Milchsäure ist eine Alpha-Hydroxysäure (AHA), die natürlicherweise in Milch, fermentierten Milchprodukten und bestimmten Früchten vorkommt. Sie entsteht durch die bakterielle Fermentation von Glukose und wird heute in der Kosmetik aufgrund ihrer sanften Peeling-Eigenschaften, ihrer feuchtigkeitsspendenden Wirkung und ihres hautpflegenden Charakters häufig eingesetzt.
Bei der äußerlichen Anwendung hilft Milchsäure dabei, die Zellen der oberflächlichen Hornschicht zu lösen, was zu einem glatteren Hautbild und einem gleichmäßigeren Teint beiträgt. Im Vergleich zu anderen AHA zeichnet sie sich durch eine größere Molekülgröße aus, was ihr Eindringen in die Haut begrenzt und ihre Verträglichkeit verbessert. Sie wird vor allem geschätzt wegen:
Milchsäure wird bei den meisten Hauttypen geschätzt, insbesondere bei trockener, stumpfer oder von oberflächlichen Unregelmäßigkeiten geprägter Haut. Ihre wichtigsten kosmetischen Vorteile:
Die Aussagen zur Stimulierung des Hautkollagens durch kosmetische Milchsäure sind zu relativieren: Bei kosmetischer Konzentration und dem pH-Wert des Produkts bleibt die Wirkung hauptsächlich oberflächlich. Bei ausgeprägten Pigmentflecken, starken Aknenarben oder deutlichen Alterszeichen hilft eine dermatologische Beratung dabei, die passenden Lösungen zu finden.
Ja, Milchsäure ist eine der am besten verträglichen AHA-Säuren, auch für empfindliche und reaktive Haut. Ihre größere Molekülgröße begrenzt das Eindringen in die Haut und damit das Risiko von Reizungen. Dennoch sind vor der Einbindung in die Pflegeroutine einige Vorsichtsmaßnahmen unerlässlich:
Bei atopischer Haut, Couperose, Rosazea oder sehr empfindlicher Haut sollte kosmetische Milchsäure nur nach Rücksprache mit einem Dermatologen angewendet werden.
Milchsäure ist in verschiedenen kosmetischen Formaten erhältlich: als Seren, Cremes, Gesichtswasser und Peeling-Masken. Die üblichen kosmetischen Konzentrationen liegen zwischen 2 und 10 %. Darüber hinaus betritt man den Bereich der überwachten Peelings, deren Anwendung einem Fachmann vorbehalten ist.
Praktische Tipps: Abends auf die gereinigte und trockene Haut auftragen, einige Minuten warten, bevor eine Feuchtigkeitscreme aufgetragen wird, und morgens stets einen Breitband-Sonnenschutz verwenden.
Milchsäure undGlykolsäure gehören beide zur Familie der AHA, weisen jedoch wesentliche Unterschiede auf:
| Kriterien | Milchsäure | Glykolsäure |
|---|---|---|
| Molekülgröße | Größer, wirkt oberflächlich | Kleiner, schnelleres Eindringen in die Haut |
| Peeling-Wirkung | Sanft und schrittweise | Stärker |
| Hautverträglichkeit | Für empfindliche Haut geeignet | Kann zu Reizungen führen |
| Feuchtigkeitsspendende Wirkung | Ausgeprägt, bindet Feuchtigkeit | Unauffälliger |
| Wichtigste kosmetische Anwendungsgebiete | Trockene, empfindliche, stumpfe Haut | Normale bis fettige Haut, Zeichen der Hautalterung |
Im Vergleich zuSalicylsäure (fettlösliches BHA) ist Milchsäure ein wasserlösliches AHA: Sie wirkt an der Hautoberfläche, während BHA tief in den Talgdrüsenporen wirkt. Beide ergänzen sich, sollten jedoch nicht am selben Abend angewendet werden, um kumulative Reizungen zu vermeiden.
Welches Produkt sollte man wählen?
Ja, Milchsäure entsteht auf natürliche Weise bei der Milchsäuregärung vieler Lebensmittel:
In der Ernährung ist Milchsäure an sich kein Probiotikum: Es sind die lebenden Milchsäurebakterien in den nicht pasteurisierten fermentierten Produkten, die zum Gleichgewicht der Darmflora beitragen können. Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung mit hochwertigen fermentierten Lebensmitteln trägt insgesamt zum Wohlbefinden des Verdauungssystems bei. Bei anhaltenden Verdauungsproblemen wird eine ärztliche Beratung empfohlen.
Milchsäure wird in den üblichen kosmetischen Konzentrationen im Allgemeinen gut vertragen. Bei unsachgemäßer Anwendung können jedoch verschiedene unerwünschte Wirkungen auftreten:
Um diese Effekte zu begrenzen: schrittweise einführen, mit einer niedrigen Konzentration beginnen, nach der Anwendung konsequent Feuchtigkeit spenden, chemische Peelings nicht kombinieren und tagsüber Sonnenschutz auftragen. Besondere Vorsichtsmaßnahmen: Während der Schwangerschaft und Stillzeit wird eine ärztliche Beratung empfohlen, bevor ein AHA in Kosmetika verwendet wird, selbst in geringer Konzentration. Bei einer ausgedehnten Reaktion (starke Rötung, Juckreiz, Schwellung) muss die Anwendung des Produkts abgebrochen werden. Bei einer systemischen Reaktion (Schwellung im Gesicht, Atembeschwerden) muss die 15 oder die 112 angerufen werden.