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Milchsäure: Ein sanftes AHA für trockene und empfindliche Haut

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Was ist Milchsäure und welche Rolle spielt sie in der Kosmetik?

Milchsäure ist eine Alpha-Hydroxysäure (AHA), die natürlicherweise in Milch, fermentierten Milchprodukten und bestimmten Früchten vorkommt. Sie entsteht durch die bakterielle Fermentation von Glukose und wird heute in der Kosmetik aufgrund ihrer sanften Peeling-Eigenschaften, ihrer feuchtigkeitsspendenden Wirkung und ihres hautpflegenden Charakters häufig eingesetzt.

Bei der äußerlichen Anwendung hilft Milchsäure dabei, die Zellen der oberflächlichen Hornschicht zu lösen, was zu einem glatteren Hautbild und einem gleichmäßigeren Teint beiträgt. Im Vergleich zu anderen AHA zeichnet sie sich durch eine größere Molekülgröße aus, was ihr Eindringen in die Haut begrenzt und ihre Verträglichkeit verbessert. Sie wird vor allem geschätzt wegen:

  • Feuchtigkeitsversorgung der Haut: Sie trägt dazu bei, Wasser in die oberflächlichen Schichten der Epidermis zu binden und dort zu speichern.
  • Strahlender Teint: Es sorgt für eine strahlender wirkende Haut und trägt dazu bei, den Teint optisch zu vereinheitlichen.
  • Das Erscheinungsbild von Alterszeichen: Es hilft, das Erscheinungsbild von Trockenheitsfältchen zu mildern und die Haut optisch zu glätten.
  • Haut mit oberflächlichen Unregelmäßigkeiten: Es unterstützt sanft die Haut dabei, ihr Hautbild zu verfeinern.

Welche Vorteile hat Milchsäure für die Haut?

Milchsäure wird bei den meisten Hauttypen geschätzt, insbesondere bei trockener, stumpfer oder von oberflächlichen Unregelmäßigkeiten geprägter Haut. Ihre wichtigsten kosmetischen Vorteile:

  1. Sanftes Peeling: Sie fördert die Entfernung oberflächlicher abgestorbener Hautzellen und ist dabei besser verträglich als die meisten anderen AHA-Säuren.
  2. Gleichmäßigeres Hautbild: Sie hilft, das Erscheinungsbild von Hautunreinheiten und Unebenheiten optisch zu mildern.
  3. Glättung des Hautbildes: Es verfeinert das Hautbild und sorgt für ein geschmeidiges Hautgefühl.
  4. Unterstützung der oberflächlichen Erneuerung: Es begleitet den natürlichen Erneuerungsprozess der Hornschicht.
  5. Verbesserte Feuchtigkeitsversorgung: Es trägt dazu bei, die Feuchtigkeit zu bewahren und für ein angenehmes Hautgefühl zu sorgen.

Die Aussagen zur Stimulierung des Hautkollagens durch kosmetische Milchsäure sind zu relativieren: Bei kosmetischer Konzentration und dem pH-Wert des Produkts bleibt die Wirkung hauptsächlich oberflächlich. Bei ausgeprägten Pigmentflecken, starken Aknenarben oder deutlichen Alterszeichen hilft eine dermatologische Beratung dabei, die passenden Lösungen zu finden.

Ist Milchsäure für empfindliche Haut geeignet?

Ja, Milchsäure ist eine der am besten verträglichen AHA-Säuren, auch für empfindliche und reaktive Haut. Ihre größere Molekülgröße begrenzt das Eindringen in die Haut und damit das Risiko von Reizungen. Dennoch sind vor der Einbindung in die Pflegeroutine einige Vorsichtsmaßnahmen unerlässlich:

  • Beginnen Sie mit einer niedrigen Konzentration (etwa 5 %) und steigern Sie diese bei Bedarf schrittweise.
  • Wenden Sie das Produkt in den ersten Wochen maximal 2 bis 3 Mal pro Woche an.
  • Tragen Sie tagsüberstets einen Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 auf – Milchsäure führt zu einer Lichtempfindlichkeit der Haut.
  • Vermeiden Sie bei den ersten Anwendungen die Kombination mit anderen peelenden oder reizenden Wirkstoffen (Retinol, andere AHA, BHA, reines Vitamin C).
  • Führen Sie vor der ersten Anwendung im Gesicht einen 48-stündigen Verträglichkeitstest in der Ellenbeuge durch.

Bei atopischer Haut, Couperose, Rosazea oder sehr empfindlicher Haut sollte kosmetische Milchsäure nur nach Rücksprache mit einem Dermatologen angewendet werden.

Wie lässt sich Milchsäure in die Pflegeroutine integrieren?

Milchsäure ist in verschiedenen kosmetischen Formaten erhältlich: als Seren, Cremes, Gesichtswasser und Peeling-Masken. Die üblichen kosmetischen Konzentrationen liegen zwischen 2 und 10 %. Darüber hinaus betritt man den Bereich der überwachten Peelings, deren Anwendung einem Fachmann vorbehalten ist.

  • Trockene und empfindliche Haut → Bevorzugen Sie ein Serum oder eine Feuchtigkeitscreme mit maximal 5 %, 1 bis 2 Mal pro Woche abends.
  • Normale bis Mischhaut → Wählen Sie ein Serum oder eine Lotion mit 5–8 %, 2- bis 3-mal pro Woche abends.
  • Haut mit mattem oder unebenmäßigem Teint → schrittweise Anwendung mit 5–10 % im Serum, kombiniert mit einer guten Feuchtigkeitspflege.
  • Haut mit oberflächlichen Unreinheiten → Bevorzugen Sie einen sanften und schrittweisen Ansatz und erwägen Sie eine Kombination mit einem BHA, wobei Sie die Anwendung abwechselnd statt gleichzeitig durchführen sollten.

Praktische Tipps: Abends auf die gereinigte und trockene Haut auftragen, einige Minuten warten, bevor eine Feuchtigkeitscreme aufgetragen wird, und morgens stets einen Breitband-Sonnenschutz verwenden.

Milchsäure oder Glykolsäure: Was sind die Unterschiede?

Milchsäure undGlykolsäure gehören beide zur Familie der AHA, weisen jedoch wesentliche Unterschiede auf:

Kriterien Milchsäure Glykolsäure
Molekülgröße Größer, wirkt oberflächlich Kleiner, schnelleres Eindringen in die Haut
Peeling-Wirkung Sanft und schrittweise Stärker
Hautverträglichkeit Für empfindliche Haut geeignet Kann zu Reizungen führen
Feuchtigkeitsspendende Wirkung Ausgeprägt, bindet Feuchtigkeit Unauffälliger
Wichtigste kosmetische Anwendungsgebiete Trockene, empfindliche, stumpfe Haut Normale bis fettige Haut, Zeichen der Hautalterung

Im Vergleich zuSalicylsäure (fettlösliches BHA) ist Milchsäure ein wasserlösliches AHA: Sie wirkt an der Hautoberfläche, während BHA tief in den Talgdrüsenporen wirkt. Beide ergänzen sich, sollten jedoch nicht am selben Abend angewendet werden, um kumulative Reizungen zu vermeiden.

Welches Produkt sollte man wählen?

  • Empfindliche, trockene oder dehydrierte Haut → bevorzugen SieMilchsäure.
  • Normale bis Mischhaut, die einen stärkeren Peeling-Effekt wünscht →Glykolsäure kann in Betracht gezogen werden, nachdem sich die Haut gut daran gewöhnt hat.
  • Fettige, zu Akne neigende Haut mit sichtbaren Poren → Salicylsäure (BHA) ist oft die bessere Wahl.

Ist Milchsäure in Lebensmitteln enthalten?

Ja, Milchsäure entsteht auf natürliche Weise bei der Milchsäuregärung vieler Lebensmittel:

  • Joghurt, Frischkäse und fermentierte Milchprodukte.
  • Kefir, Kombucha, Sauerkraut, Kimchi.
  • Apfelessig, Essiggurken und bestimmte milchsauer vergorene Gemüsesorten.

In der Ernährung ist Milchsäure an sich kein Probiotikum: Es sind die lebenden Milchsäurebakterien in den nicht pasteurisierten fermentierten Produkten, die zum Gleichgewicht der Darmflora beitragen können. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung mit hochwertigen fermentierten Lebensmitteln trägt insgesamt zum Wohlbefinden des Verdauungssystems bei. Bei anhaltenden Verdauungsproblemen wird eine ärztliche Beratung empfohlen.

Welche Nebenwirkungen hat Milchsäure?

Milchsäure wird in den üblichen kosmetischen Konzentrationen im Allgemeinen gut vertragen. Bei unsachgemäßer Anwendung können jedoch verschiedene unerwünschte Wirkungen auftreten:

  • Rötungen, Kribbeln, Hitzegefühl, insbesondere zu Beginn der Anwendung oder bei zu hoher Konzentration.
  • Lichtempfindlichkeit: Erhöhte Empfindlichkeit der Haut gegenüber UV-Strahlung, mit erhöhtem Risiko für Pigmentflecken, wenn nicht konsequent Sonnenschutz verwendet wird.
  • Trockenheit und Spannungsgefühl bei zu häufiger Anwendung.
  • Oberflächliche Schuppenbildung in den ersten Wochen, die jedoch nur leicht sein sollte.
  • Allergische Reaktionen sind selten, aber möglich.

Um diese Effekte zu begrenzen: schrittweise einführen, mit einer niedrigen Konzentration beginnen, nach der Anwendung konsequent Feuchtigkeit spenden, chemische Peelings nicht kombinieren und tagsüber Sonnenschutz auftragen. Besondere Vorsichtsmaßnahmen: Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird eine ärztliche Beratung empfohlen, bevor ein AHA in Kosmetika verwendet wird, selbst in geringer Konzentration. Bei einer ausgedehnten Reaktion (starke Rötung, Juckreiz, Schwellung) muss die Anwendung des Produkts abgebrochen werden. Bei einer systemischen Reaktion (Schwellung im Gesicht, Atembeschwerden) muss die 15 oder die 112 angerufen werden.