Der After-Shave-Balsam ist eine dickflüssige, in der Regel alkoholfreie Emulsion, die dazu dient, die Hautbarriere wiederherzustellen. Seine wichtigsten Wirkstoffe nach Kategorien:
Als natürliches Adstringens schlechthin istHamameliswasser (Hamamelis virginiana, Destillat) der traditionelle Inhaltsstoff von Rasierwasser. Seine Hamamelitanine verengen die durch die Feuchtigkeit der Rasur erweiterten Poren – und verringern so das Eindringen von Bakterien in die offenen Haarfollikel. Seine Gallussäure und seine Flavonoide hemmen die Freisetzung von PGE2 (entzündungsförderndes Prostaglandin) und reduzieren so die sofortige Rötung. Vorteil gegenüber reinem Alkohol: gleiche adstringierende Wirkung ohne die austrocknende und chronisch reizende Wirkung von Ethanol in hohen Konzentrationen.
Als Referenzhydrolat in der Luxus-Herrenkosmetik reduziertRosenwasser (Rosa damascena, durch Destillation gewonnenes Blütenwasser), das reich an Geraniol, Citronellol und Phenylethanol ist, die follikuläre Rötung durch eine leichte Hemmung der COX. Seine Ellagsäure strafft die oberflächlichen Hautgefäße durch eine leicht gefäßverengende Wirkung. Sein leicht saurer pH-Wert (4,5 bis 5) erhält das Gleichgewicht des schützenden Hautmikrobioms nach der Rasur aufrecht.
Zwei ätherische Blütenöle mit sich ergänzenden regenerierenden Wirkmechanismen:
In einer Konzentration von 0,1 bis 1 % in Rasierbalsamen neutralisiert das EGCG aus grünem Tee die freien Radikale, die durch die mechanische Belastung beim Rasieren und durch städtische Umweltverschmutzung entstehen. Es hemmt die durch UVA-Strahlung induzierten MMPs (Matrix-Metalloproteasen) und schützt so das freiliegende Kollagennetzwerk. Seine leicht antiandrogenen Eigenschaften (Hemmung der 5α-Reduktase in der Haut) reduzieren die Talgproduktion nach der Rasur – ein ergänzender Wirkmechanismus in Anti-Akne-Formeln für Männer.
Als grundlegender Mikronährstoff für die epitheliale Differenzierung beugt Vitamin A der epithelialen Metaplasie (follikuläre Keratose) vor, die eingewachsene Haare und chronische Rasurausschläge verschlimmert. Sein topisches Derivat Retinol (0,025 bis 0,1 %) ist der einzige kosmetische Wirkstoff, dessen Anti-Falten-Wirkung durch kontrollierte Studien der Stufe A nachgewiesen wurde — es sollte ausschließlich abends angewendet werden (lichtsensibilisierend) und bei empfindlicher, rasierter Haut schrittweise eingeführt werden. Orale Zufuhr: 700 bis 900 µg ER/Tag über die Nahrung.