Unter atopischer Haut versteht man einen Hauttyp, der genetisch bedingt zu starker Trockenheit, einer Überempfindlichkeit gegenüber Umweltallergenen und einer besonderen Anfälligkeit der Hautbarriere neigt. Sie bildet den Nährboden für die Entstehung der atopischen Dermatitis (atopisches Ekzem), einer chronisch-entzündlichen Erkrankung, die durch Schübe mit roten, trockenen, nässenden und stark juckenden Hautflecken gekennzeichnet ist.
Nach Angaben der HAS und des Inserm sind in Frankreich etwa 15 bis 20 % der Kinder und 2 bis 10 % der Erwachsenen von atopischer Dermatitis betroffen. Sie beginnt meist in der frühen Kindheit und kann sich im Erwachsenenalter abschwächen, ohne jedoch bei manchen Patienten vollständig zu verschwinden. Ihre Pathophysiologie umfasst eine Störung der Hautbarriere (häufig verbunden mit einem Filaggrin-Mangel), eine Fehlregulation des Immunsystems und eine Dysbiose des Hautmikrobioms.
Mit einer angepassten Routine und einer ärztlichen Betreuung bei Schüben verlängern sich die Phasen des Hautwohlbefindens erheblich. Zum Thema Ekzem und Hautbarriere im Allgemeinen stehen ergänzende Informationsquellen zur Verfügung.
Die Ursachen der Hautatopie sind multifaktoriell:
Die Identifizierung persönlicher Auslöser bleibt ein wichtiger Schritt in der Nachsorge.
Die Behandlung von atopischer Haut basiert auf drei Säulen: Wiederherstellung der Hautbarriere, Eindämmung der Entzündung und Vorbeugung von Schüben. Die Empfehlungen der HAS und der Französischen Gesellschaft für Dermatologie konzentrieren sich auf einfache, aber konsequente Maßnahmen.
Die Reinigung erfolgt mit lauwarmem (niemals heißem) Wasser und einem sehr milden, seifen- und parfümfreien Produkt: Syndet, rückfettendes Gel oder Reinigungsöl. Duschen sollten kurz gehalten werden (maximal 5 Minuten). Das Abtrocknen erfolgt durch sanftes Abtupfen, ohne zu reiben.
Das Auftragen von Feuchtigkeitscremes ist die zentrale Maßnahme. Ein bis zwei Anwendungen täglich – je nach Ausprägung der Trockenheit auch mehr – stellen das Wohlbefinden sichtbar wieder her. Das Auftragen unmittelbar nach dem Baden auf die noch feuchte Haut optimiert die Feuchtigkeitsspeicherung und die Wirksamkeit.
Mehrere ergänzende Maßnahmen verstärken diese Strategie:
Bei häufigen, ausgedehnten, nässenden, sekundär infizierten oder die Lebensqualität beeinträchtigenden Schüben ist eine dermatologische Konsultation erforderlich.
Die Wahl der Pflegeprodukte ist entscheidend. Mehrere wissenschaftlich belegte Wirkstoffe eignen sich besonders für atopische Haut:
Bezeichnungen wie „speziell für atopische Haut“, „hypoallergen“, „dermatologisch getestet“ sowie die Angabe „parfümfrei“ sind zu bevorzugen. Zu vermeiden sind: konzentrierte Duftstoffe, hochprozentiger Alkohol, allergieauslösende Konservierungsstoffe (Methylisothiazolinon, Formaldehyd und dessen Vorläufer), aggressive Sulfate sowie nicht getestete ätherische Öle. Ein 48-Stunden-Test vor der Anwendung wird weiterhin empfohlen. Für Ceramide und empfindliche Haut im Allgemeinen gibt es spezielle Hilfsmittel.
Atopische Haut ist eine konstitutionelle Veranlagung: Man kann sie im strengen Sinne nicht „heilen“, aber mit einer geeigneten Behandlung lässt sich das Hautwohlbefinden erheblich verbessern und die Abstände zwischen den Schüben verlängern. Bei Kindern bessert sich die atopische Dermatitis oft spontan mit zunehmendem Alter: Laut Inserm lassen die Symptome bei etwa 60 % der betroffenen Kinder im Jugend- oder Erwachsenenalter deutlich nach.
Bei persistierenden Formen hängt der Krankheitsverlauf von der konsequenten Behandlung ab: tägliche Anwendung von Hautpflegemitteln, Vermeidung von Auslösern, frühzeitige Behandlung von Schüben mit verschriebenen topischen Kortikosteroiden sowie eine angepasste Lebensweise. Aktuelle Forschungsergebnisse (insbesondere im Bereich der Biotherapien) haben die Prognose bei schweren Formen grundlegend verändert.
Die Ernährung kann den Verlauf der atopischen Dermatitis beeinflussen, ist jedoch nicht die einzige Ursache. Restriktive Diäten sind nicht systematisch erforderlich und müssen ärztlich überwacht werden, insbesondere bei Kindern, um Mangelerscheinungen zu vermeiden.
Bei manchen Patienten können Nahrungsmittelallergien Schübe auslösen oder verschlimmern (Eier, Kuhmilch, Erdnüsse, Soja, Gluten, Nüsse, Fisch). Ein Verzicht ist erst nach Bestätigung durch allergologische Tests gerechtfertigt. Ein Ernährungstagebuch kann dabei helfen, Zusammenhänge zu erkennen.
Im Allgemeinen umfasst eine förderliche Ernährung:
Eingeschränkt zu verzehren: stark verarbeitete Lebensmittel, schnell verfügbarer Zucker, übermäßiger Alkoholkonsum (bei Erwachsenen), übermäßiger Verzehr von Milchprodukten bei empfindlichen Patienten.
Die Begriffe werden oft synonym verwendet, bezeichnen jedoch nicht dasselbe. Atopische Haut bezeichnet die konstitutionelle Veranlagung: einen Hauttyp, der zu starker Trockenheit und Überreaktivität neigt. Eine Person kann atopische Haut haben, ohne aktive Hautveränderungen aufzuweisen.
Die atopische Dermatitis (atopisches Ekzem) bezeichnet die chronisch-entzündliche Erkrankung, die sich auf dieser Veranlagung entwickelt. Sie äußert sich durch erythematöse, nässende oder schuppige, juckende Flecken, die in Schüben verlaufen. Die Lokalisationen variieren je nach Alter: Gesicht und Hautfalten bei Säuglingen, Ellenbogen- und Kniekehlen bei Kindern, Hände und Gesicht bei Erwachsenen.
Es gibt weitere Formen des Ekzems (allergisches Kontaktekzem, dyshidrotisches Ekzem), die nicht mit Atopie in Zusammenhang stehen: Ihre Behandlung und Prognose unterscheiden sich. Für Juckreiz undHautallergien im Allgemeinen stehen spezifische Informationsquellen zur Verfügung.
Ja, die atopische Haut weist aufgrund mehrerer Faktoren eine erhöhte Anfälligkeit für Infektionen auf: eine beeinträchtigte Hautbarriere, Kratzwunden, eine lokale Immunschwäche sowie eine sehr häufige Besiedlung mit Staphylococcus aureus. Zu den häufigsten Infektionen zählen bakterielle Impetigo durch Staphylokokken oder Streptokokken, Virusinfektionen (Herpes, das gefürchtete herpetische Ekzem nach Kaposi-Juliusberg) sowie seltener Hautpilzinfektionen.
Bei starkem Nässen, honigartigen Krusten, in Büscheln angeordneten Bläschen, Fieber, plötzlicher Ausbreitung des Ausschlags oder ungewöhnlichen Hautschmerzen ist eine rasche ärztliche Konsultation erforderlich. Der Kontakt mit einer Person im Umfeld, die an Lippenherpes leidet, muss unbedingt vermieden werden.
Zur Vorbeugung gehören eine konsequente tägliche Pflege, die frühzeitige Behandlung von Schüben, die Handhygiene des Patienten und seines Umfelds sowie regelmäßig aktualisierte Impfungen.
Klimatische Schwankungen beeinflussen den Verlauf der atopischen Dermatitis stark.Der Winter verbindet Kälte im Freien mit austrocknender Heizungsluft in Innenräumen: Für die meisten Patienten ist dies die schwierigste Jahreszeit. Die Pflege mit feuchtigkeitsspendenden Mitteln wird intensiviert, ein Luftbefeuchter ist hilfreich, und schützende Kleidung aus Baumwolle wird bevorzugt.
Der Sommer bringt dank der Luftfeuchtigkeit und der moderaten Sonneneinstrahlung (gut dokumentierte entzündungshemmende Wirkung) in der Regel eine Besserung, doch Schweiß kann Schübe auslösen, insbesondere in den Hautfalten. Das Baden im Meerwasser wird oft gut vertragen und wirkt beruhigend, vorausgesetzt, man spült sich anschließend mit Süßwasser ab und versorgt die Haut sofort wieder mit Feuchtigkeit.
Der Frühling kann bei einer begleitenden Pollenallergie schwierig sein.Der Herbst ist eine Zeit der Vorbereitung auf den Winter: schrittweise Verstärkung der Hautpflegemittel.
Die medizinische Behandlung der atopischen Dermatitis obliegt gemäß den Empfehlungen der HAS und der Französischen Gesellschaft für Dermatologie dem Dermatologen. Sie richtet sich nach dem Schweregrad, dem Alter und den Auswirkungen auf die Lebensqualität.
Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören:
Die Selbstmedikation mit Kortikosteroiden ohne ärztlichen Rat ist zu vermeiden, insbesondere im Gesicht, in Hautfalten und bei Kindern. Ihr Apotheker ist nach wie vor ein wertvoller Ansprechpartner, um die begleitende Hautpflege zu steuern und die medizinische Betreuung zu ergänzen. Für trockene Haut und trockene Babyhaut im Allgemeinen stehen spezielle Hilfsmittel zur Verfügung.