Was ist ein entzündungshemmendes Pflaster und welche NSAR enthält es?
Das entzündungshemmende Pflaster ist ein transdermales Pflaster, das nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) direkt in das Unterhaut- und Muskelgewebe der Zielregion abgibt – ohne nennenswerte systemische Resorption. Es unterscheidet sich vom Wärmepflaster (Thermotherapie) und von Schmerzpflastern (Anästhetika oder Opioide). Unser Sortiment an Schmerzmitteln umfasst Lösungen, die für jede Art von Schmerz geeignet sind.
- Transdermales Diclofenac: das am häufigsten verwendete Pflaster – hohe lokale Konzentration in Sehnen und oberflächlichen Gelenken – Wirksamkeit vergleichbar mit oralen NSAR bei Gonarthrose und leichten bis mittelschweren Sehnenentzündungen
- Transdermales Ketoprofen: starkes entzündungshemmendes Mittel – schnelle Resorption durch die Haut – Hauptindikationen: Verstauchungen, Prellungen, Sehnenentzündungen, Schleimbeutelentzündungen – erhebliches Risiko einer Lichtempfindlichkeit
- Topisches Ibuprofen: lokal entzündungshemmend und schmerzlindernd – als Gel oder Pflaster – bei Erwachsenen und Kindern > 12 Jahren auf Rezept anwendbar
- Vorteil gegenüber oralen NSAR: 10- bis 20-mal geringere systemische Plasmakonzentration – deutliche Verringerung gastrointestinaler (Geschwüre, Blutungen) und renaler Nebenwirkungen
- Verkauf auf Anweisung oder Verschreibung je nach Konzentration – vor der Anwendung stets die Packungsbeilage lesen
Bei welchen Schmerzen sollte ein entzündungshemmendes Pflaster angewendet werden?
Transdermale NSAR sind bei lokalisierten und oberflächlichen entzündlichen Schmerzen angezeigt – ihre Wirksamkeit nimmt bei tiefen Strukturen (Hüften, Wirbel) ab.
- Verstauchungen und Prellungen: subakute Phase und Erholungsphase (nicht in den ersten 72 Stunden, in denen Kühlung Vorrang hat) – siehe unsere Seiten zu Verstauchungen und Muskelverletzungen
- Oberflächliche Sehnenentzündungen: Epicondylitis, De-Quervain-Syndrom, Patellasehnenentzündung – direkte Anwendung auf die schmerzende Sehne – siehe unsere Seite „Sehnenentzündung“
- Oberflächliche Arthrose: Gonarthrose (Knie), Interphalangealgelenke (Finger) – für Diclofenac ist das Eindringen in die Synovialflüssigkeit nachgewiesen
- Muskelkater nach körperlicher Anstrengung: starker Muskelkater, lokalisierte Verspannungen
- Weniger wirksam bei: tiefen Lumbalgie, Hüftschmerzen, Ischias — der Wirkstoff dringt nicht ausreichend in die tiefen Strukturen vor
Welche Vorsichtsmaßnahmen und Kontraindikationen gibt es?
Transdermale NSAR werden im Allgemeinen gut vertragen, es gibt jedoch spezifische Vorsichtsmaßnahmen, die beachtet werden müssen.
- Lichtempfindlichkeit durch Ketoprofen: erhebliches Risiko – Verbrennungen, Blasenbildung bei Sonneneinstrahlung während der Anwendung und bis zu 2 Wochen danach – die behandelte Stelle bedecken, jegliche UV-Exposition während der Behandlung vermeiden
- Schwangerschaft: ab dem 6. Monat (3. Trimester) kontraindiziert – NSAR können einen vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus und eine fetale Niereninsuffizienz verursachen – im 1. und 2. Trimester den Arzt konsultieren
- Stillzeit: ärztliche Beratung erforderlich – geringe, aber mögliche Ausscheidung in die Muttermilch
- Antikoagulanzien (Warfarin, Dabigatran): Mögliche Wechselwirkung auch bei topischer Anwendung – ärztliche Beratung vor einer gleichzeitigen Anwendung
- Nicht auf verletzte, verbrannte, infizierte oder von aktivem Ekzem betroffene Haut auftragen – nicht mit einem Okklusivverband abdecken (erhöht die systemische Resorption)
Wie wendet man ein entzündungshemmendes Pflaster richtig an?
- Anwendungsbereich: direkt auf die schmerzende Stelle, auf saubere und trockene Haut – Hautfalten, behaarte Stellen und bestrahlte Bereiche vermeiden – Anwendungsstellen abwechseln, um lokale Reizungen zu vermeiden
- Anwendungsdauer: 8–24 Stunden je nach Formulierung — die empfohlene Dauer niemals überschreiten — mehrere NSAR-Pflaster nicht übereinander anbringen
- Kombination aus oralen NSAR und NSAR-Pflaster: Verdopplung der NSAR-Exposition – erhöhtes systemisches Risiko – nur auf ausdrückliche ärztliche Anweisung anwenden
- Entfernung: Vor der Entsorgung zusammenfalten — nach der Handhabung die Hände waschen
- Bei anhaltender Reizung (> 24 Stunden nach dem Abnehmen) oder allergischer Reaktion (Nesselsucht, Ödem): Behandlung abbrechen und einen Arzt konsultieren