Entzug bezeichnet den Prozess der Beendigung des Konsums einer Suchtmittel – Medikamente, Alkohol, Tabak oder andere Drogen – sowie die Bewältigung der daraus resultierenden körperlichen und psychischen Symptome. Diese Symptome variieren je nach Substanz, umfassen jedoch häufig Kopfschmerzen, Übelkeit, Angstzustände, Zittern, übermäßiges Schwitzen, Reizbarkeit und Schlafstörungen. Bei bestimmten Substanzen wie Opioiden oder Alkohol können die Symptome deutlich schwerwiegender sein und eine dringende medizinische Versorgung erfordern.
Die akuten Symptome dauern in der Regel einige Tage bis zu einer Woche an, doch bestimmte Auswirkungen – insbesondere das Verlangen (Cravings) – können mehrere Monate andauern. Die Dauer und Intensität hängen von der konsumierten Substanz, der Dauer und Menge des bisherigen Konsums sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand der Person ab.
Ein Entzug ohne ärztliche Überwachung kann bei bestimmten Substanzen gefährlich oder sogar tödlich sein – dies ist eine wichtige Information, die man vor jedem Versuch, den Konsum einzustellen, kennen sollte. Benzodiazepine, Opioide und vor allem Alkohol bergen schwere Entzugsrisiken: epileptische Anfälle, Halluzinationen, Delirium (Delirium tremens bei Alkohol) und in Extremfällen den Tod. Bei diesen Substanzen ist eine vorherige ärztliche Beratung zwingend erforderlich – der Entzug muss unter Aufsicht erfolgen, manchmal im Krankenhaus, niemals völlig auf eigene Faust.
Im Gegensatz dazu ist der Tabakentzug zwar anstrengend, aber in der Regel körperlich weniger gefährlich und kann in den meisten Fällen zu Hause bewältigt werden – siehe die Seite zum Thema Tabakentzug. Dieser Unterschied im Schweregrad je nach Substanz erklärt, warum keine Verallgemeinerungen möglich sind: Jeder Entzug erfordert eine individuelle Beurteilung seines potenziellen Gefahrenpotenzials.
Die medizinischen Behandlungen variieren je nach Substanz: Methadon oder Buprenorphin bei Opioiden, spezifische Protokolle unter Aufsicht bei Alkohol und Benzodiazepinen, Nikotinersatzpräparate bei Tabak. In der Regel wird diese Behandlung durch eine Verhaltenstherapie ergänzt, um die mit der Abhängigkeit verbundenen Verhaltensweisen zu identifizieren und zu ändern, und Rehabilitationsprogramme bieten intensive und kontinuierliche Unterstützung bei schwersten Abhängigkeiten.
Ergänzend zu einer auf die jeweilige Substanz abgestimmten medizinischen Betreuung unterstützen verschiedene natürliche Ansätze den Entzug bei leichteren Symptomen:
Um einem Rückfall nach einem erfolgreichen Entzug vorzubeugen, sind mehrere Maßnahmen unerlässlich: Vermeidung von Situationen und Auslösern, die mit dem Konsum in Verbindung stehen, Aufrechterhaltung eines starken Unterstützungsnetzwerks (Angehörige, Selbsthilfegruppen wie Narcotics Anonymous oder Alcoholics Anonymous), die Therapie und Nachsorgebehandlungen fortzusetzen sowie einen gesunden Lebensstil zu pflegen, der regelmäßige Bewegung und Aktivitäten zur Förderung des psychischen Wohlbefindens umfasst. Bei Zweifeln hinsichtlich des Schweregrads einer Sucht oder der Sicherheit eines Entzugs ist es nach wie vor am sichersten, einen Arzt, ein auf Suchtmedizin spezialisiertes Zentrum oder eine spezielle Hotline zu kontaktieren.