Was ist ein Entgiftungsmittel und worin unterscheidet es sich von einem Drainagemittel?
Ein Entgiftungsmittel ist eine Pflanze oder ein Nahrungsergänzungsmittel, das das Blut und die Lymphe von Abfallstoffen, Giftstoffen und überschüssigen Stoffwechselprodukten befreit und dabei gleichzeitig mehrere Ausscheidungsorgane unterstützt. Es unterscheidet sich von einem Entwässerungsmittel – das hauptsächlich auf das Urin- oder Lymphvolumen wirkt – durch sein vorrangiges Ziel: die Qualität des Blutmilieus und die Reinigung des Tiefengewebes. Entschlackende Pflanzen wirken auf zwei sich ergänzende Ebenen: Sie regen die Ausscheidung von Abfallstoffen über Leber und Nieren an und verbessern den Hautzustand, der oft die toxische Belastung des Körpers widerspiegelt. Eine zuAkne, wiederkehrenden Hautausschlägen oder einem fahlen Teint neigende Haut ist oft das erste Anzeichen für eine Überlastung des Entgiftungssystems.
Welche hautreinigenden Pflanzen sind am besten dokumentiert?
Mehrere Pflanzen weisen eine doppelte entgiftende Wirkung auf – sowohl für die Haut als auch für die inneren Ausscheidungsorgane:
- Klette (Arctium lappa): der Maßstab unter den hautreinigenden Mitteln. Ihre Inuline und phenolischen Verbindungen unterstützen die Entgiftung der Leber, während sie gleichzeitig die Talgproduktion reduzieren und die fürden Talgüberschuss verantwortliche bakterielle Vermehrung eindämmen.
- Wilde Stiefmütterchen (Viola tricolor): Wirkt blut- und nierenreinigend und wird traditionell bei entzündlichen Hauterkrankungen wie Psoriasis undEkzemen verschrieben.
- Brennnessel: Sie wirkt remineralisierend und entschlackend, unterstützt die Ausscheidung von stickstoffhaltigen Abfallstoffen über die Nieren und verbessert den allgemeinen Zustand der Haut.
- Fumeterre: Als gallenflussförderndes und leberreinigendes Mittel verbessert sie durch ihre Wirkung auf die Galle indirekt die Hautqualität, indem sie Hautausschläge im Zusammenhang mit einer überlasteten Leber reduziert.
Wie wirken Entschlackungsmittel bei Hauterkrankungen?
Der Zusammenhang zwischen toxischer Überlastung und der Haut ist in der funktionellen Dermatologie gut belegt. Die Haut ist ein Ersatzausscheidungsorgan: Wenn Leber und Nieren überlastet sind, übernimmt sie über Schweiß und Talg diese Aufgabe. Diese Überlastung der Haut äußert sich in Akne, Reizungen, Schuppenbildung oder chronischen Hautausschlägen. Entschlackungsmittel wirken vorgelagert: Indem sie die Leber und die Nieren entlasten, verringern sie den Druck auf die Haut. Eine vier- bis sechswöchige Entschlackungskur kann somit leichte bis mittelschwere Hauterkrankungen ergänzend zu topischen Behandlungen deutlich verbessern.
Wie werden Entschlackungsmittel in der Praxis angewendet?
Entschlackungsmittel werden in saisonalen Kuren (Frühling und Herbst) oder in Zeiten erhöhter Belastung angewendet:
- Erhältliche Darreichungsformen: Kräutertees (Klette, Wildstiefmütterchen), Urtinkturen, standardisierte Kapseln mit Trockenextrakt, Säfte aus frischen Pflanzen.
- Dauer: 4 bis 6 Wochen für eine Hautkur, 3 bis 4 Wochen für eine allgemeine Entgiftungskur.
- Synergistische Kombination: Kombinieren Sie ein Hautentgiftungsmittel (Klette) mit einem Leberentgiftungsmittel (Mariendistel, Artischocke) und einem Nierenentgiftungsmittel (Birke, Kirschstiel), um alle drei Ausscheidungswege abzudecken.
- Ernährung: Eine Ernährung, die wenig raffinierten Zucker enthält und reich an Ballaststoffen und grünem Gemüse ist, verstärkt die Wirkung der entgiftenden Pflanzen.
- Rhythmus: Zwei Kuren pro Jahr reichen zur Vorbeugung aus; bei chronischen Hauterkrankungen (Psoriasis, Ekzem) kann unter ärztlicher Aufsicht eine durchgehende 3-monatige Kur in Betracht gezogen werden.
Hautentgiftungsmittel zeigen ihre ersten Wirkungen auf der Haut nach 3 bis 4 Wochen – diese Zeitspanne sollte man einkalkulieren, um die Kur nicht vorzeitig abzubrechen.
Welche Kontraindikationen gibt es bei entschlackenden Mitteln?
Trotz ihrer pflanzlichen Herkunft weisen Entschlackungsmittel Kontraindikationen auf, die zu beachten sind:
- Schwangerschaft und Stillzeit: Klette, Erdrauch und Wildstiefmütterchen sind nicht zu empfehlen.
- Schwere Lebererkrankungen: Eine geschwächte Leber kann die Wirkstoffe der Pflanzen nicht richtig verarbeiten.
- Akute infektiöse Hauterkrankungen (Impetigo, Sekundärinfektionen): Entgiftungsmittel ersetzen keine Antibiotikabehandlung.
- Behandlungen mit Immunsuppressiva oder Antikoagulanzien: Mögliche Wechselwirkungen mit bestimmten Polyphenolverbindungen.