Die Varroatose ist eine Parasitose, die durch Varroa destructor verursacht wird, eine äußere Milbe, die weltweit Honigbienenvölker befällt. Dieser Parasit vermehrt sich in der verdeckelten Brut, ernährt sich von der Hämolymphe der Larven und der erwachsenen Bienen und überträgt verheerende Viren wie das Deformed-Wing-Virus und das Akute-Lähmungs-Virus. Ohne Behandlung bricht ein stark befallener Bienenstock innerhalb von 2 bis 3 Jahren zusammen. Die Varroatose ist heute die Hauptursache für das Wintersterben von Bienenstöcken in Europa, und ihre Behandlung ist für jeden Imker in Frankreich gesetzlich vorgeschrieben. Propolis, ein von den Bienen gesammeltes Pflanzenharz mit antiseptischen Eigenschaften, verdeutlicht ihre natürliche Fähigkeit, sich gegen Krankheitserreger zu wehren – reicht jedoch nicht aus, um Varroa zu bekämpfen.
Zwei Gruppen von Tierarzneimitteln verfügen in Frankreich über eine Zulassung zur Behandlung der Varroatose:
Diese Behandlungen dürfen nur in Zeiträumen durchgeführt werden, in denen kein Honig reift, um jegliche Kontamination zu vermeiden. Sie unterliegen je nach Vorschrift einer tierärztlichen Verschreibung oder einer Rückverfolgbarkeitspflicht. Die Bienenprodukte (Honig, Wachs) können beeinträchtigt werden, wenn die vorgeschriebenen Wartezeiten nicht eingehalten werden.
Organische Säuren stellen eine wertvolle Alternative zu synthetischen Akariziden dar, insbesondere in der biologischen Imkerei oder bei Resistenzen. Oxalsäure (3,5-prozentige Lösung oder Gel) wird während der Winterung ohne Brut eingesetzt – direkt auf die Bienen geträufelt oder durch Heißsublimation versprüht, erreicht sie eine Wirksamkeit von 90 bis 95 % bei phoretischen Varroamilben, bleibt jedoch gegenüber eingedeckelten Varroamilben unwirksam. Ameisensäure (60–65-prozentige Lösung) hat den Vorteil, dass sie auch in der verdeckelten Brut wirkt – sie wird im Spätsommer über einen Zeitraum von 3 bis 4 Wochen durch langsame Verdunstung verabreicht. Ihre Kombination bietet eine umfassendere Abdeckung des Lebenszyklus der Varroamilbe. Bienenwachs kann Spuren organischer Säuren binden, doch in therapeutischen Konzentrationen liegen die Rückstände weit unter den Grenzwerten für Lebensmittelsicherheit.
Thymol (ein aus Thymian gewonnenes natürliches Phenol) ist nach den organischen Säuren das am häufigsten verwendete natürliche Akarizid. Es wird als langsam freisetzendes Gel oder als getränkte Plättchen mit einer Kombination aus Thymol, Eukalyptol und Kampfer vertrieben und wirkt gasförmig auf phoretische Varroamilben sowie teilweise in der Brut. Seine Wirksamkeit ist bei Temperaturen zwischen 15 und 30 °C optimal – darunter ist die Verdunstung unzureichend; oberhalb von 35 °C können die Dämpfe die Bienen belasten. Es wird im Sommer und Herbst in Kurbehandlungen von 4 bis 6 Wochen angewendet und ist die Behandlung der Wahl im ökologischen Landbau, da es bei therapeutischen Konzentrationen keine Rückstände im Honig oder im Wachs hinterlässt. Gute Imkereipraktiken sind Teil einer ganzheitlichen Betreuung aller Tiere, für deren Gesundheit wir verantwortlich sind.
Keine einzelne Behandlung reicht aus, um die Varroamilbe dauerhaft zu bekämpfen – eine integrierte Strategie ist unerlässlich. Die regelmäßige Überwachung des Befallsgrades (Zählung auf der Bodenplatte oder Alkoholtest, Eingreifschwelle: 3 Varroamilben pro 100 Bienen im Sommer) ermöglicht es, zum richtigen Zeitpunkt einzugreifen. Der Wechsel zwischen verschiedenen Behandlungsgruppen (organische Säuren im Winter, Thymol im Sommer, konventionelle Medikamente bei Bedarf) begrenzt die Entwicklung von Resistenzen. Das Einfangen der Drohnenbrut – in der sich die Varroamilbe bevorzugt vermehrt – ist eine ergänzende mechanische Methode. Die Selektion von Königinnen mit hygienischem Verhalten (Fähigkeit, befallene Brut zu erkennen und zu beseitigen) ist langfristig ein vielversprechender genetischer Ansatz. Die Pflege von Haustieren und Nutztieren folgt derselben Logik der Prävention und regelmäßigen Überwachung.
Der Behandlungsplan gliedert sich in zwei Hauptphasen. Die Sommerbehandlung (Juli–August), die nach der letzten Honigernte und vor der Geburt der Winterbienen durchgeführt wird, zielt darauf ab, den Befall vor der Bildung des Wintertraubens zu reduzieren – einer kritischen Phase, in der eine hohe Varroa-Belastung das Überleben des Bienenvolkes gefährdet. Die Winterbehandlung (Dezember–Januar), bei der keinerlei verdeckelte Brut vorhanden ist, ermöglicht es, die verbleibenden phoretischen Varroamilben mit maximaler Wirksamkeit durch Oxalsäure zu beseitigen. Diese zweimalige jährliche Behandlung ist das empfohlene Minimum. Bei starkem Parasitenbefall oder der Entwicklung von Resistenzen können Zwischenbehandlungen in Absprache mit einem Imkereiberater oder einem Tierarzt erforderlich sein. Die Rückverfolgbarkeit der Behandlungen (Zuchtregister) ist in Frankreich vorgeschrieben und stellt ein wertvolles Instrument zur Überwachung dar, um die Strategie von einer Saison zur nächsten anzupassen. Im Zweifelsfall wenden Sie sich bitte an den Tierarzt oder die Imkergesundheitsschutzgruppe Ihres Departements.