Wintererkrankungen weisen gemeinsame Symptome auf, die eine Unterscheidung manchmal erschweren. Eine Erkältung ist durch klaren Nasenausfluss und Niesen gekennzeichnet, ohne dass Fieber > 38,5 °C auftritt. Eine akute Bronchitis (zu 90 % viral) erkennt man an einem anhaltenden produktiven Husten (7–21 Tage). Die akute Nasennebenhöhlenentzündung (Druckschmerzen in den Nasennebenhöhlen, einseitiger eitriger Ausfluss) tritt häufig als Folgeinfektion einer langwierigen Erkältung auf. Die Angina (bei Erwachsenen zu 90 % viral) äußert sich durch Schluckbeschwerden. Diese Unterscheidung ist entscheidend: Antibiotika sind nur bei einer durch einen TROD-Test bestätigten Streptokokken-Angina angezeigt – bei den anderen viralen Formen sind sie nutzlos und kontraindiziert.
Ingwer (Gingerole und Shogaole) wirkt entzündungshemmend (Hemmung von COX-1 und COX-2) und hat eine natürliche fiebersenkende Wirkung – relevant bei mäßigem Fieber und winterlichen Muskelschmerzen. Als Aufguss (2–3 g frisch geriebener Ingwer, 10 Min.) oder in Kapseln (250–500 mg Trockenextrakt, 3-mal täglich). Das ätherische Öldes Eukalyptus radiata (1,8-Cineol ≥ 70 %) verflüssigt die Bronchialsekrete, erleichtert den Auswurf und hemmt Rhinoviren. Das ätherische Öl von Niaouli (Melaleuca quinquenervia ct Cineol) ergänzt die Behandlung durch seine immunstimulierende und antivirale Wirkung auf die unteren Atemwege.
Eine virale Sinusitis heilt spontan innerhalb von 10–14 Tagen ab, begleitet von häufigen Nasenspülungen mit physiologischer Kochsalzlösung (Proetz-Technik), Inhalationen mit ätherischem Eukalyptus- und Ravintsara-Öl sowie Schmerzmitteln bei starken Schmerzen. Die bakterielle Sinusitis – anhaltende Symptome > 10 Tage, starke einseitige Schmerzen, Fieber > 38,5 °C, einseitiger eitriger Ausfluss – erfordert einen Arztbesuch und oft eine Antibiotikatherapie. Propolis als Nasenspray oder in Kapselform kann durch seine lokale antiseptische Wirkung auf die Nasennebenhöhlenschleimhaut die Dauer viraler Sinusitis verkürzen.
90 % der Mandelentzündungen bei Erwachsenen sind viralen Ursprungs – Antibiotika sind in diesem Fall nutzlos und erhöhen das Risiko bakterieller Resistenzen.Eine viraleAngina lässt sich durch Gurgeln mit warmem Salzwasser (3- bis 4-mal täglich), Thymianhonig (bildet einen Schutzfilm und wirkt lokal antibakteriell), Propolis als Mundspray sowie bei starken Schmerzen durch Schmerzmittel lindern. Der in der Apotheke erhältliche TROD-Test zur Mandelentzündung unterscheidet zwischen einer viralen Mandelentzündung (symptomatische Behandlung) und einer bakteriellen Streptokokken-Mandelentzündung (Antibiotikatherapie gerechtfertigt).
Eine akute virale Bronchitis heilt von selbst innerhalb von 2 bis 3 Wochen ab – Antibiotika haben keine nachgewiesene Wirkung auf ihre Dauer oder ihren Schweregrad. Um die Genesung zu beschleunigen: die Raumluft befeuchten (50–60 % Luftfeuchtigkeit), häufig heiße Getränke zu sich nehmen (Thymian-Honig-Tees), ätherische Öle von Eukalyptus radiata und Ravintsara verdampfen lassen, einen Brustbalsam mit ätherischen Ölen einreiben. Für die Nase und die damit verbundenen oberen Atemwege beugen tägliche Nasenspülungen einer sekundären Sinusinfektion vor.
Eine bakterielle Sekundärinfektion ist zu vermuten, wenn sich die Symptome nach einer anfänglichen Besserung verschlimmern, wenn nach 3 Tagen ohne Fieber erneut Fieber auftritt, wenn der Ausfluss einseitig, eitrig und stark verfärbt sind oder wenn starke Ohrenschmerzen, Schluckbeschwerden oder Atemnot auftreten. Diese Anzeichen erfordern eine ärztliche Konsultation innerhalb von 24 Stunden. Von einer Selbstmedikation mit Antibiotika ohne vorherige Diagnose wird dringend abgeraten – Antibiotikaresistenzen stellen in Frankreich, wo der Antibiotikaverbrauch nach wie vor zu den höchsten in Europa zählt, ein großes Problem für die öffentliche Gesundheit dar. In der Praxis ist der Apotheker der erste Ansprechpartner, der entweder an einen Arzt verweist oder geeignete symptomatische Behandlungen empfiehlt.