Schimmelpilze im Haushalt sind mikroskopisch kleine Pilze, die Sporen in die Raumluft abgeben. Abgesehen von Sachschäden stellen sie ein echtes Risiko für die Gesundheit der Atemwege und der Haut dar. Ihr frühzeitiges Erkennen und die Beseitigung der Feuchtigkeitsursachen sind der Schlüssel zu einem gesunden Wohnklima.
Was ist Schimmel und wie entsteht er?
Schimmelpilze sind Pilze, die feuchte Oberflächen besiedeln und dabei farbige Flecken (schwarz, grün, weiß) bilden. Ihre Sporen befinden sich ständig in der Luft, keimen jedoch erst, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind: eine Luftfeuchtigkeit von über 70 %, eine Temperatur zwischen 20 und 30 °C sowie ein organischer Nährboden (Holz, Papier, Stoff, Fugen). Am stärksten betroffen sind das Badezimmer, die Küche und schlecht belüftete Schlafzimmer. Oft treten sie gemeinsam mit Hausstaubmilben auf, die sich unter denselben Bedingungen vermehren.
Wie lässt sich Schimmelbefall erkennen?
Mehrere Warnzeichen ermöglichen eine frühzeitige Erkennung.
- Schwarze, grüne oder weiße Flecken auf Fugen, Wänden, Decken oder um Fenster herum
- Anhaltender muffiger Geruch, auch ohne sichtbare Flecken (versteckter Schimmel unter der Tapete oder hinter Möbeln)
- Farbe, die Blasen wirft, Risse bildet oder sich ablöst
- Verschlimmerung von Allergiesymptomen bei den Bewohnern (Rhinitis, Husten, Augenreizungen)
- Feuchtigkeit mit einem Hygrometer messen: Bei über 60 % die Belüftung anpassen
Welche Gesundheitsrisiken bestehen?
Eingatmete Schimmelsporen können verschiedene Atemwegs- und Hauterkrankungen auslösen oder verschlimmern.
- Verschlimmerung von Asthma und Atemwegserkrankungen bei empfindlichen Personen
- Allergische Rhinitis, Niesen, tränende Augen, Reizungen der Atemwege
- Hautreaktionen: Ekzeme, Rötungen, Juckreiz im Zusammenhang mit dem Kontakt zu Sporen
- Erhöhtes Infektionsrisiko bei immungeschwächten Personen (Aspergillus, Stachybotrys) – jede unerklärliche Verschlimmerung sollte einem Arzt gemeldet werden
Wie lässt sich Schimmel wirksam beseitigen?
Die Beseitigung umfasst sowohl die Oberflächenbehandlung als auch die Behebung der Ursachen.
- Vor jeder Behandlung Handschuhe, eine Maske und eine Schutzbrille tragen
- Nicht poröse Oberflächen (Fliesen, Fugen): antimykotische Desinfektionslösung oder im Verhältnis 1:10 verdünntes Bleichmittel
- Poröse Oberflächen (Holz, Stoff): Mit HEPA-Filter absaugen, mit Natron oder verdünntem Teebaumöl reinigen, lüften
- Den Bereich nach der Behandlung gut lüften und vollständig trocknen lassen
- Ausgedehnte oder wiederkehrende Befälle: einen zertifizierten Fachmann (Qualibat) hinzuziehen
Wie lässt sich Schimmelbildung vorbeugen?
Die Regulierung der Luftfeuchtigkeit ist die einzige nachhaltige Vorbeugungsmaßnahme.
- Jeden Raum täglich 10 Minuten lang lüften, insbesondere nach dem Duschen und Kochen
- Halten Sie die Raumluftfeuchtigkeit zwischen 40 und 50 % (Feuchtigkeitsmesser)
- Verwenden Sie einen Abluftventilator oder eine kontrollierte Wohnraumlüftung (VMC) im Bad und in der Küche
- Wäsche nicht in geschlossenen Räumen trocknen
- Wärmebrücken (Fenster, Wandecken) isolieren, an denen Kondenswasser das Keimen von Sporen begünstigt
Welche natürlichen Mittel helfen gegen Schimmel?
Natürliche Mittel sind vorbeugend und auf kleinen Flächen wirksam.
- Reiner weißer Essig: auftragen, 1 Stunde einwirken lassen, dann abwischen – wirkt gegen die meisten gängigen Schimmelpilzarten
- Natronpaste: sanfte Reinigung von Fugen und empfindlichen Oberflächen
- Mit Wasser verdünntes ätherisches Teebaumöl (15 Tropfen auf 250 ml): nachgewiesene antimykotische Wirkung als Spray
- Diese Lösungen dienen der Vorbeugung und Beseitigung auf kleinen Flächen – reichen jedoch bei starkem Befall nicht aus