Intimpflege bezeichnet die spezielle Hygiene der äußeren Genitalien. Sie beugt Infektionen vor, erhält den natürlichen pH-Wert der Vaginalflora aufrecht und verhindert Reizungen oder unangenehme Gerüche. Bei Verwendung geeigneter Produkte – mit leicht saurem pH-Wert, parfümfrei und sulfatfrei – ist sie eine wichtige tägliche Gesundheitsmaßnahme für jedes Alter. Die Genitalschleimhaut reinigt sich innerlich von selbst: Die Intimhygiene betrifft nur den äußeren Bereich (die Vulva).
Bei Vaginalduschen wird das Innere der Vagina mit flüssigen Lösungen gespült – eine Praxis, von der Gesundheitsexperten ausdrücklich abraten. Sie zerstören die schützenden Laktobazillen, erhöhen den pH-Wert und begünstigen die Besiedlung durch krankheitserregende Keime, die für Vaginosen und Pilzinfektionen verantwortlich sind. Eine gesunde Intimhygiene beschränkt sich auf die äußere Reinigung der Vulva. Die Vaginalschleimhaut produziert ihre eigenen schützenden Sekrete und reguliert sich ohne äußere Einwirkung selbst.
Mehrere weit verbreitete Gewohnheiten schaden der Intimgesundheit. Die Verwendung eines gewöhnlichen Duschgels oder einer zu alkalischen Seife destabilisiert den pH-Wert. Übermäßiges Waschen – mehr als zweimal täglich – zerstört die natürlichen Schutzsekrete. Die Verwendung von parfümierten Feuchttüchern oder Intim-Deosprays führt zu anhaltenden Scheidenreizungen und allergischen Reaktionen. Diese Fehler sind oft die Ursache für wiederkehrende Ungleichgewichte der Intimflora.
Die Anforderungen an die Intimhygiene variieren je nach Phase des Zyklus. Während der Menstruation steigt der vaginale pH-Wert an und der Ausfluss verändert sich – eine zwei- bis dreimal tägliche Reinigung wird empfohlen, wobei parfümfreie Produkte verwendet werden sollten, um Reizungen der empfindlicheren Schleimhaut zu vermeiden. In der Follikel- und Lutealphase reicht eine tägliche Reinigung aus. Ein leichter Anstieg der Sekrete um den Eisprung herum ist physiologisch bedingt und erfordert keine zusätzliche Reinigung.
Sportler sind aufgrund von Schweiß, Wärme und Reibung durch die Kleidung einem erhöhten Risiko für Reizungen im Intimbereich ausgesetzt. Eine Intimhygiene unmittelbar nach körperlicher Aktivität beugt der Vermehrung von Bakterien und Hefepilzen in einem warmen und feuchten Umfeld vor. Die Verwendung eines milden Waschgels, das Wechseln der Unterwäsche nach dem Sport und das Tragen von Kleidung aus atmungsaktiven Materialien verringern das Risiko von Pilzinfektionen undReizungen nach dem Sport erheblich.
Personen mit empfindlicher Haut im Intimbereich sollten besonders auf die Zusammensetzung der Produkte achten. Die Wahl von Reinigungsmitteln, die seifenfrei, parfümfrei und frei von Farbstoffen sind und mit beruhigenden Wirkstoffen wieAloe Vera oder Kamille angereichert sind, verringert das Risiko von Reaktionen. Die Kennzeichnungen „hypoallergen“ und „dermatologisch getestet“ bieten eine zusätzliche Sicherheit. Bei anhaltenden Reizungen nach der Anwendung eines Produkts sollte unverzüglich auf eine andere Formel umgestiegen werden.
Durch die Schwangerschaft wird der Intimbereich aufgrund hormoneller Veränderungen besonders empfindlich, da sich der pH-Wert verändert und das Infektionsrisiko steigt. Eine sanfte und regelmäßige Reinigung mit Produkten, die frei von Phenoxyethanol, Duftstoffen und kontraindizierten ätherischen Ölen sind, ist unerlässlich. Vaginalspülungen sind während der gesamten Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden. Eine engmaschige gynäkologische Betreuung ermöglicht es, eventuelle Ungleichgewichte frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
Probiotika, die Laktobazillen enthalten, sind eine wirksame natürliche Ergänzung zur äußeren Intimhygiene. Ob oral oder lokal angewendet, stellen sie die schützende Vaginalflora wieder her, senken den pH-Wert und hemmen die Vermehrung pathogener Keime. Sie sind besonders nach einer Antibiotikatherapie sowie bei Frauen angezeigt, die trotz angemessener Intimhygiene zu wiederkehrenden Intiminfektionen neigen.