Die Haselnuss (Corylus avellana) zeichnet sich durch ein bemerkenswertes Nährstoffprofil aus, das sich durch eine Kombination aus einfach ungesättigten Fettsäuren, fettlöslichen Vitaminen und Mineralstoffen mit hoher Bioverfügbarkeit auszeichnet. Ihre essentiellen Fettsäuren – vor allem Ölsäure (Omega-9, 75–80 %) – tragen zur Aufrechterhaltung eines gesunden Fettprofils bei, indem sie den LDL-Cholesterinspiegel senken. Vitamin E (ca. 15 mg/100 g, d. h. mehr als 100 % der empfohlenen Tagesdosis) macht sie zu einer der pflanzlichen Quellen mit dem höchsten Gehalt an diesem fettlöslichen Antioxidans. Als Nahrungsergänzungsmittel werden Haselnuss-Extrakte in Multivitaminpräparaten, zertifizierten Pflanzenölen und Phytosterol-Formulierungen zur Unterstützung der Herz-Kreislauf-Gesundheit verwendet.
Die in der Haselnuss natürlich vorkommenden Phytosterole (ca. 96 mg/100 g) wirken im Darm kompetitiv auf das aus der Nahrung stammende Cholesterin ein, verringern dessen Aufnahme und tragen so zur Senkung des zirkulierenden LDL-Cholesterins bei. Die EFSA erkennt eine gesundheitsbezogene Angabe für Phytosterine an: 1,5–3 g pro Tag tragen zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels bei. Ölsäure fördert zudem die Membranfluidität der Erythrozyten und verringert die Oxidation von LDL – ein Schlüsselmechanismus bei der Bildung von atheromatösen Plaques. Der Blutzuckerspiegel nach dem Essen wird dank des niedrigen glykämischen Indexes von Haselnüssen (ca. 15) und ihres hohen Ballaststoffgehalts, der die Kohlenhydrataufnahme verlangsamt, moderat gehalten.
Haselnussöl unterscheidet sich von anderen Pflanzenölen durch eine einzigartige Eigenschaft: Sein Komedogenitätsindex beträgt 2 und es verfügt über eine natürliche adstringierende Wirkung, die die Talgproduktion reguliert. Es wird besonders für Mischhaut und fettige Haut empfohlen, bei der Kokos- oder Süßmandelöl kontraindiziert wären. Seine dokumentierten kosmetischen Eigenschaften:
Die Haselnuss ist eine interessante Quelle für Mikronährstoffe, die an der geistigen Konzentration und der neuronalen Gesundheit beteiligt sind:
Haselnüsse liefern etwa 10 g Ballaststoffe pro 100 g, darunter unlösliche Ballaststoffe (Cellulose, Hemicellulose) und lösliche Ballaststoffe (Pektine). Diese Ballaststoffe regulieren die Darm motilität und bilden ein bevorzugtes Substrat für nützliche Bakterien im Dickdarm. Klinische Studien (Dahl et al., 2016) zeigen, dass der regelmäßige Verzehr von Haselnüssen die Populationen von Bifidobacterium und Lactobacillus im Dickdarm erhöht, was eine nachgewiesene präbiotische Wirkung hat. Dies fördert wiederum die Produktion kurzkettiger Fettsäuren (SKF), die für die Integrität der Dickdarmschleimhaut von Vorteil sind.
Die Haselnuss gehört zu den wichtigsten Allergenen, die von der EFSA und der EU-Verordnung 1169/2011 geregelt werden und deren Angabe auf Etiketten vorgeschrieben ist. Eine Haselnussallergie kann leichte Reaktionen (Kribbeln im Mund, Nesselsucht) bis hin zu schweren Reaktionen (Anaphylaxie) hervorrufen und geht häufig mit Kreuzreaktionen auf Birkenpollen einher (oral-allergisches Syndrom). Bei topischer Anwendung wird Haselnussöl im Allgemeinen gut vertragen, dennoch ist bei Personen mit einer Nussallergie ein vorheriger Hauttest ratsam. Der hohe Kaloriengehalt (628 kcal/100 g) erfordert im Rahmen der Gewichtsregulierung einen maßvollen Verzehr – eine Portion von 30 g (etwa eine Handvoll) ist die üblicherweise empfohlene Menge, um von der Zufuhr an Vitaminen und Phytosterolen zu profitieren, ohne dabei zu viele Kalorien zu sich zu nehmen.