Die Pferdepflege umfasst vier große Bereiche: Gelenk- und Bewegungsapparat (von grundlegender Bedeutung für Sport- und Arbeitspferde), Ernährung und Nahrungsergänzung (Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren), Immunität und Infektionsresistenz (insbesondere in der kalten Jahreszeit oder nach intensiver Belastung) sowie das Verhaltenswohlbefinden (Stressbewältigung und Umgang mit Stereotypien). Die Qualität der täglichen Pflege – Striegeln, Hufpflege, Überwachung des Körperzustands und des Verhaltens – bildet die Grundlage für die gesamte Gesundheit des Pferdes. Eine gezielte Nahrungsergänzung ist besonders hilfreich, um die Abwehrkräfte während der Jahreszeitenwechsel oder nach einer Infektionsbelastung zu stärken.
Die Gelenkgesundheit steht bei Sport-, Freizeit- und Arbeitspferden an erster Stelle. Die wichtigsten natürlichen Lösungen sind:
Harpagophytum ist die in der Pferdemedizin am besten dokumentierte Pflanze bei chronischen Gelenkerkrankungen und entzündlich bedingten Lahmheiten.
Nach intensiver Belastung (Turnier, langes Training, Ausritt) hat das Sportpferd besondere Bedürfnisse. Die durch Schweiß verlorenen Elektrolyte (Natrium, Kalium, Chlorid, Magnesium) müssen schnell ausgeglichen werden, um eine optimale Zellrehydrierung zu gewährleisten. Muskelunterstützende Ergänzungsmittel (verzweigtkettige Aminosäuren BCAA, L-Glutamin, Vitamin B1) fördern die Proteinsynthese und verringern die zentrale Ermüdung. Die sportliche Regeneration hängt auch von der Qualität der Nachtruhe ab – ein Pferd, das nicht ausreichend Schlaf findet, erholt sich im REM-Schlaf nicht vollständig. Die oralen Booster-Spritzen (60 ml, direkte Verabreichung) bieten eine sofortige Unterstützung nach der Belastung, indem sie diese Wirkstoffe in praktischer Form konzentrieren.
Vitamin E (Tocopherol) ist das fettlösliche Antioxidans schlechthin – es schützt die Muskelmembranen während der Belastung vor Lipidperoxidation und reduziert oxidative Schäden im Zusammenhang mit intensivem Training. Ein Mangel führt zu einer ernährungsbedingten Myopathie (Muskelsteifheit, erhöhte CPK-/LDH-Werte) und einer Immunsuppression. Vitamin C wird von einem gesunden, erwachsenen Pferd selbst gebildet, doch bei starkem Stress, Infektionen oder im Alter kann dieser Bedarf übersteigt werden – eine Nahrungsergänzung in Pulverform unterstützt dann das Immunsystem und die Synthese von Sehnenkollagen bei Turnierpferden und Senioren.
Stechende Insekten (Fliegen, Bremsen, Culicoides-Mücken, Mücken) stellen eine erhebliche Quelle von Stress und Unbehagen dar und können zu wiederkehrender Sommerdermatitis (Allergie gegen Culicoides-Stiche), Leistungsabfall und Unruhe führen. Insektenschutzsprays für Pferde (Permethrin in für Pferde zugelassenen Konzentrationen oder natürliche Formulierungen auf Basis von Geraniol, Zitronengras und Eukalyptus) werden vor dem Ausritt auf das Fell aufgetragen. Kurkuma (Curcumin, ein natürlicher Entzündungshemmer) wird zur Vorbeugung wiederkehrender allergischer Hautreaktionen bei Pferden eingesetzt, die empfindlich auf Insektenstiche reagieren. Fliegendecken und Schutzmasken ergänzen die Wirkung der Abwehrmittel.
In mehreren Situationen ist eine unverzügliche tierärztliche Untersuchung erforderlich: akute Lahmheit (Lahmheitsgrad ≥ 3/5), Kolik (Bauchschmerzen, Unwohlsein, Futterverweigerung), Fieber (Rektaltemperatur > 38,5 °C), tiefe Wunden oder Schnittverletzungen, Atembeschwerden, neurologische Symptome (Ataxie, Unfähigkeit aufzustehen) oder ein plötzlich verschlechterter Allgemeinzustand. Die jährliche tierärztliche Vorsorgeuntersuchung (Impfungen – Pferdegrippe, Tetanus, Herpesvirus – gezielte Entwurmung auf Basis einer Kotuntersuchung, Zahnuntersuchung alle 6 bis 12 Monate) ist ebenso unverzichtbar wie die kurative Behandlung. Injizierbares Vitamin C, das vom Tierarzt bei starker Erschöpfung oder einer Virusinfektion verabreicht wird, kann die Abwehrkräfte des Pferdes während der Genesung schnell stärken.