Was ist ein Verband und welche verschiedenen Arten gibt es?
Ein Verband ist ein medizinisches Erste-Hilfe-Produkt, das dazu dient, eine Wunde zu schützen, einen Verband zu fixieren, eine Blutung zu stillen oder ein verletztes Glied zu immobilisieren. Er ist von einem Kompressionsverband (therapeutische Venenkompression oder Sportkompression) zu unterscheiden. Unser Sortiment an Wundversorgungs- und Erste-Hilfe-Produkten bietet für jede Situation die passenden Verbrauchsmaterialien.
- Mullbinde: leicht, atmungsaktiv, nicht klebend – hält einen Verband auf einer sauberen Wunde – aus hygienischen Gründen zum Einmalgebrauch – verschiedene Breiten je nach Anwendungsbereich (Finger: 2,5 cm, Bein: 10 cm)
- Elastische Kompressionsbinde: dehnbar – kontrollierte Kompression – Verstauchungen, Prellungen, Blutergüsse – bei guter Pflege wiederverwendbar – siehe auch unsere Seite zu Kompressionsbinden
- Dreieckstuch: Schlinge zur Ruhigstellung eines verletzten Arms, Schlüsselbeins oder einer verletzten Schulter – oder breiter Verband zur Ruhigstellung der unteren Gliedmaßen bis zur medizinischen Versorgung
- Klebebandage (Fixomull, Pflaster): fixiert Kompressen auf Wunden – hält Verbände an schwer zugänglichen Stellen (Ellbogen, Knie, Hand) an Ort und Stelle
- Kohäsiver Verband (selbsthaftend): haftet ohne Klebstoff an sich selbst – klebt weder an der Haut noch an den Haaren – ideal für Kleintiere und empfindliche Bereiche beim Menschen
Wie legt man einen Verband je nach Art der Verletzung richtig an?
- Offene Wunde: Wunde reinigen und desinfizieren → sterile Kompresse auflegen → mit einer Mullbinde oder einem Heftpflaster fixieren — den Verband niemals direkt auf eine ungeschützte Wunde anlegen
- Verstauchung oder Prellung (akute Phase < 48 Std.): Elastischer Kompressionsverband in 8er-Form um den Knöchel oder das Knie – Kompression reduziert die Schwellung – zusätzlich kühlen (Eis 15–20 Min.) — siehe unsere Seite Verstauchung
- Blutung: Sterile Kompresse unter starkem Druck halten + fest angelegten Druckverband – die Kompresse niemals entfernen, wenn sie durchtränkt ist (eine neue darüberlegen) – bei anhaltender starker Blutung die 15 anrufen
- Verdacht auf Fraktur: Die Extremität ruhigstellen, ohne die Bruchstücke wieder einzurenken — Dreieckverband für die oberen Extremitäten — Niemals eine Reposition erzwingen — Die 15 anrufen oder einen Notarzt rufen
- Offene Fraktur (Knochenränder sichtbar): ohne Druck abdecken, sofort die 15 anrufen – nicht versuchen, die Wunde zu reinigen oder den Knochen einzurenken
Wie erkennt man einen zu fest angezogenen Verband und welche Vorsichtsmaßnahmen sind zu beachten?
- Anzeichen für einen zu festen Verband: Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den Fingern oder Zehen — Abkühlung der Extremität — Blässe oder Zyanose (Bläue) – zunehmende Schmerzen – pulsierende Schmerzen unter dem Verband → sofort entfernen und weniger fest anlegen
- Zu lockerer Verband: rutscht, hält den Verband nicht mehr fest, verliert seine Kompressionswirkung – in den ersten 24 Stunden alle 2–4 Stunden überprüfen
- Wechselhäufigkeit: offene Wunde = alle 24–48 Stunden oder nach ärztlicher Anweisung – bei verschmutztem, nassem oder abgelöstem Verband: sofort wechseln – Wunde bei jedem Wechsel untersuchen (Rötung, Überwärmung, eitriger Ausfluss = Infektion)
- Den Verband unter der Dusche nicht nass werden lassen: mit Frischhaltefolie abdecken oder einen wasserdichten Schutz verwenden – ein nasser Verband verliert seine Wirksamkeit und begünstigt Infektionen
- Postoperativ: spezielle Verbände gemäß den chirurgischen Anweisungen – siehe unsere Seite „Postoperativ“ – niemals ohne ärztliche Anweisung ändern
Pflege wiederverwendbarer Verbände und Zusammensetzung des Erste-Hilfe-Kastens
- Wiederverwendbare elastische Verbände: bei 30 °C ohne Weichspüler waschen – flach an der Luft trocknen lassen – ersetzen, wenn Elastizitätsverlust, Verformung oder Abnutzung der Ränder auftreten
- Lagerung: an einem trockenen, sauberen Ort, vor Hitze und Licht geschützt – das Verfallsdatum der sterilen Verbände überprüfen (in der Regel 3–5 Jahre)
- Mindestausstattung für den Erste-Hilfe-Kasten: sterile Kompressen (5 x 5 und 10 x 10 cm), Mullbinden (5 und 10 cm), elastische Bandage, hypoallergenes Heftpflaster, Schere und Pinzette
- Lokales Antiseptikum und lokales Schmerzmittel (NSAR-Gel oder Lidocain): eine sinnvolle Ergänzung des Verbandskastens zur Versorgung oberflächlicher Wunden
- Bei Zweifeln hinsichtlich der Schwere einer Verletzung (starke Schmerzen, Deformierung, tiefe Wunde): einen Arzt oder die Notaufnahme aufsuchen, anstatt die Wunde selbst zu verbinden