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Schluckauf: Ursachen, Hausmittel und chronischer Schluckauf

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Was ist Schluckauf und wie entsteht er?

Schluckauf (oder Singultus) ist eine unwillkürliche, krampfartige Kontraktion des Zwerchfells – gefolgt von einem plötzlichen Schließen der Stimmritze, das das charakteristische „Hic“-Geräusch erzeugt. In der Regel ist er harmlos und selbstlimitierend (< 48 Stunden), kann jedoch in seltenen Fällen chronisch werden und auf eine zugrunde liegende Erkrankung hinweisen. Unser Sortiment für den Verdauungskomfort enthält Wirkstoffe, die das Zwerchfell und das damit verbundene Verdauungssystem beruhigen.

  • Wirkmechanismus: Der Nervus phrenicus (innerviert das Zwerchfell) und der Nervus vagus (innerviert den Magen und die Speiseröhre) sind die beiden Hauptakteure – ihre Reizung löst den Schluckaufreflex aus
  • Häufige Ursachen im Verdauungsbereich: Magenüberdehnung (zu schnelles Essen, übermäßige Nahrungsaufnahme, kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol) – Aerophagie – siehe unsere Seite zu Simeticon zur Verringerung von Magenblähungen
  • Reizbedingte Ursachen: scharfe oder heiße Speisen (reizen direkt die Speiseröhre) – plötzliche Temperaturschwankungen – bestimmte Medikamente (Kortikoide, Benzodiazepine)
  • Emotionale Ursachen: Stress, starke Emotionen, anhaltendes Lachen – Aktivierung des autonomen Nervensystems → Zwerchfellkrampf
  • Schluckauf bei Säuglingen: sehr häufig und harmlos – unreifes Zwerchfell + Luftverschlucken beim Stillen – verschwindet von selbst – aufrechte Position nach dem Essen + leichteres Aufstoßen

Natürliche Heilmittel und Vagusreflexe zur Linderung des Schluckaufs

Die meisten Volksheilmittel wirken, indem sie den Vagusnerv stimulieren oder den CO₂-Gehalt im Blut erhöhen (entspannende Wirkung auf das Zwerchfell). Ergänzen Sie dies mit unseren „physio“-Wirkstoffen für mehr Wohlbefinden.

  • Atem 10–30 Sekunden anhalten: erhöht den CO₂-Gehalt im Blut → entspannt das Zwerchfell — wirksamste und am besten dokumentierte Methode — dreimal wiederholen
  • Langsam kaltes Wasser trinken: stimuliert den Vagusnerv über die Speiseröhre + lokale Abkühlung des Zwerchfells – in kleinen, kontinuierlichen Schlucken trinken, ohne dabei Luft zu holen
  • Zucker auf der Zunge: stimuliert den Vagusnerv über die Geschmacksknospen – einen Teelöffel braunen Zucker oder Honig langsam auflösen – besonders wirksam bei Kindern
  • Sanfter Druck auf die geschlossenen Augenlider: stimuliert den okulokardialen Reflex (Vagusnerv) – 10–15 Sekunden lang leichtem Druck ausüben – niemals fest drücken (Risiko eines vasovagalen Reflexes)
  • Atmen in einen Papiertüten: erhöht schnell die Konzentration des eingeatmeten CO₂ → entspannt das Zwerchfell — Papiertüte (keine Plastiktüte) — 5–10 Atemzüge

Natürliche und wirksame Mittel gegen wiederkehrenden Schluckauf

  • Ingwer (Kräutertee oder Kapseln): magenprokinetisch + krampflösend — reduziert die Magendistension, die den Schluckauf auslöst — 500 mg vor den Mahlzeiten oder 10 Minuten ziehen lassen — erhältlich in unseren Nahrungsergänzungsmitteln für einen flachen Bauch
  • Simeticon: reduziert Gasblasen im Magen — verringert die Magenüberdehnung, die das Zwerchfell reizt — schnelle Linderung innerhalb von 15–30 Minuten — wirksam, wenn der Schluckauf mit Blähungen oder Völlegefühl zusammenhängt
  • Echte Kamille: krampflösend für das Zwerchfell und die Magenschleimhaut — 3 Minuten nach den Mahlzeiten als Aufguss einnehmen — lindert stress- oder angstbedingte neuromuskuläre Krämpfe
  • Pfefferminze (Kapseln oder milder Kräutertee): entspannt die glatte Muskulatur der Speiseröhre und des Zwerchfells – hilfreich bei Schluckauf, der durch Reflux oder Krämpfe der Speiseröhre verursacht wird – 1 Tasse nach dem Essen
  • Aktivkohle: reduziert die Magenfermentation (Blähungen = häufige Ursache für Schluckauf) – 1–2 Kapseln zwischen den Mahlzeiten – in ausreichendem Abstand zu anderen Medikamenten

Chronischer Schluckauf: Wann man einen Arzt aufsuchen sollte und medizinische Behandlungen

  • Akuter Schluckauf: < 48 Stunden – harmlos, selbstlimitierend – Hausmittel reichen aus – keine Abklärung erforderlich
  • Anhaltender Schluckauf: 48 Stunden–1 Monat – einen Arzt aufsuchen – Ursachen abklären: GERD, Gastritis, Hiatushernie, metabolische Ursachen (Hypokaliämie, Urämie)
  • Chronischer Schluckauf: > 1 Monat — eingehende Abklärung erforderlich (Endoskopie, Thorax- und Bauch-CT, MRT des Gehirns) — schwerwiegende Ursachen: Hirntumor, Meningitis, Schlaganfall, Perikarditis, Lungenentzündung, thorakale Neoplasie
  • Medikamentöse Behandlungen des chronischen Schluckaufs: Metoclopramid (Prokinetikum) — Baclofen (Muskelrelaxans) — Chlorpromazin (Sedativum) — Antikonvulsiva (Gabapentin) — als letztes Mittel: Blockade des Nervus phrenicus
  • Säuglinge: Häufiger Schluckauf nach dem Stillen → sicheres Drehen auf den Bauch oder aufrechte Position auf der Schulter + leichtes Aufstoßen — bei sehr häufigem Auftreten und starkem Erbrechen → kinderärztliche Untersuchung (Refluxkrankheit beim Säugling)