Der Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense) ist eine primitive Gefäßpflanze, die außergewöhnlich reich an organischer Kieselsäure (Monokieselsäure, 5 bis 8 % der Trockenmasse) ist – eine biologisch aktive, wasserlöslich und sehr gut bioverfügbar ist und sich von der nur schwer assimilierbaren anorganischen Kieselsäure (Siliciumdioxid) unterscheidet. Diese Kieselsäure ist der unverzichtbare Cofaktor für die Synthese von Typ-I-Kollagen (Hauptbestandteil von Knochen, Knorpel, Haut und Sehnen) und Elastin – sie regt die Fibroblasten zur Produktion dieser essenziellen Strukturproteine an. Schachtelhalm enthält zudem Flavonoide (Quercetin, Kaempferol), Phenolsäuren, Vitamin C, Kalzium und Kalium. Organisches Silizium als Nahrungsergänzungsmittel ist die konzentrierteste Form bioverfügbarer Kieselsäure – bei hohem strukturellem Bedarf sollte es mit Schachtelhalm kombiniert werden.
Schachtelhalm ist in der Phytotherapie die Referenzpflanze für die Knochenremineralisierung. Sein organisches Silizium stimuliert die Synthese von Knochenkollagen und verbessert die Einlagerung von Kalzium und Phosphor in die Knochenmatrix – eine Wirkung, die Kalzium- und Vitamin-D3-Präparate ergänzt. Die Arkogélules Prêle Reminéralisation Bio und das Be-Life Prêle 800 Bio (60 Kapseln) sind für Remineralisierungskuren nach Knochenbrüchen und zur Vorbeugung von Osteoporose konzipiert. Auch Gelenkschmerzen im Zusammenhang mit Arthrose profitieren vom Schachtelhalm – sein Kieselsäuregehalt regt die Synthese von Knorpelkollagen (Typ II) und Proteoglykanen an, den beiden wesentlichen Bestandteilen des Knorpels. Eine Kur dauert 4 bis 8 Wochen und sollte 2 bis 3 Mal pro Jahr wiederholt werden.
Organische Kieselsäure ist ein struktureller Bestandteil des Keratins in Haaren und Nägeln – Schachtelhalm verbessert deren Widerstandsfähigkeit und reduziert Haarbruch und brüchige Nägel nach einer 6- bis 8-wöchigen Kur. Die Naturactive Elusanes Ackerschachtelhalm, der Bio-Ackerschachtelhalm EFG von PhytoFrance und das EPP von Ladrôme sind die für diesen Zweck am besten titrierten Präparate. Für ein optimales Ergebnis werden folgende Synergien empfohlen:
Schachtelhalm und Bambus (Tabashir oder Exsudat, 70–80 % Kieselsäure) sind die beiden wichtigsten pflanzlichen Kieselsäurequellen, die in der Drogerie erhältlich sind. Bambus weist eine höhere Kieselsäurekonzentration auf, seine Bioverfügbarkeit variiert jedoch je nach Darreichungsform. Schachtelhalm (5–8 %, Monokieselsäure) ist weniger konzentriert, aber ohne spezielle Extraktion sofort bioverwertbar. Schachtelhalm wird im Allgemeinen für Anwendungen im Knochen- und Gelenkbereich bevorzugt, Bambus hingegen für ästhetische Anwendungen im Bereich der Haarpflege. Diese beiden Pflanzen ergänzen sich und werden häufig in Multi-Aktiv-Formeln zur Remineralisierung kombiniert.
Schachtelhalm ist eine der wenigen Pflanzen, die eine remineralisierende und eine harntreibend-entwässernde Wirkung vereinen. Seine Flavonoide und Saponine fördern die Ausscheidung von Harnsäure über die Nieren – was bei entzündlichem Rheuma und Gicht von Bedeutung ist. Schachtelhalm-Kräutertee (geschnittene Pflanze IPHYM, 1 Esslöffel auf 250 ml leicht kochendes Wasser, 15 Minuten ziehen lassen) ist die kostengünstigste Form für die entwässernde Wirkung auf die Gelenke. Das Herbalgem Bio-Schachtelhalm-Muttermazerat (30 ml, Gemmotherapie 1DH) nutzt die sich entwickelnden Triebe, die einen höheren Gehalt an Kieselsäure und Wachstumsfaktoren aufweisen als die ausgewachsene Pflanze.