Was ist eine Waschcreme und worin unterscheidet sie sich von einem Waschgel?
Die Waschcreme ist die sanfteste und reichhaltigste Formulierung unter den Körperreinigungsprodukten – eine Emulsion, in der die Reinigungswirkstoffe mit einer erheblichen Menge an Fettstoffen kombiniert sind. Während das Waschgel eine leichte, wässrige Textur hat, ist die Waschcreme cremig, fast wie eine Feuchtigkeitscreme, die gleichzeitig reinigt.
- Duschgel: wässrige Basis, mäßiger Schaum, zieht schnell ein – für empfindliche Haut, die Leichtigkeit wünscht
- Waschcreme: reichhaltige emulgierte Basis, wenig oder kein Schaum, cremiges Gefühl – für sehr trockene Haut, schwere atopische Dermatitis, ältere Menschen und durch Behandlungen geschwächte Haut
- Die Waschcreme kann bei bestimmten Formulierungen ohne Abspülen verwendet werden (Baby-Waschbad, Menschen mit eingeschränkter Mobilität)
- Ziel-pH-Wert: 5–5,5 – gleiche Anforderungen wie bei Gels, aber der hohe Lipidgehalt gleicht die Verluste während der Reinigung besser aus
Wer braucht wirklich eine Reinigungscreme statt eines Duschgels?
Die Waschcreme ist das Mittel der Wahl in Situationen, in denen die Hautbarriere stark beeinträchtigt ist.
- Schwere atopische Hauterkrankungen (Ekzem): Die Waschcreme ersetzt selbst das rückfettende Duschgel – spezielle Produktreihen (Avène XeraCalm, La Roche-Posay Lipikar lavant) sind für akute Schübe und die tägliche Pflege formuliert
- Ältere Menschen: Die Haut im Alter verliert irreversibel ihre Lipide – die Waschcreme ist die schonendste Variante, oft ohne obligatorisches Abspülen
- Säuglinge und Kleinkinder (atopische oder sehr trockene Haut): spezielle, parfümfreie Waschcreme ohne Abspülen, auf ärztliche Empfehlung
- Haut bei Chemotherapie oder Strahlentherapie: extreme Schwächung der Hautbarriere – die auf dermatologische Verschreibung erhältliche Waschcreme ist oft die einzige verträgliche Formel
- Empfindliche Haut mit ständigem Spannungsgefühl: Selbst ein rückfettendes Gel reicht nicht mehr aus
Welche Inhaltsstoffe zeichnen eine gute Waschcreme aus?
Der hohe Gehalt an lipidischen Wirkstoffen unterscheidet eine echte dermatologische Waschcreme von cremigen Reinigungsprodukten, die nur aus Marketinggründen angeboten werden.
- Pflanzliche Öle (Süßmandel, Jojoba, Sonnenblume): Bauen den Lipidfilm während der Reinigung wieder auf – in höheren Konzentrationen als in einem rückfettenden Gel
- Kolloidaler Hafer: Wirkstoff gegen Juckreiz und zur Wiederherstellung der Hautbarriere – der Maßstab für atopische Haut bei spezialisierten Reinigungscremes
- Glycerin + Harnstoff: tiefwirksame Feuchthaltemittel – Harnstoff verbessert die Durchlässigkeit der Hautbarriere bei chronisch sehr trockener Haut
- Ultra-milde Tenside (PEG-frei, nichtionisch): reinigen, ohne die Haut auszutrocknen — in Waschcremes im Vergleich zu Gels in geringerer Menge enthalten
- Ohne Duftstoffe, ohne MIT, ohne EDTA: Dermatologische Waschcremes verzichten konsequent auf die gängigsten Sensibilisatoren
Wie wendet man eine Waschcreme im Alltag an?
- Je nach Formulierung auf die trockene oder leicht feuchte Haut auftragen – manche Waschcremes werden wie eine Creme aufgetragen, mit etwas Wasser emulgiert und anschließend abgespült
- Weitere „abspülfreie“ Formate: Mit einem Wattepad oder einem weichen Waschhandschuh auf die Haut auftragen, ohne Wasser abwischen – für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder sehr empfindlicher Haut
- Ausschließlich lauwarmes Wasser – dieselbe Regel wie bei allen Hautreinigungsprodukten
- Zum Trocknen leicht abtupfen, unmittelbar danach eine pflegende Creme oder einen Balsam auftragen
- Zur Pflege bei atopischer Haut: Reinigungscreme morgens + pflegender Balsam – die Reinigungscreme am Abend kann Duschgel und Körpermilch in einem einzigen Schritt ersetzen
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