Die Kokosnuss (Cocos nucifera) ist die Frucht der Kokospalme, deren fast alle Teile als Nahrungsergänzungsmittel, in der Kosmetik oder in der Phytotherapie verwertbar sind. In der Drogerie sind die am häufigsten anzutreffenden Formen natives oder fraktioniertesKokosöl, gefriergetrocknetes Kokoswasserpulver, Kapseln mit konzentrierten Fruchtfleischextrakten und Nahrungsergänzungsmittel auf der Basis von MCT (mittelkettigen Triglyceriden). Diese Formen unterscheiden sich durch ihre Zusammensetzung und ihre Verwendung: Das kaltgepresste native Öl bewahrt das gesamte Laurinsäureprofil und den charakteristischen Geschmack, während das fraktionierte Öl (MCT 8:10) nur Caprylsäure und Caprinsäure enthält, keine Laurinsäure, und bei jeder Temperatur flüssig bleibt.
Frisches Kokoswasser ist von Natur aus isotonisch und weist eine Elektrolytzusammensetzung auf, die der von Blutplasma nahekommt: etwa 250 mg Kalium/100 ml (das ist fünfmal mehr als in den meisten Sportgetränken), 25 mg Magnesium und 105 mg Natrium. Es stellt eine natürliche Alternative zu synthetischen isotonischen Getränken bei moderater körperlicher Belastung von weniger als einer Stunde dar. Sein Gehalt an natürlichen Kohlenhydraten (4–5 g/100 ml) liefert eine moderate Energiezufuhr ohne Insulinanstieg. Als gefriergetrocknetes Pulver konzentriert es diese Elektrolyte in einer praktischen Form, die zur Regeneration nach sportlicher Betätigung oder zur Flüssigkeitszufuhr bei Durchfall oder großer Hitze eingesetzt wird.
Beide Formen haben unterschiedliche Anwendungsbereiche:
Die Laurinsäure im Kokosöl wird im Körper in Monolaurin umgewandelt, ein Monoglycerid mit in vitro nachgewiesenen antimikrobiellen Eigenschaften gegen behüllte Viren (HSV, HIV), Bakterien (Staphylococcus aureus, Helicobacter pylori) sowie Pilze (Candida albicans). Diese Wirkungen wurden unter kontrollierten Bedingungen beobachtet und stellen keine in vivo validierte therapeutische Indikation dar. Zur Stärkung der natürlichen Immunabwehr liefert die Kokosnuss zudem Vitamin C (in geringen Mengen im frischen Kokoswasser), Zink und antioxidative Polyphenole, die die unspezifische Immunantwort unterstützen.
Kokosöl hat eine stark weichmachende Wirkung, die besonders bei sehr trockener und atopischer Haut von Vorteil ist. Eine klinische Studie (Evangelista et al., 2014) hat seine Wirksamkeit bei atopischemEkzem im Vergleich zu Mineralöl nachgewiesen. Dank seiner Tocopherole verzögert es zudem die oxidative Hautalterung. Aufgrund seines hohen Komedogenitätsindexes (4/5) ist es jedoch bei akneanfälliger, Mischhaut oder fettiger Haut ausdrücklich kontraindiziert. Im Gesicht können Personen mit empfindlicher, nicht akneanfälliger Haut es vorsichtig anwenden, nachdem sie zuvor einen Hauttest an einer kleinen Stelle durchgeführt haben.
Was Sie vor der Verwendung von Kokosnussderivaten beachten sollten: