Hydroalkoholisches Gel ist eine antiseptische Reibungslösung, deren Zusammensetzung von der WHO und den europäischen Gesundheitsbehörden geregelt wird. Seine alkoholische Basis – Ethanol oder Isopropanol – sorgt für die antimikrobielle Wirkung durch Denaturierung der Membranproteine von Krankheitserregern. Um wirksam zu sein, muss der Alkoholgehalt mindestens 60 % betragen (WHO), idealerweise 70 bis 80 %, um ein optimales Wirkungsspektrum gegen Bakterien, behüllte Viren und Hefen zu erzielen. Zertifizierte hydroalkoholische Gele sind im Sortiment an Desinfektions- und Antiseptika des Shops erhältlich.
Die WHO-Formel für die lokale Zubereitung umfasst 96-prozentigen Ethylalkohol, 3-prozentiges Wasserstoffperoxid (beseitigt im Alkohol verbleibende Bakteriensporen), 98 % Glycerin (feuchtigkeitsspendender Wirkstoff zum Schutz der Hautbarriere) sowie destilliertes oder abgekühltes abgekochtes Wasser. Diese Rezeptur gewährleistet eine Endkonzentration an Ethanol von etwa 80 %, was den Anforderungen an die viruzide Wirkung entspricht. Das Verfallsdatum ist stets zu überprüfen: Der Alkohol verdunstet nach und nach, und ein abgelaufenes Gel kann einen Teil seiner antimikrobiellen Wirksamkeit verloren haben.
Das hydroalkoholische Gel ist gegen die überwiegende Mehrheit der gängigen viralen und bakteriellen Infektionen wirksam, vorausgesetzt, es wird ein Produkt mit ausreichender Konzentration verwendet und die richtige Einreibetechnik angewendet. Es tötet schnell ab:
Demgegenüber ist das Gel wenig wirksam – oder sogar unwirksam – gegen Bakteriensporen (Clostridium difficile), nicht umhüllte Viren (Noroviren, Adenoviren, Rotaviren, Enteroviren) und Hände, die mit organischen Stoffen oder Fetten verschmutzt sind. In diesen Fällen ist das Waschen mit Wasser und Seife unerlässlich und kann nicht durch das Gel ersetzt werden. Alkoholhaltige Desinfektionstücher und hydroalkoholische Sprühlösungen sind praktische Alternativen zum herkömmlichen Gel, insbesondere zur schnellen Desinfektion kleiner Flächen oder wenn die Pumpflasche nicht zur Hand ist – sie müssen dieselbe Mindestalkoholkonzentration aufweisen, um wirksam zu sein.
Die Reibetechnik ist ebenso wichtig wie die Konzentration des Produkts. Tragen Sie 3 ml (eine großzügige haselnussgroße Menge) auf die trockenen Hände auf, reiben Sie sie dann 20 bis 30 Sekunden lang ein, wobei Sie alle Oberflächen abdecken – Handflächen, Handrücken, Fingerzwischenräume, Nagelränder, Handgelenke – und lassen Sie das Gel trocknen, ohne es abzuwischen. Um die Hautbarriere bei häufigem Gebrauch (Pflegepersonal, Mitarbeiter mit Publikumsverkehr) zu schützen, wählen Sie ein mit Glycerin oderAloe-Vera-Extrakt angereichertes Gel und wechseln Sie regelmäßig mit dem Waschen mit milder Seife ab. Bei atopischer oder sehr trockener Haut kann die Anwendung eines topischen Vitamin-C-Präparats oder einer Schutzcreme zwischen den Waschvorgängen hilfreich sein, um den Feuchtigkeitsverlust der Haut zu begrenzen.
Was die Lagerung betrifft, bewahren Sie die Flasche an einem kühlen, trockenen Ort auf, geschützt vor direktem Lichteinfall und Wärmequellen (Alkohol ist brennbar und verdunstet bei Wärme schneller). Lassen Sie eine Flasche niemals offen stehen. Beachten Sie das Verfallsdatum – danach kann die Alkoholkonzentration möglicherweise nicht mehr ausreichen, um eine wirksame Desinfektion zu gewährleisten. Um das Immunsystem von Kindern zu schonen, sollten Kinder unter 3 Jahren vorzugsweise mit Seife gewaschen werden; bei älteren Kindern sollte das Gel aufgrund der Gefahr einer versehentlichen Einnahme nur unter Aufsicht von Erwachsenen verwendet werden.