UnterHyperpigmentierung versteht man eine übermäßige Melaninproduktion durch die Melanozyten, die zu Hautbereichen führt, die dunkler sind als der umgebende Teint. Dieser Mechanismus wird durch die Aktivierung der Tyrosinase, dem Schlüsselenzym der Melanogenese, unter dem Einfluss verschiedener Reize ausgelöst: UV-Strahlung, Hautentzündungen, hormonelle Schwankungen oder wiederholte Reibung. Hyperpigmentierung ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Mechanismus, der mehreren Hauterscheinungen gemeinsam ist, deren Intensität und Lokalisation je nach auslösender Ursache und Phototyp variieren.
Der Begriff Hyperpigmentierung umfasst mehrere unterschiedliche Erscheinungsformen, die zwar denselben zugrunde liegenden Mechanismus, jedoch unterschiedliche Ursachen haben. Melasma ist eine hormonell bedingte Hyperpigmentierung im Gesicht, die durch Schwangerschaft, Verhütungsmittel oder Sonneneinstrahlung begünstigt wird und oft symmetrische Konturen aufweist. Altersflecken (aktinische Lentigines) entstehen durch kumulierte Sonneneinstrahlung über mehrere Jahrzehnte hinweg, vor allem an den der Sonne ausgesetzten Stellen (Hände, Gesicht, Dekolleté). Die postinflammatorische Hyperpigmentierung hingegen tritt nach einer lokalen Hautschädigung auf, unabhängig vom Alter oder dem hormonellen Hintergrund.
Eine postinflammatorische Hyperpigmentierung (PIH) tritt nach einer Hautverletzung auf: Akne, Schnittwunde, Verbrennung, Ekzem oder Reibung. Die Entzündung regt die Melanozyten lokal an, die an der Stelle der verheilten Läsion einen Überschuss an Melanin produzieren, wodurch mehrere Wochen bis Monate lang eine braune oder graue Verfärbung zurückbleibt. Dieses Phänomen betrifft insbesondere Menschen mit matten und dunklen Hauttypen, bei denen die Reaktion der Melanozyten auf Entzündungen von Natur aus stärker ausgeprägt ist. Die Verfärbung verblasst in der Regel von selbst, doch ihr Abklingen kann durch gezielte Pflege beschleunigt werden.
Mehrere kosmetische Wirkstoffe wirken auf die Melanogenese ein, um einen gleichmäßigen Teint zu fördern. Vitamin C hemmt die Tyrosinase und entfaltet zusätzlich eine antioxidative Wirkung; es lässt sich wirksam mit Vitamin E kombinieren, um den Schutz vor oxidativem Stress zu verstärken. Süßholz, das reich an Glabridin ist, gilt in der Hautaufhellungskosmetik als natürlicher Tyrosinasehemmer. Niacinamid begrenzt den Melanintransport zu den oberflächlichen Keratinozyten und trägt so dazu bei, die Flecken bei regelmäßiger Anwendung über mehrere Wochen hinweg optisch zu mildern.
Sonnenschutz ist die entscheidende Maßnahme, um eine Verschlimmerung oder ein Wiederauftreten der Hyperpigmentierung zu vermeiden: Selbst mäßige Sonneneinstrahlung regt die Melaninproduktion in den bereits betroffenen Bereichen wieder an. Ein täglicher Sonnenschutz mit LSF 50 ist bei der Behandlung von Hyperpigmentierung unerlässlich, auch bei bewölktem Himmel. Das Vermeiden von Kratzen oder dem Berühren entzündlicher Hautstellen (Akne, Insektenstiche) verringert das Risiko postinflammatorischer Pigmentflecken. Ein regelmäßiges, sanftes Peeling fördert die Zellerneuerung und das allmähliche Verblassen pigmentierter Stellen, vorausgesetzt, der Sonnenschutz wird in den folgenden Tagen konsequent verstärkt.
Eine dermatologische Untersuchung wird empfohlen, wenn sich ein Fleck in Form, Farbe oder Größe verändert, blutet oder juckt, oder bei einer ausgedehnten Hyperpigmentierung, die auf übliche kosmetische Behandlungen nicht anspricht. Der Dermatologe kann gezieltere Lösungen vorschlagen (verschreibungspflichtige depigmentierende Behandlungen, medizinische Peelings, Laserbehandlungen), wenn kosmetische Pflegeprodukte nicht ausreichen, um die Verfärbung zu mildern.