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Wie lässt sich die Krätze beim Menschen wirksam behandeln und vorbeugen?

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Was ist Krätze beim Menschen und wie wird sie übertragen?

Die Krätze beim Menschen ist ein Hautbefall durch die Milbe Sarcoptes scabiei var. hominis – einen mikroskopisch kleinen Ektoparasiten, der Gänge (Rillen) in die oberflächlichen Schichten der Hornschicht gräbt, um dort seine Eier abzulegen. Die Immunreaktion (verzögerte Überempfindlichkeit gegenüber den Proteinen der Milbe) verursacht den charakteristischen Juckreiz. Antiparasitäre Mittel finden Sie im Sortiment „Antiparasitika“ und praktische Tipps auf der Seite „Befallene Bereiche“.

  • Übertragung: längerer direkter Hautkontakt (≥ 10–15 Minuten Haut-zu-Haut-Kontakt) – erforderlich für die Übertragung der Milbe von einer Person auf eine andere – Haushaltsmitglieder, Sexualpartner, ungeschützte Pflegekräfte – indirekte Übertragung möglich, jedoch seltener (Bettwäsche, Kleidung), da die Sarcoptes-Milbe außerhalb des menschlichen Körpers 72 Stunden überlebt
  • Typische Symptome: starker, vorwiegend nächtlicher Juckreiz (das erste und früheste Symptom) – Scabies-Rillen (dünne, gewundene, gräuliche Linien von 5 bis 15 mm – pathognomonisch) — juckende Hautveränderungen (Papeln, Bläschen, Pusteln) — sekundäre Kratzläsionen (Exkoriationen, Krusten) — Säuglinge und Kleinkinder: mögliche Beteiligung der Kopfhaut, des Gesichts und der Fußsohlen
  • Bevorzugte Bereiche: Zwischenräume der Finger und Zehen, Handgelenke, Innenseiten der Ober- und Unterarme, Achselhöhlen, Nabel, Taillenbereich, Genitalien beim Mann, Brustwarzenhöfe bei der Frau — Gesicht und Kopfhaut bleiben bei immunkompetenten Erwachsenen verschont
  • Inkubationszeit: 3 bis 4 Wochen bei Erstbefall (erster Kontakt) — nur 24 bis 48 Stunden bei einem erneuten Befall (gespeicherte Immunantwort)

Wie behandelt man Krätze und desinfiziert die Umgebung?

Die Behandlung muss unbedingt bei allen engen Kontaktpersonen gleichzeitig erfolgen, auch bei den asymptomatischen – andernfalls ist eine erneute Ansteckung sicher.

  • Permethrin 5 % als Creme (Standardbehandlung zur äußerlichen Anwendung): Auftragen auf den gesamten Körper vom Hals bis zu den Zehen – nach 8 Tagen wiederholen – Einwirkzeit 8 bis 12 Stunden – gründlich abwaschen – Säuglinge und Kinder: Auch Kopfhaut, Gesicht und hinter den Ohren einbeziehen
  • Benzylbenzoat (Ascabiol-Lotion): topische Alternative – 1 bis 3 Anwendungen gemäß Protokoll – Einwirkzeit 24 Stunden – reizend, bei verletzter Haut mit Vorsicht anwenden – das genaue Protokoll muss gemäß der Packungsbeilage strikt befolgt werden
  • Orales Ivermectin (200 μg/kg): auf ärztliche Verschreibung – wird bei schweren Formen, in Gemeinschaftseinrichtungen oder bei Versagen bzw. Unverträglichkeit der topischen Behandlung angewendet – zwei Einnahmen an Tag 1 und Tag 8
  • Dekontamination der Umgebung: Bettwäsche, Kleidung und Handtücher bei 60 °C waschen oder mit einem Milbenbekämpfungsmittel behandeln (Milbenbekämpfungsspray oder luftdichter Beutel für mindestens 72 Stunden bei nicht waschbaren Gegenständen) – Bettwäsche, Sofas und Teppiche lüften und absaugen
  • Juckreiz nach der Behandlung: Der Juckreiz kann noch 2 bis 4 Wochen nach der vollständigen Beseitigung der Milben anhalten – es handelt sich um eine verbleibende Immunreaktion —Aloe-Vera-Gel und beruhigende Cremes mit Centella asiatica lindern anhaltenden Juckreiz — orale Antihistaminika nach ärztlicher Anweisung — die Behandlung gegen Krätze nicht ohne ärztlichen Rat wiederholen (Toxizitätsrisiko)

Welche besonderen Formen und spezifischen Vorsichtsmaßnahmen gibt es?

  • Norwegische Krätze (krustige Krätze): Form mit starkem Befall bei immungeschwächten Personen (HIV, Blutkrankheiten, Langzeittherapie mit Kortikosteroiden, hohes Alter) — hyperkeratotische Krusten auf der gesamten Hautoberfläche, die Tausende von Milben enthalten — hochgradig ansteckend, selbst bei kurzem oder indirektem Kontakt — erfordert strenge Isolierung + orales Ivermectin + gleichzeitige topische Behandlung + verstärkte Dekontamination — oft ist ein Krankenhausaufenthalt erforderlich
  • Krätze bei Säuglingen: Befall der Hand- und Fußsohlen (Scabies-Knötchen an den Fußsohlen und Handflächen) — Reizbarkeit und Schlafstörungen — bestimmte topische Behandlungen sind vor dem 2. Lebensmonat (Ivermectin) oder vor dem 1. Lebensmonat (Permethrin) kontraindiziert — pädiatrische Beratung unerlässlich
  • Sarkoptische Krätze bei Tieren: wird durch eine andere Art verursacht (Sarcoptes scabiei var. canis) — kann beim Menschen vorübergehenden Juckreiz auslösen, aber die Milbe vermehrt sich nicht auf der menschlichen Haut — das befallene Tier behandeln, um wiederholte Expositionen zu vermeiden
  • Pflegepersonal: Tragen von Handschuhen bei der Anwendung der Behandlungen — Schutzkleidung separat waschen — Meldepflicht bei Massenausbrüchen (Seniorenheime, Krankenhausabteilungen) gemäß den ARS-Protokollen
  • Unverzüglich einen Arzt aufsuchen bei: diagnostischem Zweifel – Kindern unter 2 Monaten oder Säuglingen – Immunschwäche – Verdacht auf norwegische Krätze – ausbleibender Besserung nach zwei ordnungsgemäß durchgeführten Behandlungszyklen