Was ist Hautpigmentierung?
Die Hautpigmentierung bestimmt die Farbe der Haut, der Haare und der Augen. Sie hängt hauptsächlich vom Melanin ab:
- Melanozyten: spezialisierte Zellen der Epidermis, die Melanin produzieren
- Zwei Arten von Melanin: Eumelanin (Braun- bis Schwarztöne) und Phäomelanin (Gelb- bis Rottöne)
- Tyrosinase: ein Schlüsselenzym, das an der Melaninsynthese beteiligt ist
- Phototypen: Einteilung in die Typen I bis VI je nach Melaningehalt und UV-Empfindlichkeit
- Schutzfunktion: Melanin absorbiert einen Teil der UV-Strahlen und begrenzt deren Auswirkungen auf die zelluläre DNA
- Natürliche Schwankungen je nach Alter, Sonnenexposition, Genetik und hormonellem Hintergrund
Jede Störung der Melaninproduktion oder -verteilung führt zu einer sichtbaren Unregelmäßigkeit: dunklere (Hyperpigmentierung) oder hellere (Hypopigmentierung) Bereiche.
Hyperpigmentierung und Hypopigmentierung: Was sind die Unterschiede?
Es können zwei gegensätzliche Pigmentstörungen auftreten:
Hyperpigmentierung:
- Lokalisierteübermäßige Melaninproduktion
- Aussehen: Flecken, die dunkler sind als die umgebende Haut
- Hauptformen: Sonnenflecken, Melasma, postinflammatorische Hyperpigmentierung, Epheliden, medikamentenbedingte Flecken
- Häufigkeit: sehr verbreitet, vor allem ab dem 40. Lebensjahr
- Verlauf: in der Regel gutartig, aber kosmetisch störend
Hypopigmentierung:
- Unzureichende Melaninproduktion oder Verlust von Melanozyten
- Aussehen: Flecken, die heller sind als die umgebende Haut, manchmal weiß
- Hauptformen: Vitiligo, Pityriasis versicolor, postinflammatorische Hypopigmentierung, Albinismus, Halo-Nävus
- Verlauf: je nach Ursache unterschiedlich, manchmal fortschreitend
- ErhöhteSonnenempfindlichkeit in den depigmentierten Bereichen
Für Depigmentierung und Vitiligo stehen spezifische Informationsquellen zu den jeweiligen Krankheitsbildern zur Verfügung.
Was sind die Ursachen für Hyperpigmentierung?
Mehrere Faktoren lösen eine Hyperpigmentierung aus oder verschlimmern sie:
- Sonneneinstrahlung: Hauptfaktor, der sich über die Jahre hinweg summiert
- Hormonelle Schwankungen: Schwangerschaft, östrogen-gestagene Verhütungsmittel, Hormonersatztherapien
- Hautalterung: Auftreten von Lentigines ab dem 40. bis 50. Lebensjahr
- Hautentzündungen: Aknenarben, Ekzeme, Verbrennungen, Wunden, Dermatitis
- Photosensibilisierende Medikamente: bestimmte Antibiotika (Cycline), NSAR, Antidepressiva, Malariamittel
- Photosensibilisierende Kosmetika, die vor der Sonnenexposition verwendet werden (ätherische Zitrusöle, AHA, BHA, Retinol)
- Genetische Veranlagung und Hauttyp (dunkle Haut ist stärker gefährdet)
- Endokrine Erkrankungen: Morbus Addison, Schilddrüsenfunktionsstörungen
- FrühereUV-Bestrahlung
- Lebererkrankungen bei bestimmten diffusen Hyperpigmentierungen
Die Ermittlung der Ursache bestimmt die weitere Behandlung. Bei ausgedehnten oder fortschreitenden Hyperpigmentierungen ist eine dermatologische Beratung sinnvoll.
Wie lässt sich Hyperpigmentierung vorbeugen?
Die Vorbeugung basiert auf einem konsequenten Sonnenschutz:
- Sonnenschutzmittel mit LSF 50+ und breitem UVA/UVB-Spektrum, tägliches Auftragen im Winter wie im Sommer
- Auftragen in ausreichender Menge: 2 mg/cm² (ein Teelöffel für das Gesicht)
- Alle 2 Stunden bei Sonneneinstrahlung und nach dem Badenerneut auftragen
- Auftragen auf Hände, Dekolleté und Hals, die oft vergessen werden
- Hut mit breiter Krempe, Sonnenbrille, UV-schützende Kleidung
- Suche nach Schatten während der heißesten Stunden (10–16 Uhr)
- Strikter Verzicht auf Solarien (nachweislich krebserregend, eingestuft in Gruppe 1)
- Verzicht auf photosensibilisierende Kosmetika vor dem Sonnenbad (ätherische Zitrusöle, Zitronensaft, AHA, BHA, Retinol)
- Vorsicht bei photosensibilisierendenMedikamenten (Beipackzettel lesen, Apotheker fragen)
- Frühzeitige Behandlung von Hautentzündungen, um bleibende Narben zu vermeiden
- Vermeidung des Herumdrückens an Pickeln und Hautveränderungen
- Antioxidantien im morgendlichen Serum (Vitamin C, Vitamin E)
Für längere Sonnenexpositionen bietet unser Sortiment an Sonnenschutzprodukten mit hohem Lichtschutzfaktor geeignete Produkte an.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Hyperpigmentierung?
Es gibt verschiedene Optionen, die mit einem Dermatologen besprochen werden sollten:
- Topische kosmetische Pflegeprodukte: Seren und Cremes auf Basis von Vitamin C, Niacinamid, Azelainsäure, Kojisäure, Arbutin und Glabridin
- TopischeTranexamsäure: ein aufstrebendes Mittel gegen Melasma
- Kosmetische AHA (Glykolsäure, Milchsäure, Mandelsäure): sanfte Peelings (photosensibilisierend)
- Hydrochinon: in Frankreich verschreibungspflichtiges, hochwirksames Mittel, das unter ärztlicher Aufsicht in einer Kurzzeitkur angewendet wird (kontraindiziert während der Schwangerschaft und Stillzeit)
- Tretinoin: verschreibungspflichtiges Medikament, teratogen, während der Schwangerschaft und Stillzeit kontraindiziert
- Oberflächliche bis mitteltiefechemische Peelings in der Arztpraxis
- Mikrodermabrasion: mechanisches Peeling bei oberflächlichen Pigmentflecken
- Intense Pulsed Light (IPL): geeignet für klar abgegrenzte Lentigines auf heller Haut
- Q-Switch- oder Pikosekunden-Laser: sehr wirksam bei Lentigines
- Kryotherapie mit flüssigem Stickstoff bei bestimmten vereinzelten Flecken
- Mikronadelung und Mesotherapie je nach Indikation
Unsere Abteilung gegen Pigmentflecken umfasst dermokosmetische Pflegeprodukte aus der Apotheke. Medizinische Behandlungen fallen in den Zuständigkeitsbereich des Dermatologen.
Wie wirkt Vitamin C auf die Pigmentierung?
Vitamin C (L-Ascorbinsäure) ist einer der am besten dokumentierten Wirkstoffe:
- Antioxidativ: neutralisiert freie Radikale, die durch UV-Strahlung, Umweltverschmutzung und Tabakrauch entstehen
- Reguliert die Melaninproduktion, indem es die damit verbundene Enzymaktivität hemmt
- Trägt zu einem gleichmäßigen Teint und sichtbarer Ausstrahlung bei
- Verstärkt die Wirksamkeit des damit kombinierten Sonnenschutzes
- Unterstützt die Hautfunktionen, die für die Hautqualität entscheidend sind
- Gute Verträglichkeit während der Schwangerschaft in kosmetischer Standardkonzentration
Anwendungshinweise:
- Vitamin-C-Serum morgens auf die gereinigte Haut auftragen, vor der Feuchtigkeitscreme und dem Sonnenschutz
- Wirksame Konzentrationen: 10 bis 20 % reines L-Ascorbinsäure
- Besser verträgliche,stabilisierte Formen: Ascorbylglucosid, Magnesiumascorbylphosphat, Ascorbyltetraisopalmitat
- Undurchsichtige und luftdichteVerpackung: Vitamin C oxidiert unter Einwirkung von Licht und Luft
- 48 Stunden vor der regelmäßigen Anwendungeinen Verträglichkeitstest durchführen
- Kompatibel mit Hyaluronsäure, Niacinamid und Lichtschutzfaktor
Was ist Melasma?
Melasma (Chloasma, „Schwangerschaftsmaske“) ist eine besondere Form der Hyperpigmentierung:
- Aussehen: beidseitige und symmetrische braune oder graue Flecken
- Lokalisierung: Stirn, Wangen, Oberlippe, Nase, manchmal Hals und Unterarme
- Betroffene Personengruppe: überwiegend Frauen (Verhältnis 9 Frauen zu 1 Mann), insbesondere Hauttypen III bis V
- Hauptauslöser: Schwangerschaft, östrogen-gestagene Verhütungsmittel, Hormonersatztherapien
- Verschlimmernde Faktoren: Sonneneinstrahlung (UV-Strahlung und sichtbares Licht), genetische Faktoren
- Tendanz zum Wiederauftreten bei jeder neuen Sonnenexposition oder hormonellen Schwankung
- Schwieriger zu behandeln als isolierte Lentigines (variables Ansprechen und häufige Rezidive)
- Epidermale, dermale oder gemischte Beteiligung je nach Tiefe (durch Dermatoskopie zu beurteilen)
Bei der Schwangerschaftsmaske wird die aktive Behandlung oft bis nach der Entbindung und dem Abstillen aufgeschoben. Ein strikter Lichtschutz bleibt unerlässlich.
Ist die Hypopigmentierung reversibel?
Die Reversibilität hängt von der Ursache der Hypopigmentierung ab:
- Postinflammatorische Hypopigmentierung: oft vorübergehend, klingt innerhalb mehrerer Monate ab
- Pityriasis versicolor: Rückbildung nach antimykotischer Behandlung und schrittweiser Sonnenexposition möglich
- Vitiligo: unvorhersehlicher Verlauf, Behandlungsmöglichkeiten, jedoch keine Garantie für eine vollständige Heilung (UVB-Phototherapie, topische Kortikosteroide, Calcineurin-Hemmer, Repigmentierung nach dermatologischer Beratung)
- Albinismus: genetisch bedingt, nicht reversibel
- Halo-Naevus: kann sich spontan zurückbilden
- Hypopigmentierte Narben: teilweise Besserung durch Mikronadelung, Dermabrasion oder Laserbehandlung möglich
Eine dermatologische Untersuchung ist unerlässlich, um die Ursache genau zu ermitteln und die geeigneten Behandlungen zu empfehlen. Ein verstärkter Sonnenschutz ist an den hypopigmentierten Stellen unerlässlich (erhöhte UV-Empfindlichkeit).
Welche Rolle spielen chemische Peelings?
Chemische Peelings stellen eine wichtige Behandlungsoption dar:
- Prinzip: Auftragen einer Säurelösung, die die oberflächlichen bis mittleren Hautschichten abträgt
- Oberflächliche Peelings: Glykolsäure 30–70 %, Mandelsäure, Milchsäure, Salicylsäure
- Mitteltiefe Peelings: TCA (Trichloressigsäure) 15–35 %, manchmal in Kombination
- Tiefenpeelings: Phenol, nur in bestimmten dermatologischen Fällen
- Indikationen: postinflammatorische Hyperpigmentierung, leichtes bis mittelschweres Melasma, Sonnenflecken, Aknenarben
- Anzahl der Sitzungen: 3 bis 6 Sitzungen im Abstand von 2 bis 4 Wochen bei oberflächlichen Peelings
- Nachwirkungen: Rötungen, sichtbare Hautschuppung, erhöhte Empfindlichkeit über mehrere Tage bis Wochen, je nach Tiefe
- Kontraindikationen: Schwangerschaft, Stillzeit, aktiver Herpes, Wundheilungsstörungen, kürzliche Sonnenexposition
- Vorsicht bei dunklen Hauttypen (Risiko einer paradoxen Hyperpigmentierung)
Peelings müssen von einem geschulten Arzt durchgeführt werden, wobei vor und nach der Behandlung strenger Sonnenschutz erforderlich ist. Eine vorherige dermatologische Beratung ist unerlässlich.
Welchen Stellenwert haben natürliche Heilmittel?
Bestimmte Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs werden verwendet, allerdings mit begrenzten und variablen Ergebnissen:
Mit Vorsicht anzuwenden:
- ReinesAloe-Vera-Gel: beruhigend und feuchtigkeitsspendend (vorheriger 48-Stunden-Test)
- Süßholzextrakt (Glabridin) in kosmetischen Formulierungen
- Grüner Tee zur äußerlichen Anwendung: pflanzliche Antioxidantien
- Hagebuttenöl: nur abends anwenden
- Reiner Honig als Maske: Vorab-Allergietest
Unbedingt zu vermeiden:
- Zitronensaft auf der Haut: stark phytophototoxisch, kann durch Lichtempfindlichkeit Verbrennungen verursachen und Hautflecken verschlimmern (Gegenteil des gewünschten Effekts)
- Ätherische Öle aus Zitrusfrüchten (Bergamotte, Zitrone, Bitterorange): photosensibilisierend
- Unverdünnter Apfelessig: reizend, bringt den Haut-pH-Wert aus dem Gleichgewicht
- Reines Kurkuma zur äußerlichen Anwendung: färbt die Haut gelb, Allergierisiko
- Ätzende oder unbewährteHausrezepte
Kosmetisch formulierte Pflegeprodukte bieten eine besser vorhersehbare Wirksamkeit und eine bessere Verträglichkeit als Hausmittel. Fragen Sie immer Ihren Apotheker um Rat, bevor Sie ein Rezept im Gesicht anwenden, insbesondere bei empfindlicher Haut oder bestehenden Pigmentstörungen. Bei hartnäckigen oder sich weiterentwickelnden braunen Flecken ist die Meinung eines Dermatologen sehr wertvoll.