuntersuchung, Ultraschall oder CT) und überweist den Patienten je nach Situation an einen Urologen (extrakorporale Stoßwellenlithotripsie, Ureteroskopie). Ihr Apotheker ist weiterhin ein wertvoller Ansprechpartner, um ergänzend zur urologischen Betreuung vorbeugende Maßnahmen im Alltag zu empfehlen und Warnzeichen zu erkennen. Für Blasenentzündungen im Allgemeinen stehen spezifische Informationsquellen zur Verfügung.