Brustschmerzen – oder Mastalgie – sind in den allermeisten Fällen harmlos und stehen im Zusammenhang mit dem Menstruationszyklus. Die schwankenden Östrogen- und Progesteronwerte während des Zyklus führen zu einer Schwellung und Empfindlichkeit des Brustgewebes, insbesondere in der Woche vor der Menstruation. Weitere Ursachen sind Brustzysten, Infektionen, das Tragen eines ungeeigneten BHs, intensive körperliche Anstrengung oder bestimmte hormonelle Medikamente. In selteneren Fällen kann anhaltender Brustschmerz auf eine Erkrankung hinweisen, die eine ärztliche Abklärung erfordert.
Die zyklischen Schwankungen von Östrogen und Progesteron sind die Hauptursache für Brustschmerzen. In der Lutealphase – den zwei Wochen vor der Menstruation – führt der Anstieg des Progesterons zu einer Flüssigkeitsansammlung im Drüsengewebe, was zu Spannungsgefühlen und Empfindlichkeit führt. Diese Schmerzen klingen in der Regel mit Beginn der Regelblutung ab. Auch die Perimenopause und die Menopause gehen mit Brustschmerzen einher, die auf die für diesen Übergang charakteristischen unregelmäßigen Hormonschwankungen zurückzuführen sind.
In den allermeisten Fällen sind Brustschmerzen kein Anzeichen für Krebs. Brustkrebs äußert sich häufiger durch einen schmerzlosen Knoten, Hautveränderungen oder ungewöhnlichen Ausfluss als durch Schmerzen. Allerdings rechtfertigt jeder Schmerz, der über den Menstruationszyklus hinaus anhält und mit einem tastbaren Knoten, einer Hautverdickung oder einem Ausfluss aus der Brust einhergeht, einen Arztbesuch und eine Mammographie. Wachsamkeit ist weiterhin geboten.
Bei leichten bis mäßigen Schmerzen reichen oft einfache Maßnahmen aus: die Wahl eines gut sitzenden BHs, die Reduzierung von Koffein und gesättigten Fetten. Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) lindern Schmerzschübe wirksam. Bei Schmerzen, die auf ein nachweisbares hormonelles Ungleichgewicht zurückzuführen sind, kann eine Gestagenbehandlung verschrieben werden. Mönchspfeffer, der in der Phytotherapie für seine Wirkung auf den weiblichen Hormonhaushalt bekannt ist, wird häufig als Ergänzung bei zyklischen Brustschmerzen eingesetzt.
Verschiedene natürliche Ansätze bieten zusätzliche Linderung.Nachtkerzenöl, das reich an Gamma-Linolensäure ist, wird häufig zur Linderung zyklischer Brustempfindlichkeit eingesetzt. Vitamin E wird mit einer Verringerung prämenstrueller Symptome, darunter auch Brustschmerzen, in Verbindung gebracht. Warme oder kalte Kompressen lindern lokale Entzündungen. Diese Mittel sollten ergänzend zu einer ärztlichen Betreuung angewendet werden und bei anhaltenden Schmerzen keinesfalls als Ersatz für eine Diagnose dienen.
Die Ernährung kann die Intensität von Brustschmerzen beeinflussen. Eine Reduzierung des Koffeinkonsums – Kaffee, Tee, Limonaden – lindert häufig Brustspannen. Eine erhöhte Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren durch fetten Fisch oder Leinsamen wirkt entzündungshemmend und positiv auf das Brustgewebe. Ballaststoffe tragen dazu bei, zirkulierendes Östrogen über den Verdauungstrakt auszuscheiden. Eine ausgewogene Ernährung, die wenig gesättigte Fette und viele pflanzliche Lebensmittel enthält, unterstützt insgesamtdas hormonelle Gleichgewicht.
Chronischer Stress erhöht den Cortisolspiegel und stört das Gleichgewicht zwischen Östrogen und Progesteron, wodurch die Empfindlichkeit der Brust verstärkt wird. Entspannungstechniken – Yoga, Meditation, tiefes Atmen – helfen dabei, die hormonelle Stressreaktion zu regulieren und die Intensität der zyklischen Schmerzen zu verringern. Der Umgang mit Stress ist somit ein nicht zu unterschätzender Faktor bei der ganzheitlichen Behandlung funktioneller Brustschmerzen.
Ein Arztbesuch ist erforderlich, wenn die Schmerzen über den Menstruationszyklus hinaus anhalten, sich allmählich verstärken oder mit einem tastbaren Knoten, Brustausfluss, Rötungen oder Hautveränderungen einhergehen. Diese Anzeichen können auf eine Infektion, eine Zyste oder – seltener – auf eine bösartige Erkrankung hinweisen. Eine klinische Untersuchung, eine Brustultraschalluntersuchung oder eine Mammographie – je nach Alter und Risikofaktoren – ermöglichen es, eine genaue Diagnose zu stellen und die weitere Behandlung festzulegen.