Die Hautmikrobiota ist die Gesamtheit der auf der Haut lebenden Mikroorganismen – Bakterien, Hefen, Viren und symbiotische Milben. Als erste physische und biologische Barriere des Körpers beherbergt die Haut etwa 10¹² Mikroorganismen, deren Vielfalt und Gleichgewicht die Qualität der Hautbarriere, das Wohlbefinden empfindlicher Haut sowie die Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen bestimmen. Mikrobiomfreundliche Kosmetika enthalten mittlerweile präbiotische und probiotische Wirkstoffe, um dieses Gleichgewicht zu wahren. Entdecken Sie unsere Produktreihen für empfindliche Haut und unsere Gesichtsreinigungsprodukte.
Was ist die Hautmikrobiota?
Die Zusammensetzung der Hautmikrobiota variiert je nach Körperbereich – Temperatur, pH-Wert, Talgsekretion und Feuchtigkeit schaffen unterschiedliche Mikroumgebungen.
- Talgreiche Bereiche (Gesicht, Kopfhaut, oberer Rücken): dominiert von Cutibacterium acnes (früher P. acnes) und Malassezia (lipophile Hefe) – lipidreiches Milieu
- Feuchte Bereiche (Körperfalten, Achselhöhlen): Staphylococcus, Corynebacterium – warmes und feuchtes Milieu
- Trockene Bereiche (Unterarme, Beine): größere Vielfalt – Micrococcus, Propionibacterium
- Staphylococcus epidermidis ist das dominierende Bakterium auf gesunder Haut – es produziert antimikrobielle Peptide, die vor dem pathogenen S. aureus schützen
- Eine vielfältige Hautmikrobiota steht in Zusammenhang mit einer besseren Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen und einem anhaltenden Hautkomfort
Hautmikrobiota und Hauterkrankungen?
Ungleichgewichte der Hautmikrobiota (Hautdysbiose) stehen mit mehreren häufigen Erkrankungen in Zusammenhang.
- Atopisches Ekzem: übermäßige Besiedlung durch Staphylococcus aureus (bis zu 90 % der betroffenen Bereiche) – durch Staphylokokken-Toxine verschlimmerte Barrierefunktion, mangelnde mikrobielle Vielfalt
- Akne: Vermehrung bestimmter C. acnes-Stämme in den Haarfollikeln – Ungleichgewicht zwischen kommensalen (schützenden) Stämmen und akneauslösenden Stämmen
- Trockene und reaktiveHaut: verarmte Mikrobiota, beeinträchtigte Lipidbarriere, alkalischer pH-Wert – Ansiedlung opportunistischer Bakterien
- Diese Zusammenhänge bedeuten nicht, dass probiotische Kosmetika diese Erkrankungen behandeln – sie unterstützen das Hautwohlbefinden und die Qualität der Hautbarriere
Faktoren, die die Hautmikrobiota stören?
Eine Hautdysbiose wird durch alltägliche, oft unbekannte Faktoren verursacht.
- Alkalische Seifen und Reinigungsmittel (pH > 7): alkalisieren den von Natur aus sauren pH-Wert der Haut (4,5–5,5) – begünstigen pathogene Bakterien und stören die kommensalen Bakterien – siehe unsere Seifen mit angepasstem pH-Wert
- Wiederholte Anwendung von Hautantiseptika (Alkohol, Triclosan): unselektive Beseitigung nützlicher und pathogener Bakterien
- Systemische und topische Antibiotika: stören neben der Darmflora auch das Hautmikrobiom
- Stress, hormonelle Schwankungen, Umweltverschmutzung und UV-Strahlung: verändern die Talgproduktion und die Bedingungen an der Hautoberfläche
- Kosmetika mit aggressiven Konservierungsstoffen (übermäßiges Phenoxyethanol, Parabene, Formaldehyd): direkter Einfluss auf die Hautflora
Topische Probiotika und Präbiotika: Wie wirken sie?
Mikrobiomfreundliche Kosmetik enthält spezifische Wirkstoffe, um die Hautflora zu schonen und zu unterstützen.
- Topische Präbiotika (Beta-Glucane, Inulin, Fructooligosaccharide, Niacinamid): versorgen selektiv die bereits auf der Haut vorhandenen nützlichen Bakterien mit Nährstoffen, ohne lebende Bakterien einzubringen
- Topische Probiotika (bakterielle Lysate oder Fermente): Wirkstoffe aus Bakterien (Enzyme, Peptide, Säuren) ohne lebende Bakterien – unterstützen die Immunantwort der Haut und stärken die Hautbarriere
- Postbiotika: Durch bakterielle Fermentation entstehende Stoffwechselprodukte (Milchsäure, bakterielle Hyaluronsäure, Peptide) – eine der am schnellsten wachsenden Kosmetikkategorien
- Wählen Sie Reinigungsprodukte mit einem pH-Wert von 4,5–5,5 – sehen Sie sich unsere Reinigungsschäume und Gesichtsreiniger in der Drogerie an
Ernährung und Hautmikrobiom: Welcher Zusammenhang besteht?
Die Verbindung zwischen Darm und Haut ist zunehmend wissenschaftlich belegt – die Ernährung beeinflusst das Hautmikrobiom über den systemischen Kreislauf.
- Omega-3-Fettsäuren EPA+DHA: reduzieren die Produktion entzündungsfördernder Zytokine in der Haut – unterstützen das Wohlbefinden reaktiver Haut
- Zink: Cofaktor für die Wundheilung und die Hautimmunität – EFSA-Angabe zur Erhaltung einer normalen Haut; hilfreich bei zu Akne neigender Haut
- Vitamin C: Cofaktor für die Synthese von Hautkollagen (EFSA-Aussage) und Antioxidans zum Schutz der Membranlipide
- OraleProbiotika: Unterstützung der Darm-Haut-Achse – L. rhamnosus GG und B. longum wurden hinsichtlich des Hautkomforts bei atopischer Haut untersucht
- Reduzierung von raffiniertem Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln: Ihre Auswirkungen auf Seborrhoe und die Hautflora sind dokumentiert