Gesundheitsinformationen, verfasst unter der Aufsichtvon Arnaud, Doktor der Pharmazie. Quellen: Haute Autorité de Santé (HAS), Französische Gesellschaft für Dermatologie (SFD), Inserm, Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC). Dieser Artikel ersetzt keine dermatologische Beratung. Bei verdächtigen Hautveränderungen sollten Sie einen Dermatologen aufsuchen.
Die aktinische Keratose (AK), auch Sonnenkeratose genannt, ist eine präkanzeröse Hautveränderung, die durch chronische Einwirkung von ultravioletter Strahlung (UV) – sei es durch natürliche (Sonne) oder künstliche (Sonnenbänke, die von der IARC als eindeutig krebserregend der Gruppe 1 eingestuft wurden) – verursacht wird. Sie entwickelt sich an Hautstellen, die chronisch der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind: Gesicht (Stirn, Nase, Wangenknochen, Schläfen), Ohren, Lippen (aktinische Cheilitis), Kopfhaut bei Menschen mit Alopezie, Handrücken, Unterarme, Dekolleté.
Die aktinische Keratose ist Teil eines dermatologischen Kontinuums, das sich ohne Behandlung zu einem Plattenepithelkarzinom der Haut entwickeln kann. Das individuelle Risiko einer Transformation bei einer einzelnen Läsion ist gering, wird jedoch bei einer großen Anzahl von Läsionen und über mehrere Jahre hinweg kumuliert erheblich. Der Begriff „Karzinisierungsfeld“ ist von zentraler Bedeutung: Auch der Bereich um die sichtbaren Läsionen herum ist exponiert und weist subklinische Zellveränderungen auf.
Läsionen der aktinischen Keratose weisen charakteristische klinische Merkmale auf:
Warnzeichen, die eine unverzüglichedermatologische Untersuchung erfordern: Läsionen, die sich rasch verdicken, bei geringster Berührung bluten, ulzerieren, spontan schmerzhaft werden oder einen Durchmesser von 1 cm überschreiten. Diese Anzeichen können den Verdacht auf eine Umwandlung in ein Plattenepithelkarzinom nahelegen.
Die Vorbeugung beruht auf einem konsequenten Sonnenschutz während des gesamten Lebens:
Mehrere Studien (insbesondere die 2015 im New England Journal of Medicine veröffentlichte ONTRAC-Studie, Chen et al.) haben eine mäßige Schutzwirkung von oral eingenommenem Nicotinamid (Vitamin B3) in einer Dosierung von zweimal täglich 500 mg bei Hochrisikopatienten dokumentiert, mit einer Verringerung der aktinischen Keratosen um etwa 23 %. Dieser Ansatz sollte vor einer längerfristigen Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit einem Dermatologen besprochen werden.
Die Wahl der Behandlung hängt von der Anzahl der Läsionen, ihrer Lokalisation, ihrer Dicke und dem klinischen Kontext ab. Alle Behandlungen werden von einem Dermatologen verschrieben und durchgeführt:
Keine kosmetische Behandlung und kein Nahrungsergänzungsmittel kann diese medizinischen Maßnahmen ersetzen. Dermokosmetische Pflegeprodukte (Feuchtigkeitscremes, regenerierende Balsame, Ceramide, After-Sun-Produkte) können hingegen auf Anraten des Dermatologen die Regeneration der Haut nach der Behandlung unterstützen.
Die Diagnose wird von einem Dermatologen auf der Grundlage einer klinischen Untersuchung gestellt, die eine visuelle und taktile Untersuchung der Läsionen sowie eine umfassende Untersuchung der Haut umfasst. Die Untersuchung kann ergänzt werden durch:
Der Dermatologe beurteilt zudem das Krebsrisiko und andere Hautveränderungen (Karzinome, zu überwachende Nävi). Bei Zweifeln hinsichtlich anderer Hautveränderungen kann eine fortgeschrittene lichtbedingte Hautalterung die Keratosen in denselben Bereichen begleiten.
Ja, die aktinische Keratose gilt als Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms der Haut. Nach den verfügbaren Daten (HAS, SFD) ist das Risiko einer Malignisierung pro isolierter Läsion und pro Jahr gering (Schätzungen variieren je nach Studie zwischen 0,025 und 16 %, meist liegen sie bei etwa 1 % pro Läsion und Jahr), dieses Risiko wird jedoch signifikant, wenn zahlreiche Läsionen vorliegen, diese bereits lange bestehen oder sich auf einem ausgedehnten Krebsrisikobereich befinden.
Das epidermoide Hautkarzinom hat bei frühzeitiger Erkennung in der Regel eine gute Prognose. Eine regelmäßige dermatologische Nachsorge ist daher der Schlüssel zu einer optimalen Behandlung. Jede Läsion, die sich verdickt, blutet, ulzeriert oder schmerzhaft wird, muss umgehend ärztlich abgeklärt werden.
Bei einer angemessenen dermatologischen Behandlung und einem konsequenten Sonnenschutz ist die Prognose in den allermeisten Fällen günstig. Die aktuellen Behandlungen ermöglichen eine wirksame Beseitigung der Läsionen, und die Vorbeugung von Rezidiven basiert auf:
Personen mit aktinischen Keratosen haben ein erhöhtes Risiko, andere Hautkrebsarten (Basalzellkarzinome, Melanome) zu entwickeln: Die dermatologische Nachsorge umfasst daher eine vollständige Untersuchung der Haut.
Die aktinische Keratose ist eine sehr häufige Erkrankung, deren Prävalenz mit zunehmendem Alter und steigendem Breitengrad zunimmt (hohe Prävalenz in Ländern mit starker Sonneneinstrahlung). In Europa berichten mehrere Studien (Werner 2013, Heerfordt 2017) eine Prävalenz in der Größenordnung von 15 bis 25 % bei Erwachsenen über 60 Jahren mit hellem Hauttyp, wobei die Zahlen in Australien oder in den Mittelmeerländern höher liegen.
Die Zunahme von Aktivitäten im Freien, des Sommertourismus und der seit jeher bestehenden Nutzung von UV-Kabinen erklärt ebenfalls das Auftreten der Erkrankung bei jüngeren Erwachsenen (40–50 Jahre), insbesondere bei Personen, die in ihrer Kindheit und Jugend wiederholt Sonnenbrände erlitten haben.
Es wurden mehrere individuelle Risikofaktoren identifiziert:
Ein Teil der Läsionen kann spontan zurückgehen, sie neigen jedoch dazu, an derselben Stelle wieder aufzutreten. Studien nennen unterschiedliche Raten für eine spontane Rückbildung (bis zu 25 % nach einem Jahr bei bestimmten Kohorten), doch ein gleich großer oder größerer Anteil der Läsionen bleibt bestehen oder tritt erneut auf. Eine Nichtbehandlung birgt das Risiko einer Progression und Malignisierung.
Es wird daher davon abgeraten, auf ein „spontanes Verschwinden“ zu warten: Jede verdächtige Läsion muss von einem Dermatologen untersucht werden, der je nach Kontext über eine Behandlung oder eine einfache Überwachung entscheidet.
Die Differentialdiagnose umfasst mehrere Hautveränderungen, die einer aktinischen Keratose ähneln können:
Der Dermatologe unterscheidet diese Läsionen anhand der klinischen Untersuchung, der Dermatoskopie und, falls erforderlich, einer Biopsie. Keine Selbstdiagnose aus der Ferne kann diese Untersuchung ersetzen.
Das Leben mit einer aktinischen Keratose kann erhebliche Ängste auslösen, die mit dem sichtbaren Erscheinungsbild der Läsionen im Gesicht und der Angst vor einer Entwicklung zu Krebs zusammenhängen. Die Behandlungen selbst (Rötungen, Krusten, Brennen über einen Zeitraum von 1 bis 3 Wochen, je nach Methode) können sich auf das Selbstbild und das soziale Leben auswirken.
Einige Ansätze, um diese Aspekte zu bewältigen:
Regelmäßige Nachsorge und konsequenter Sonnenschutz helfen dabei, langfristig wieder Vertrauen in die Kontrolle der Erkrankung zu gewinnen.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken. Bei verdächtigen Hautveränderungen (raue, anhaltende, sich verdickende, blutende oder geschwürartige Hautveränderungen) vereinbaren Sie bitte einen Termin bei einem Dermatologen. Eine frühzeitige Erkennung ermöglicht eine einfachere Behandlung und eine bessere Prognose.