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Senioren: Ernährung, Stürze, Mehrfachmedikation und Pflege

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Welche Ernährungsbedürfnisse haben ältere Menschen?

Das Altern verändert den Nährstoffbedarf grundlegend. Laut der französischen Gesundheitsbehörde HAS sind etwa 4 % der zu Hause lebenden älteren Menschen und bis zu 50 % der Bewohner von Pflegeheimen von einer Protein-Energie-Mangelernährung betroffen, die oft durch ein stabiles Gewicht verschleiert wird (Muskelabbau, der durch eine Zunahme des Körperfettanteils ausgeglichen wird). Proteine haben oberste Priorität: Der Bedarf steigt ab dem 70. Lebensjahr auf 1,2–1,5 g/kg/Tag, um der Sarkopenie entgegenzuwirken. Kalzium (1.200 mg/Tag) und Vitamin D – an dem 80 % der Senioren im Winter einen Mangel haben – unterstützen die Knochendichte. Ältere Menschen verspüren weniger Durst: Das Risiko einer Dehydrierung ist hoch, was sich schnell auf die kognitiven Fähigkeiten, die Verdauung und den Blutdruck auswirkt.

Wie lassen sich Stürze bei älteren Menschen verhindern?

Stürze sind die häufigste Ursache für traumatische Krankenhausaufenthalte ab dem 65. Lebensjahr und verursachen ein Drittel der Unfalltode bei den über 75-Jährigen (Daten des INRS). Die Prävention stützt sich auf mehrere Säulen:

  • Muskelaufbau in den unteren Gliedmaßen und Gleichgewichtstraining: Physiotherapie- oder Tai-Chi-Programme führen laut Cochrane zu einer Verringerung der Stürze um 23 %.
  • Überprüfung der Medikamenteneinnahme: Benzodiazepine, Blutdrucksenker und Diuretika erhöhen das Sturzrisiko durch orthostatische Hypotonie oder Sedierung erheblich.
  • Sehkorrektur: Ein unbehandelter Grauer Star verdreifacht das Sturzrisiko.
  • Anpassung der Wohnumgebung: Entfernen von Teppichen, Anbringen von Haltegriffen im Badezimmer, automatische Nachtbeleuchtung.

Wie geht man mit der Polypharmazie bei älteren Menschen um?

Die Polymedikation (≥ 5 gleichzeitig eingenommene Medikamente) betrifft mehr als 50 % der über 80-Jährigen und erhöht das Risiko von Wechselwirkungen und unerwünschten Wirkungen exponentiell. Nahrungsergänzungsmittel und Heilpflanzen sind in diesem Zusammenhang nicht harmlos: Johanniskraut interagiert mit Antikoagulanzien und Antidepressiva; Ginkgo biloba kann die Wirkung von Thrombozytenaggregationshemmern verstärken. Vor der Einnahme jeglicher Nahrungsergänzungsmittel ist eine Rücksprache mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker unerlässlich. Die Überwachung des Blutzuckerspiegels und des Blutdrucks ist ebenfalls entscheidend für die Anpassung der Behandlungen im Laufe der Zeit.

Welche Hautpflege eignet sich für reife und trockene Haut?

Die senile Xerose – altersbedingte Hauttrockenheit – betrifft mehr als 75 % der über 75-Jährigen. Sie resultiert aus einer Abnahme der Talgdrüsen, einer verminderten Ceramidproduktion und einer chronischen, oft unterschätzten Dehydrierung. Feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte sollten täglich nach der Körperpflege auf die noch leicht feuchte Haut aufgetragen werden, um das Eindringen der Wirkstoffe zu optimieren. Am wirksamsten sind Emollients, die reich an Ceramiden, Harnstoff (5–10 %) oder Glycerin sind. Die Fußpflege verdient besondere Aufmerksamkeit: Eine unbehandelte Plantar-Keratose kann zu chronischen Wunden und schwerwiegenden podologischen Komplikationen führen, insbesondere bei Diabetes.

Wie lassen sich Schlaf und Immunsystem unterstützen?

Schlafstörungen betreffen 40 bis 70 % der Senioren: unterbrochener Schlaf, frühes Erwachen und eine vorverlegte Schlafphase sind die häufigsten Muster. Melatonin mit verzögerter Freisetzung ist die am besten bewertete medikamentöse Lösung für ältere Menschen (Empfehlung der ANSM, Zulassung ab 55 Jahren). Die Schlafhygiene – regelmäßige Schlafenszeiten, Lichttherapie am Morgen, Einschränkung von Nickerchen – bleibt die Grundlage. Zur Stärkung der natürlichen Immunabwehr bilden Vitamin D3 (800–1.000 IE/Tag), Zink und Probiotika die am besten dokumentierte ernährungsphysiologische Grundlage bei älteren Menschen, insbesondere im Winter.

Welche Gelenkpräparate helfen bei Schmerzen und für die Beweglichkeit?

Gelenkschmerzen im Zusammenhang mit Arthrose sind die häufigste Ursache für chronische Schmerzen ab 65 Jahren. Die ergänzende Strategie aus der Drogerie umfasst:

  • Chondroitin und Glucosamin: Vorläuferstoffe des Gelenkknorpels, deren Wirksamkeit zwar nur mäßig belegt ist, aber durch die OARSI-Metaanalysen zu Schmerzen und Funktion bestätigt wurde.
  • Hydrolysiertes Kollagen Typ II: unterstützt die Knorpelmatrix und die Gelenkbeweglichkeit.
  • Omega-3-Fettsäuren EPA/DHA: reduzieren entzündungsfördernde Botenstoffe in den Gelenken und haben zudem eine herzschützende Wirkung, die besonders für ältere Menschen von Bedeutung ist.

Diese Nahrungsergänzungsmittel sind Teil einer ganzheitlichen Behandlung, die Physiotherapie, angepasste körperliche Aktivität und eine unter ärztlicher Aufsicht stehende medikamentöse Schmerztherapie umfasst.